An diesen Stellen verunglücken Kinder in Hagen. Grafik: Polizei

Hagen. (ots) Am Mittwoch haben die stellvertretende Behördenleiterin Nicole Heiden und Polizeidirektor Hubert Luhmann (Direktionsleiter Verkehr) die Verkehrsunfallstatistik aus dem Jahr 2020 vorgestellt. Coronabedingt fand die Pressekonferenz in diesem Jahr als Telefonkonferenz statt.

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • In Hagen sind die Verkehrsunfallzahlen auf einem niedrigen Niveau.
  •  Die Zahl der Verletzten sank im Jahr 2020 auf 623 Personen.
  • Seit dem Jahr 2018 sinken die Zahlen bei Unfällen mit Kindern konstant.
  • Im Jahr 2020 wurden 50 Jungen und Mädchen bei Unfällen verletzt.

In Hagen wurden im Jahr 2020 insgesamt 8.571 Unfälle (2019: 8.082) aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Verletzten auf insgesamt 623 Personen (2019: 661), davon wurden 76 schwer und 547 leicht verletzt. Auch die Anzahl der getöteten Personen sank. Im Jahr 2020 starben zwei Menschen bei Verkehrsunfällen, im Jahr 2019 waren drei Personen nach Unfällen verstorben.

“Die Polizei Hagen hat ihren Schwerpunkt der Verkehrssicherheitsarbeit wiederholt auf die Reduzierung der Unfälle mit Fußgängerinnen und Fußgängern gelegt. Mit Erfolg – auch die Zahl der Unfälle dieser Art ist rückläufig und hat sich somit positiv entwickelt”, berichtete die stellvertretende Behördenleiterin Nicole Heiden.

Ablenkung durch Smartphones

2020 wurden 84 Unfälle mit Fußgängerinnen und Fußgängern verzeichnet, im Jahr 2019 waren es hingegen noch 99. Die Ursachen bei diesen Unfällen sind vielfältig. Sie reichen von der Missachtung von Rotlicht an Ampeln, Zwischenfällen beim Betreten der Fahrbahn auf sogenannten Zebrastreifen, bis hin zur Ablenkung durch Smartphones, während sich Personen durch den öffentlichen Verkehrsraum bewegen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bekämpfung von Unfällen mit Kindern. Diesem wichtigen Bereich widmet sich die Behörde genau wie in den Vorjahren akribisch. Seit 2018 sinken die Zahlen konstant (2018:72 Unfälle, 2019:59 Unfälle), im Jahr 2020 wurden 50 Jungen und Mädchen bei Unfällen verletzt, 17 von ihnen waren Mitfahrer im Auto, auf Zweirädern oder fuhren mit dem Bus.

Immer Schutzkleidung und Helm

“Wir möchte an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass Kinder in Fahrzeugen jederzeit gut gesichert werden müssen. Im Auto ist stets ein Sicherheitsgurt anzulegen und je nach Alter und Größe des Kindes ein Kindersitz zu nutzen. Bei Fahrten auf dem Motorrad ist zwingend darauf zu achten, dass Jungen und Mädchen einen Helm und entsprechende Schutzkleidung tragen. Nur so kann schweren Verletzungen vorgebeugt werden”, betonte Polizeidirektor Hubert Luhmann.

Fahrradunfälle auf niedrigem Niveau

Die Zahl der Fahrradunfälle in Hagen liegt weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Jahr 2020 sind 77 Unfälle gezählt worden und somit zwei weniger als im Jahr 2019. Von den 77 Unfällen mit dem Rad waren 23 Unfälle mit Beteiligung von Pedelecs, bei drei Unfällen waren Senioren betroffen. Zudem wurde lediglich ein Unfall mit einem E-Scooter gezählt, obwohl sich diese immer größerer Beliebtheit erfreuen.

“Insgesamt kann festgehalten werden, dass auf die Einwohnerzahl umgerechnet, die Gefahr bei einem Unfall in Hagen zu Schaden zu kommen, vergleichsweise gering ist. Die drei Hauptursachen von Unfällen mit Personenschaden sind Fehler beim Abbiegen/Wenden, die Nichteinhaltung des Abstands und das falsche Verhalten gegenüber Fußgängerinnen und Fußgängern”, ordnet Polizeidirektor Hubert Luhmann die Zahlen ein.

Zettel an der Scheibe reicht nicht

Der Hagener Polizei ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass eine Unfallflucht eine Straftat (§ 142 StGB) darstellt und mit Geldstrafe oder sogar mit Freiheitsstrafe bestraft wird. Sollte die Halterin oder der Halter des beschädigten Fahrzeugs nicht vor Ort sein, sollte der Verursacher die Polizei (bitte einfach die 110 wählen) rufen. Zu beachten sei, dass der berühmte Zettel an der Windschutzscheibe nicht ausreiche. Abgesehen davon, dass dieser unter anderem wegfliegen, übersehen oder durch Regen unleserlich werden könnte, sei hier bereits der Straftatbestand der Verkehrsunfallflucht erfüllt.

Der klare Rat der Polizei Hagen lautet deshalb: Besser eine angemessene Zeit an der Unfallstelle warten und die 110 wählen, als eine erhebliche Geldstrafe oder sogar Gefängnis zu riskieren. Unfallflucht ist unfair, kein Kavaliersdelikt und kann Sie teuer zu stehen kommen. (ra)

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