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Kolja Fach
Wuschelkopf mit Wortwitz: Kolja Fach ist der Gewinner der "Lüdenscheider Lüsterklemme 2020". Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Kolja Fach ist ein 22-jähriger Wuschelkopf mit Wortwitz. Der Mann stammt aus der Poetry-Slam-Szene. Am Donnerstag eröffnete er mit seiner über zweistündigen Show „Fachwörter“ die 41. Lüdenscheider Kleinkunsttage.

Weg von der kurzen Form des Poetry Slams zum abendfüllenden Schaffen: In der Garderobenhalle des Kulturhauses hatte Slammer Fach, der sich in vielen Dichterschlachten bewährt hat, keine Gegner und zudem das Publikum auf seiner Seite. Rund 100 Kleinkunstfreunde erlebten einen unterhaltsamen Abend. Kolja Fach nahm sein Publikum mit auf abstruse Streifzüge durch eine Wellness-Farm und ließ es an einer geradezu abwegigen Weinverkostung (sie endet in einer Prügelei und schließlich noch mit dem Rausschmiss aus Bar) teilnehmen.

Alles Lehrerleid der Welt

Alles Lehrerleid der Welt: Fach zitierte aus der Abschiedsmail seines Mitbewohners, der sich nach einem Elternabend gefrustet aus der Knochenmühle Grundschule mit einem letzten Rundschreiben von überkandidelten Vätern und Müttern verabschiedet.

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Zu großer Form lief der Slammer als Moderator einer Literatursendung, der akribisch das Kulturschaffen der Volksmusikstars Amigos interpretierte. Nach der Pause schob er eine Auslegung der hintergründigen des Rappers „Haftbefehl“ nach. Die Zeile „Was will die Bitch?“ lässt den Moderator dann ratlos zurück und er entlässt sein Publikum mit der Erkenntnis: „Wir wissen es nicht.“

Bei der Schlussnummer verstummt der wortgewaltige Slammer

Schlussnummer mit Pamela aus dem Publikum. Foto: Wolfgang Teipel

Das alles ist sehr unterhaltsam – auch die Schlussnummer, bei der Pamela aus dem Publikum in der Rolle einer Textschreiberin für betriebliche Weihnachtsfeiern den wortgewaltigen Slammer verstummen lässt. Der rote Faden in der Show fehlt allerdings.

Schön auch die Anmoderation des Abends durch Peter Biedebach, dem Technischen Leiter des Kulturhauses. Er vertrat seine erkrankte Chefin und animierte das Publikum zu einer gemeinsam Sprachnachricht an Rebecca Egeling. „Gute Besserung, Frau Egeling“ schallte es schließlich laut durch die Garderobenhalle. „Das wird sie freuen“, stellte Peter Biedebach fest.

Heute Abend präsentiert sich im Kampf um die Lüdenscheider Lüsterklemme, den mit 1500 Euro dotierten Kleinkunstpreis der Sparkasse Lüdenscheid, Nikita Miller mit seinem Programm „Auf dem Weg ein Mann zu werden“. Es folgen Jean-Philippe Kindler (22. Februar), Sandra Da Vina (27. Februar) und Liza Kos (28. Februar). Alle Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr im der Garderobenhalle des Kulturhauses.

Peter Biedebach, Technischer Leiter des Kulturhauses, mit Thomas Meermann, Vertreter des Sponsors Sparkasse Lüdenscheid. Foto: Wolfgang Teipel

 

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