Das Wunderkammer-Buch wurde von der Agentur David&Goliath gestaltet. Es enthält viele Überraschungen. Collage: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Eine Werkbank als Rednerpult? Das ist mal ein Statement für die Entwicklung der Städtischen Museen. Hier wird gearbeitet. Gerade steht die Wunderkammer der Zukunft im Mittelpunkt. Sie ist das Labor, aus dem Impulse für die Zukunft der Stadtgesellschaft ausgehen sollen. „Tragen Sie Ihre Ideen in die Stadtgesellschaft“, forderte Museumsleiter Dr. Eckhard Trox die Gäste auf, als vor einigen Tagen eine erste Zwischenbilanz der Wunderkammer vorgelegt wurde. Sie ist inzwischen in einem außergewöhnlichen Buch festgehalten. Es wurde von der Agentur David&Goliath gestaltet. Herausgeber sind die Städtischen Museen Lüdenscheid. Gefördert wurde es aus dem Fonds „Stadtgefährten“ der Kunststiftung des Bundes.

Neue gesellschaftliche Ethik

Mit weiteren Mitteln aus der Kunststiftung des Bundes ist die im September 2018 gestartete Wunderkammer jetzt in die nächste Runde gegangen. Als „Worldwide-Wunderkammer“ (www.wunderkammer-zukunft.de) strahlt sie im Internet ihre Impulse über Lüdenscheider Grenzen hinaus.



Museumsleiter Dr. Eckhard Trox sowie Tom Groll und Ulrike Tütemann vom Wunderkammer-Team bei der Buchvorstellung. Foto: Wolfgang Teipel

Der Futurologe Max Thinius, selbst bereits Gast in der Wunderkammer, schreibt dazu: „Die Kunst der Zukunft ist die Zukunft zu gestalten. Deshalb haben wir die Wunderkammer der Zukunft inszeniert. Als große Kunst der Zukunft weltweit. Und das nicht nur betrachtend, sondern auch mit vielen Überlegungen zu einer neuen gesellschaftlichen Ethik. Online an jedem Ort der Welt, und startend in Lüdenscheid, in den Museen der Stadt.

Die Zukunft ist vernetzt

In Lüdenscheid?! Klar. Warum denn nicht? Die Zukunft ist vernetzt. Es ist gleich, wo Gedanken entstehen. Ob in New York, Tokio, Kigali, Tel Aviv oder in Lüdenscheid. Jeder kann an der Zukunft teilhaben. Vielmehr: Jeder sollte an der Zukunft teilhaben können!

Das Wichtige ist: Was machen wir daraus? Wie lassen wir uns inspirieren? Und wie bringen wir unsere Gedanken in die Welt? Wie gestalten wir eine neue Ethik für alle? Denn die Zukunft kommt nicht! Sie wird gestaltet. Und zwar von uns.“

Was hat die Wunderkammer zurzeit zu bieten? Sie zeigt gerade die wundersamen Maschinen des Künstlerkollektivs RaumZeitPiraten. Sie verkörpern gleichzeitig das Wirken von Chaos, Zufall und Perfektion. Zudem läuft im Foyer des Museums ein Video, das die Wunderkammer-Veranstaltungen seit September 2018 dokumentiert. Dazu kommt die Wunderkammer selbst in der ersten Etage. Sie ist zugleich Kunstwerk und Labor und wurde vom polnischen Lichtkünstler Robert Sochacki neu gestaltet.

Digitale Schaufenster

Bald wird der Blick in die Wunderkammer der Zukunft auch über eine Videowand am Rathaus und ein digitales Schaufenster am Museum selbst möglich sein. Die Verlagerung in den virtuellen Raum bietet eben ungeahnte Möglichkeiten.

„Weitere Veranstaltungen und Künstler werden folgen“, kündigte Tom Groll vom Wunderkammer-Team an.

Auf der WWW-Agenda stehen in diesem Jahr fünf Szenarien, die den Alltag eines jeden bestimmen, die verändert werden können und sich so auf die Zukunft der Gesellschaft auswirken können.

Die Szenarien

  1. Entwicklung / Fortschritt / Neuerungen / Utopien / Digitalisierung
    2. Lebensformen / Wie wollen wir leben, wohnen, arbeiten? / Partnerschaft / Familie
    3. Miteinander / Gleichberechtigung / Teilhabe / Diskriminierung / Rassismus
    4. Klima / Umwelt / Natur / Ernährung / Ressourcen
    5. Freiheit / Sicherheit / Verantwortung / Gemeinschaft / Individualisierung

Das Projekt WWW WorldWideWunderkammer wird entwickelt im Rahmen von „dive in. Programm für digitale Interaktionen“ der Kulturstiftung des Bundes, gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) im Programm NEUSTART KULTUR.

 

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