Tänze voller Anmut. Foto: Wolfgang Teipel

Halver. Hora Aviv Pardess Hanna Karkur – das klingt wie eine Zauberformel. Es ist zweifellos eine, denn die gleichnamige Tanzformation aus Israel verbreitet bei ihren Auftritten eine Magie, der sich kaum ein Zuschauer entziehen kann. Bewegungen voller Dynamik und Anmut, dazu ein Strahlen im Gesicht – die jungen Leute von Hora Aviv Pardess Hanna Karkur verkörpern alles, was Tanz ausmacht. Zum Abschluss ihres diesjährigen Besuches in Halver verzauberte die israelische Tanzgruppe das Halveraner Publikum mit einer fantastischen Vorstellung in der Aula des Anne-Frank-Gymnasiums.

Neue Freundschaften und Eindrücke

Da lagen bereits zehn Tage voller neuer Freundschaften und Eindrücke hinter den jungen Israelis. Zum touristischen Programm des deutsch-israelischen Austauschs zählten wieder zahlreiche Besuche, darunter auch der obligatorische Abstecher ins ehemalige Konzentrationslager Bergen-Belsen. Hier gedachte die Gruppe bei einer Gedenkfeier am Mahnmal der vielen Juden, die während der Nazi-Herrschaft in Deutschland in diesem und anderen Konzentrationslagern ermordet worden sind.



Austausch im jährlichen Wechsel

Viel Spaß hatten die Gäste aus Israel beispielsweise beim Ausflug nach Waldbröl zum Baumwipfelpfad Panarbora. Das Leben in Deutschland lernten die Besucher beim Aufenthalt in ihren Gastfamilien kennen. Einige von ihnen haben schon in der Vergangenheit ihr Haus als Herberge zur Verfügung gestellt. Die Partnerschaft Halvers mit den jungen Leuten von der südöstlichen Mittelmeerküste geht nämlich bereits ins 27. Jahr. Im jährlichen Wechsel machen seit Beginn der 90er Jahre junge Halveraner Station in Pardess Hanna Karkur. Im Gegenzug kommen die jungen Israels im Folgejahr dann ins Volmetal.

Tänze in farbenprächtigen Kostümen. Foto: Wolfgang Teipel

Zu Abschluss ihres aufregenden Deutschlandtrips schlüpften die Landwirtschaftsschülerinnen und – schüler in ihre farbenprächtigen Kostüme. Dann erzählen auf der schlichten Bühne in der Schulaula in choreografisch ausgereiften Tänzen von der Geschichte des Volkes Israel, den jüdischen Traditionen und der Liebe zu ihrem Land.

Kulturelle Vielfalt aus Israel

Das Publikum erlebt dabei eine überraschende Vielfalt. Ungarische Klänge, jemenitische Musik, Melodien aus Persien, Spanien und Italien zeugen von der ungeheuren Vielfalt der Kultur in Israel. Sie hat sich über viele Jahre entwickelt. Die Wurzeln liegen im Jahr 1948. Damals zogen mit der Staatsgründung Israels Menschen jüdischen Glaubens aus allen Teilen der Welt in das kleine Land an der südöstlichen Mittelmeerküste.

Die jungen Leute präsentieren diese Vielfalt mit viel Temperament, großer Ausdruckskraft zu schwungvoller Musik. Kein Wunder, dass die Tänzer das Publikum an vielen Stellen des 90-minütigen aus der Reserve lockte und es zum Mitklatschen anregte.

Mit der Abschiedsvorstellung endete für Andrea Reich erneut eine turbulente Zeit. Die Halveranerin ist der Motor des Austauschs. Sie motiviert die Jugendlichen, die Gasteltern und kümmert sich mit Beate und Karl-Heinz Burghoff immer wieder um die Organisation.  „10. Tag: Check“ heißt es lakonisch auf der Internetseite zu deutsch-israelischen Jugendaustausch https://halverpardesshanna.wordpress.com

Dass hinter dieser nüchternen Feststellung mehr steckt, verschweigt Andrea Reich allerdings nicht. „Wenn ich daran denke, was in den vergangenen zehn Tagen so passiert ist, was für Freundschaften geschlossen worden sind, was dieser Austausch einfach in den Menschen, die direkt oder indirekt involviert sind, auslöst, und was sich in den 27 Jahren, in denen wir diesen Austausch nun schon machen, dann habe ich vor lauter Glücksgefühlen schon wieder Pipi in den Augen“, schreibt sie.

 

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