In der warmen Jahreszeit lauern sie in Wäldern, Gräsern, niedrigen Büschen oder Sträuchern. Auch wenn der Stich der Zecken nicht so arg schmerzt, ist er dennoch gefährlich und kann beim Menschen Borreliose übertragen. Doch was ist überhaupt eine Borreliose? Kann sie uns schaden? Und wenn uns die Zecke erwischt hat, was können wir tun?

„Eine Borreliose“, klärt Dr. Dorothee Dill, Direktorin der Hautklinik an den Märkischen Kliniken, auf, „ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Stich von Zecken übertragen werden kann – nicht muss. Die Zecke braucht – im Stadium neugeboren bis erwachsen – jeweils eine Blutmahlzeit. Das ist auch der Grund, warum uns die Zecken stechen.“

Hautklinik-Direktorin Dr. Dill gibt wertvolle Tipps

Hat uns eine Zecke erst einmal erwischt, können Bakterien übertragen werden. Die Bakterien wiederum vermehren sich im menschlichen Körper und führen zu Entzündungen, die stadienartig verlaufen.

Wie sehen die äußeren Merkmale eines Zeckenbisses aus? „Am Anfang“, sagte Dr. Dill, „beobachten wir nur eine Rötung. Wir sprechen hier von der so genannten Wanderröte. Daran lässt sich auch das Frühstadium der stattgefundenen Infektion erkennen.“ Die Klinikdirektorin empfiehlt dann den Gang zum Haut- oder Hausarzt. „Es sollte dringend eine Blutuntersuchung durchgeführt werden um zu prüfen, ob eine Infektion stattgefunden hat oder nicht. Wenn das der Fall sein sollte, kann frühzeitig mit einer antibiotischen Behandlung begonnen werden, um die Infektion schnell zum Abklingen zu bringen.“

Wie hoch ist das Risiko, nach einem Zeckenbiss an Borreliose zu erkranken? „Etwa 5-10 Prozent“, schätzt Dr. Dill, „führen tatsächlich zu einer Infektion.“ Das könne aber regional sehr unterschiedlich sein.

Plagegeister nicht mit Desinfektionsmitteln ansprühen oder mit Öl behandeln

Im Sommer sind wir natürlich oft draußen unterwegs. Eine Zeckenzange sollten wir – im Fall der Fälle – immer bei uns tragen. Mit einer Zange oder auch einer Zeckenkarte lassen sich Zecken nämlich vollständig beseitigen. Dabei, rät die Hautexpertin, sollte der Zeckenkörper mit dem Kopf möglichst senkrecht aus der Haut gezogen werden. Fall es nicht gelingt und der Kopf stecken bleibt, sollte dieser von einem Arzt entfernt werden.

Dr. Dorothee Dill weist weiter daraufhin, „Zecken nicht zu irritieren. Zecken sollten weder mit Desinfektionsmitteln angesprüht noch mit Öl behandelt werden. Die Zecke sollte auch nicht gedreht oder gequetscht werden, weil sie dabei erbrechen und dann erst recht ihren Magen- und Speicheldrüseninhalt in unsere Haut bringen kann.“

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