TEILEN
Die Erinnerungstafel auf dem Parkplatz des Raiffeisenmarktes unterstreicht die Bedeutung, die die Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE) für die wirtschaftliche Entwicklung Lüdenscheids gehabt hat. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Unscheinbar und doch ein Stück Lüdenscheider Industriegeschichte, das verkörpern die zehn Meter Gleise auf dem Parkplatz am Lüdenscheider Raiffeisenmarkt. Seit Freitag ist die Anlage komplett. Der Geschichts- und Heimatverein enthüllte eine Erinnerungstafel, die an die Historie der Kreis Altenaer Eisenbahn (KAE) erinnert.

Eins der letzten Schienenstücke

Die Schienen sind ein Stück des Abzweigs, der von der Hauptstrecke zur Firma Linnepe & Schiffer (später Tropen Schröder) im Industriegebiet an der Worth führte. Es handelt sich um die letzten erhaltenen Gleise. Die Erinnerungstafel trägt folgende Inschrift:

„Hinter Ihnen liegt eins der letzten Schienenstücke der KAE. Das Bild zeigt einen Zug der Firma Linnepe & Schiffer (später Tropen Schröder) an fast der gleichen Stelle.



Anzeige | Eigene Anzeige schalten



1886 wurde die Kreis Altenaer Schmalspurbahn (KAS) gegründet, die 1922 in die Kreis Altenaer Eisenbahn AG (KAE) umbenannt wurde.

Bereits 1887 fuhren die ersten Personen- und Güterzüge auf meterspurigen Gleisen von Altena nach Lüdenscheid durch das Rahmedetal und durch das Versetal von Werdohl nach Augustental.

Es kamen Erweiterungen bis Schafsbrücke und zum Güterbahnhof Lüdenscheid Wehberg hinzu.

1925 wurde eine Stichbahn von Augustental zu den Stahlwerken Plate in Brüninghausen in Betrieb genommen. Parallel fuhren seit 1888 gleichartige Züge durch das Hälvertal von Schalksmühle nach Halver.

Ab den 1950er Jahren wurde der Betrieb auf Lastwagen und Omnibusse umgestellt, so dass der letzte Personenzug 1961 und der letzte Güterzug 1967 verkehrten.“

Ein rund zehn Mater langes meterspuriges Gleis wurde in den Parkplatz eingelassen. Am Freitag enthüllten Vertreter des Geschichts- und Heimatvereins die dazugehörige Erinnerungstafel. Foto: Wolfgang Teipel

In den Kundenparkplatz eingelassen

Dass dieses Stück Industriegeschichte erhalten geblieben und ihn den Kundenparkplatz des Marktes eingelassen werden konnte, ist auch ein Verdienst von Marius Scholten. Der geschäftsführende Vorstand des Raiffeisenmarktes fühlte sich der Historie verpflichtet und ging auf den Wunsch des Geschichts- und Heimatvereins ein.

Lange lagen die Metallstränge auf dem Gelände, versteckt in Bergen von Bauschutt. Jürgen Linnepe vom Geschichts- und Heimatverein hielt ein waches Auge auf die historischen Schienen. Metalldiebe sollten keine Chance haben.

Die Schienen wurden ziemlich genau in den Bereich eingelassen, in dem früher die Züge hielten. Das lässt sich auf dem historischen Foto, das die Erinnerungstafel schmückt, gut erkennen.

Dr. Arnhild Scholten, Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, dankte am Freitag allen, die an der Gestaltung der Anlage beteiligt waren. Der historische Schienenstrang rufe nochmals deutlich in Erinnerung, welche große Rolle die KAE, im Volksmund nur „Schnurre“ genannt, für die wirtschaftliche Entwicklung Lüdenscheids gespielt habe, sagte sie.

 

Wir brauchen Dich, um die Zukunft von TACH! zu sichern. Bitte mach mit! Unterstütze uns auf Steady

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here