Markus Hacke, Dr. Susanne Conzen und Volker Neumann vor der Editionsarbeit der aktuellen Preisträgerin Justyna Janetzek. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Zukunft des Ida-Gerhardi-Förderpreises „Kunst jetzt!“ ist gesichert. Dafür garantieren die fusionierte „Sparkasse an Volme und Ruhr“ und die Stadtwerke Lüdenscheid. Die nächste Ausschreibung erfolgt für die Preisvergabe im Jahr 2025.

„Ein schöner Tag“, sagte Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen, als sie am Dienstag (18. Oktober) zusammen mit Sparkassenvorstand Marcus Hacke und Volker Neumann, Vorstand der Enervie-Gruppe, die frohe Botschaft verkündete.

Sparkasse und Stadtwerke als starke Partner

Noch im Mai dieses Jahres hatte Markus Hacke angekündigt, dass sich die Sparkasse aufgrund der Niedrigzinsphase und erwarteter Ertragsrückgänge aus dem Sponsoring zurückziehen werde. Die Reaktionen aus der NRW-Kunstwelt und aus Kreisen lokaler und regionaler Kunstfreundinnen und -freunde waren eindeutig. Auch Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen machte sich damals für die Fortführung stark. „Der Preis muss weiterleben, egal wie“, sagte sie im Mai. Dafür, dass die Sparkasse ihr Sponsoring nochmals auf den Prüfstand gestellt habe und mit den Stadtwerken ein weiterer starker Partner gefunden worden sei, sei sie sehr dankbar.

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Die aktuellsten Positionen zeitgenössicher Kunst

Der Preis habe sich seit seiner ersten Vergabe im Jahr 1990 ein deutschlandweites Renommée erarbeitet und sei aus der NRW-Förderlandschaft nicht mehr wegzudenken. Er sei wichtig für junge Künstlerinnen und Künstler, die entweder in NRW geboren sind, hier leben oder studieren und nicht älter als 39 Jahre sind. Außerdem tue der Preis Lüdenscheid gut. „Er bringt die aktuellsten Positionen zeitgenössischer Kunst in die Stadt.“ Zudem führe er ein umfangreiches Netzwerk der Kunstwelt in Lüdenscheid zusammen. „Das ist wichtig für den Ruf einer Stadt, die es zurzeit arg schwer hat“, betonte Dr. Susanne Conzen.

2200 Bewerbungen in 30 Jahren

Markus Hacke hat sich im Laufe der Jahre von der Kunst anstecken lassen. „Sie stand zunächst nicht im Mittelpunkt meiner Arbeit.“ Die Teilnahme an den Jurysitzungen und die Zusammenkünfte mit den jungen Künstlerinnen und Künstler hätten ihm Einblick in eine neue Welt und kreatives Denken gegeben. Volker Neumann zeigte sich insbesondere beeindruckt von der Breite der künstlerischen Darstellungsformen.

Welches Gewicht der Ida-Gerhardi-Förderpreis besitzt, lässt sich an der Zahl der Bewerberinnen und Bewerber ablesen.  Fast 2200 Künstlerinnen und Künstler haben seit 1990 ihre Arbeiten eingereicht. 229 von ihnen durften ihre Arbeiten in der Städtischen Galerie ausstellen.

Am Volumen des Preises werden sich nichts ändern, bekräftigten Dr. Susanne Conzen, Markus Hacke und Volker Neumann. Es werden weiter 5000 Euro für die Preisträgerin oder den Preisträger zur Verfügung gestellt. Dazu kommen zusätzlich 3000 Euro für eine Editionsarbeit. Auch der Katalog zur Ausstellung werden weiter erscheinen.

Wer war Ida Gerhardi?

Ida Gerhardi
Ida Gerhardi – ein Selbstporträt

Der Preis ist nach der Malerin Ida Gerhardi (1862-1927) benannt. Sie war für die westfälische Region eine Pionierin der Malerei und eine wichtige Mittlerin zwischen der französischen und deutschen Kunst. Sie selbst bezeichnete sich als „Impressionistin“ und unterstrich damit ihre Modernität.

1891 begann sie in Paris Kunst zu studieren und arbeitete dann dort mehr als zwanzig Jahre. In ihren psychologisch fein gezeichneten Porträts übersetzte sie ihre Eindrücke unmittelbar in Farbe. Eine schwere Krankheit veranlasste sie, ihre künstlerische Arbeit zu unterbrechen und nach Lüdenscheid überzusiedeln. Hier starb sie 1927.