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Gastgeber Jan Schriever, Geschäftsführer des Lüdenscheider Schraubenherstellers Hans Schriever GmbH & Co. KG (links), begrüßte die Experten für Innovations- und Technologieförderung (von rechts nach links): Udo Hinzpeter (K.I.M.W.), Bernd Meyer (Zenit GmbH), Luigi de Luca (Beinlich Pumpen GmbH), Michael Neumann (Werkzeugbau-Institut Südwestfalen), Jochen Schröder (GWS im Märkischen Kreis), Andreas Becker (Transferverbund Südwestfalen) und Marcel Krings (GWS im Märkischen Kreis).

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Welche Wege der Förderung stehen kleineren und mittleren Unternehmen offen, um neue Produkte oder Verfahren zu entwickeln und auf den Markt zu bringen? Auf diese Frage erhielten die rund 40 Teilnehmer der Veranstaltung „Innovations- und Technologieförderung – Förderprogramme und Serviceangebote für Unternehmen“ Antwort aus erster Hand. Die GWS und der Transferverbund Südwestfalen hatten am 11. Februar in die Räumlichkeiten der Hans Schriever GmbH & Co. KG in Lüdenscheid geladen, um die zahlreichen Förderprogramme von Bund und Land vorzustellen und konkrete Tipps für die Antragstellung zu geben.

Marktanteile sichern und erschließen

Die herausragende Bedeutung von Innovationen für die Region stellte der Moderator der Veranstaltung, Jochen Schröder, dar: „Es geht um globalen Wettbewerb, um bessere Verfahren und Dienstleistungen, die den Unternehmen Marktanteile sichern bzw. erschließen”, sagte der Geschäftsführer der GWS. Natürlich bedeute die Entwicklung und Realisierung von Innovationen vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen immer ein Risiko. Jedoch biete gerade das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) eine wertvolle Unterstützung, den Schritt zur Innovation sicherer und leichter werden zu lassen. Seit Bestehen des ZIM-Projektes wurden im Märkischen Kreis 106 Entwicklungsprojekte mit einem Fördervolumen von 12,3 Mio. Euro umgesetzt, wie Schröder zu berichten wusste. Je nach Unternehmensgröße und Projektart können Unternehmen beim ZIM von Zuschüssen zwischen 25 und 55 Prozent profitieren.

Durchblick nicht nur im Betrieb: Die Teilnehmer erheilten wichtige Hinweise für die Nutzung von Förderprogramme.
Durchblick nicht nur im Betrieb: Die Teilnehmer erheilten wichtige Hinweise für die Nutzung von Förderprogramme.

Tipps aus der Praxis

Praktische Tipps wie das ZIM zu nutzen ist, lieferten Bernd Meyer, Berater bei der Zenit GmbH aus Mühlheim, Luigi de Luca, Prokurist der Beinlich Pumpen GmbH aus Gevelsberg, Udo Hinzpeter, Prokurist des Kunststoff-Institut für die mittelständische Wirtschaft NRW GmbH aus Lüdenscheid und Michael Neumann, Netzwerkmanager am Werkzeugbau-Institut Südwestfalen GmbH, ebenfalls aus Lüdenscheid. Hervorgehoben wurden die praktikable Antragsstellung und die unkomplizierte Kommunikation mit dem Fördermittelgeber. „Natürlich muss man gewisse Regeln beachten, schließlich geht es um einen sorgsamen Umgang mit Steuergeldern, aber die Arbeit lohnt sich“, machte de Luca den Anwesenden Mut und ergänzte: „Bis vor kurzem sind wir der Thematik auch immer mit Skepsis begegnet, aber nach dem ersten erfolgreichen ZIM-Antrag machen wir jetzt schon das zweite Projekt. In einem 18-monatigen Entwicklungsvorhaben entwickelten de Luca und sein Projektteam erfolgreich eine optimierte Pumpentechnik für automatisierte Dosiersysteme.



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Beim zweiten Antrag fällt’s schon leichter

In die gleiche Kerbe schlugen auch Udo Hinzpeter und Michael Neumann. „Wenn des Programms genutzt hat, fällt es beim zweiten Antrag schon leichter“, berichtete Hinzpeter, der mit dem KIMW bereits mehr als 25 ZIM-Kooperationsprojekte mit Unternehmen aus der Region umgesetzt hat. Dass die Zusammenarbeit mit Partnern einen erhöhten organisatorischen und Abstimmungsaufwand zur Folge hat, wurde von Michael Neumann bestätigt, der jedoch sogleich ergänzte: „Wer allein arbeitet, addiert – wer zusammenarbeitet, multipliziert“. Dafür biete das ZIM den perfekten Rahmen.

Aufruf zur Teilnahme an ZIM-Netzwerk

Im letzten Teil der Veranstaltung berichtete GWS-Projektleiter Marcel Krings über ein geplantes ZIM-Netzwerk-Projekt zum Thema „Neue Verbindungstechnologien für Werkstoffe des industriellen Leichtbaus in Südwestfalen“, das aktuell durch die GWS angestoßen wird. Interessierte Unternehmen sind aufgerufen sich zu melden. Anschließend zeigte Technologiescout Andreas Becker die Unterstützungsmöglichkeiten bei der Zusammenarbeit mit Hochschulen auf. Einen einfachen Einstieg biete hier der Innovationsgutschein NRW, bei dem zwischen 50 und 80 Prozent der Kosten von der wissenschaftlichen Beratung, über Konstruktionsleistungen bis hin zum Prototypenbau gefördert werden können.

Innovationsfähigkeit verbessern

Im letzten Vortrag des Tages führte Bernd Meyer von der Zenit GmbH ein Angebot vor, das interessierten Betrieben die Möglichkeit gibt, ihre Innovationsfähigkeit überprüfen und optimieren zu lassen. Beim Programm Innovationsmanagement“ erhalten die Unternehmen Beratertage, die methodisch und inhaltlich nach den Bedarfen und Ausgangslagen der teilnehmenden Firmen gestaltet werden. Ergebnisse der Beratung können zum Beispiel Potenzialanalysen und Identifikation von Innovationshemmnissen, Stärken-Schwächen- oder auch Chancen-Risiken-Profile, Status quo und Trend-Beschreibungen oder Umsetzungskonzepte und Maßnahmenpläne sein. Aufgrund einer EU-Förderung steht das Angebot den Unternehmen kostenfrei zur Verfügung.

Zum Abschluss der Veranstaltung ermunterte Jochen Schröder alle Anwesenden die Möglichkeiten einer öffentlichen Förderung mit zu bedenken: „Die GWS und der Transferverbund Südwestfalen stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite, wenn es um die Nutzung von Förderprogrammen geht.“

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