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Das betriebsratsteam der IG Metall mit dem Zweiten Bevollmächtigten Torsten Kasubke (2. von links). Foto: Dinah Trompeter

Halver. Zufrieden schauen Torsten Kasubke, Zweiter Bevollmächtiger der IG Metall Märkischer Kreis, und Gewerkschaftssekretärin Dinah Trompeter auf Mittwochabend zurück. Zum ersten Mal seit 53 Jahren wurde bei der Firma Werner Turck, dem größten Arbeitgeber in Halver, ein Betriebsrat gewählt. Mit neun von 13 Sitzen stellt die IG Metall-Liste die Mehrheit im neu gewählten Betriebsrat. Das alles ist das Ergebnis eines längeren Prozesses, den die IG Metall mit den Kolleginnen und Kollegen im Betrieb gestaltet hat. Die Wahlbeteiligung lag bei 84 Prozent.

Impuls im Sommer 2017

Hier eine Rückblende aus Sicht der IG Metall: Im Sommer 2017 macht die örtliche IG Metall Halt mit ihrer „Road Show“ auf dem Parkplatz des Halveraner REWE-Marktes. Über die Presse und die sozialen Netzwerke hat sie auf diesen Termin aufmerksam gemacht. Das Ziel: Mitglieder aus den umliegenden Betrieben sollen die Möglichkeit erhalten, in lockerer Atmosphäre Kontakt zu ihrer Gewerkschaft aufzunehmen und mögliche Fragen klären zu können. Aber auch diejenigen, die noch nicht Mitglied der IG Metall waren, sollten hier eine erste Anlaufstelle bekommen.

Akribische Vorbereitung

Und so war es dann auch: Beschäftigte der Firma Turck haben sich an die anwesenden Gewerkschaftssekretäre gewendet und sind mit dem Wunsch herangetreten, einen Betriebsrat in ihrer Firma gründen zu wollen. Gewerkschaftssekretärin Dinah Trompeter lud die Interessierten in die Geschäftsstelle der IG Metall ein und holte ihre Kollegen vom „Gemeinsamen Erschließungsprojekt“ (GEP) der IG Metall Nordrhein-Westfalen dazu, deren tägliches Brot unter anderem die Gründung und Begleitung von neuen Betriebsräten ist. Trompeter: „In dieser Phase war es wichtig, alle möglichen Szenarien und möglichen Unwägbarkeiten zu besprechen. Wir starten in der Regel mit vier, fünf oder zehn Interessierten. Am Ende benötigen wir aber auch das Votum der Belegschaft. Wir wollen die Mutigen nicht ‚ins kalte Wasser fallen‘ lassen. Deswegen begleiten wir von der ersten Initiative bis zur Aufnahme der Betriebsratsarbeit jeden Schritt.“

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Kontakt zum Arbeitgeber

Nach der Klärung strategischer und rechtlicher Fragen, unter anderem zu den Rahmenbedingungen einer Betriebsratswahl, nahm IG Metall-Bevollmächtigter Torsten Kasubke den Kontakt zum Arbeitgeber auf. „Uns war daran gelegen, dass wir einen geordneten Wahlablauf hinbekommen. Eine Betriebsratsgründung ist nämlich dann erst erfolgreich, wenn aus dem Versuch einer Gründung auch eine erfolgreiche Wahl erfolgt ist“, stellt Kasubke fest.

Aktionen auf dem Werksgelände

Es folgten zahlreiche Aktionen auf dem Werksgelände. Mit Flugblättern und weiterem Material wurde schichtübergreifend um jede Stimme geworben. Für die neu gewählten Betriebsräte und die IG Metall endet mit der Betriebsratswahl vom Mittwoch damit auch eine Zeit einiger schlafloser Nächte. „Für uns ist die Wahl bei Turck ein Paradebeispiel für die Gründung weiterer Betriebsratsgremien im Märkischen Kreis. Wenn die Menschen den Mut haben, können sie im Betrieb viel erreichen. An den Betriebsrat der Firma Turck möchte ich meinen herzlichen Glückwunsch aussprechen und für die kommenden vier Jahre gute Zusammenarbeit anbieten“, so Torsten Kasubke.

Interesse auch in anderen Städten

Für ihn ist die Reise nach dem Abschluss der Wahl bei Turck noch nicht zu Ende: „Im Mai stehen die ersten Betriebsratswahlen seit langer Zeit bei Escha in Halver an. Und auch aus anderen Städten häufen sich die Anfragen nach der Unterstützung zur Wahl weiterer neuer Betriebsratsgremien.“

Wer in seinem Betrieb einen Betriebsrat gründen möchte, kann telefonisch unter 02351/36580 oder 02371/81830 Kontakt zur IG Metall Märkischer Kreis aufnehmen. Auch auf Facebook steht die IG Metall unter www.facebook.com/IGM.MK zur Verfügung.

 

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