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Authentisch, direkt und unterhaltsam: So präsentierte sich Nikita Miller am zweiten Abend der 41. Lüdenscheider Kleinkunsttage. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Eine Bühne, einen Hocker und ein Mikrofon – mehr braucht Nikita Miller nicht, um einen ganzen Saal zum Lachen zu bringen. Dass der Mann ausschließlich im Sitzen performt, hat seinen Grund. Er ist zwei Meter groß. Damit dem Publikum in den vorderen Reihen die Halsstarre erspart bleibt, nimmt Nikita Miller auf einem Barhocker Platz. Seine Bühnenpräsenz und Ausstrahlung leiden darunter keineswegs. Die Besucher im Kulturhaus konnten sich also am zweiten Abend der Lüdenscheider Kleinkunststage bequem auf die kuriosen Geschichten des gebürtigen Kasachen einlassen.

Kasachische Wurzeln und russische Clique

„Auf dem Weg, ein Mann zu werden!“ heißt Millers erstes abendfüllendes Programm. Darin erzählt er von seinen kasachischen Wurzeln, seiner russische Clique in der neuen schwäbischen Heimat, den rabiaten Erziehungsmethoden eines russischen Vaters und den Weisheiten seines Onkels („Lästere nie über den Geschmack deiner Frau. Schließlich bist Du ein Teil davon.“).

Überall Dauergrinsen

Nikita Miller kommt authentisch, lockere und direkt rüber. Er schießt nicht eine Pointe nach der anderen ab, sondern erzählt. Nur selten war in der Garderobenhalle des Kulturhauses eine echte Lachsalve zu hören. Das Dauergrinsen in den Gesichtern des Publikums war aber nicht zu übersehen.

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Seine Storys sind unterhaltsam, sie ziehen den Zuhörer in ihren Bann. Man sehnt geradezu das Ende herbei, um dann befreit auflachen zu können.

Der erste Kontakt seiner Clique, bestehend aus Victor, Oleg, Vadim und dem „deutschen Freund“ Lars, mit Pornos, der Wunsch aufzutreten wie das Gangsta-Rapper-Idol Tupac, die seltsam verschrobenen ersten Kontakte zu Mädchen, Lars’ 18. Geburtstag mit zwei Flaschen Wodka und drei Lutschbonbons, merkwürdige Erlebnisse auf dem Arbeitsamt – das alles ist witzig und dennoch erkennt das Publikum: Der Weg zum Mann ist gar nicht so leicht.

Aufstiegschancen inbegriffen

Millers Familie war wenig begeistert vom Wunsch des jungen Millers, Comedian zu werden. „Arschloch“, sagte sein Vater nach dem ersten Auftritt seines Sprösslings. Er lebt halt in anderen Zeiten und lehnt Tätigkeiten ab, die leicht sind und dabei auch noch Spaß machen. Mittlerweile, erzählte Miller in der Zugabe, setzte die Familie aber große Hoffnungen auf ihn. „Schließlich hat es ein Comedian ja geschafft, Präsident der Ukraine zu werden.“ Auch das wäre ein schöner Job für den Mann mit Boxer-Statur.

Am heutigen Samstag stellt Jean-Philippe Kindler sein Programm „Mensch ärgere dich“ vor. Es folgen Sandra Da Vina (27. Februar) und Liza Kos (28. Februar). Alle Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr im der Garderobenhalle des Kulturhauses.

 

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