Der Wirtschaftsbetrieb Hagen setzt auf E-Mobile. Zwei Drittel der Fahrzeugflotte sind E-Autos. Foto: WBH

Hagen.  Gemäß einer Studie des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur von 2017 in fast 100 deutschen Städten liegt die Stickoxydbelastung der Stadt Hagen im oberen Drittel. Schmutziger Spitzenreiter ist Stuttgart, als saubere Städte gelten unter anderem Halle (Westfalen) und Krefeld. Der Wirtschaftsbetrieb Hagen (WBH) hat sich die reinere Luft schon seit 2014 zur Aufgabe gemacht. Damit ist die Stadttochter Vorreiter in Hagen.

Plan: 100 Prozent in zwei bis drei Jahren

Doe Stadt informierte jetzt über ihr Konzept. Zwei Drittel der Fahrzeugflotte, das heißt 34 von 50 Autos, rollen inzwischen als E-Fahrzeuge durch Hagens Straßen. In nur zwei bis drei Jahren sollen es 100 Prozent werden. Und das macht Sinn. Die Mitarbeiter des WBH sind innerstädtisch unterwegs, haben oft nur kurze Strecken zurück zu legen. Kein Problem für das E-Mobil mit einer Reichweite von 80 bis 100 Kilometern. Allerdings motorschädigend für einen Diesel. E-Mobile der Autobauer Nissan, Mitsubishi, Citroën und Peugeot zieren inzwischen den Betriebshof. Für weitere Strecken stehen VW-Modelle mit einer Reichweite von 200 Kilometern zur Verfügung.

Vorstand will auch Nutzfahrzeuge umrüsten

WBH-Vorstand Hans-Joachim Bihs liebäugelt durchaus auch damit, die Nutzfahrzeugflotten sukzessive umzurüsten. Noch fehlt es allerdings an entsprechenden Angeboten auf dem Markt. Zwar gibt es bereits Nissan Transporter beim WBH, aber „Wir brauchen Fahrzeuge, die sich auch kippen lassen“, so Hans-Joachim Bihs, der vom E-Mobilitätskonzept restlos überzeugt ist.

Es fehlen Angebote auf dem Markt

Ebenso werden Modelle mit stärkerer Batterieleistung benötigt. Arbeitsfahrzeuge müssen mehr leisten und haben damit einen größeren Stromverbrauch. Kleineres Arbeitsgerät mit Batteriebetrieb wie Laubbläser, Freischneider und Heckenscheren sind bereits im Einsatz.

Energie aus der Solaranlage

Getankt wird auf eigenem Gelände. Auf dem Betriebshof an der Eilper Straße stehen mehrere Ladestationen für die Fahrzeuge bereit. Gespeist werden die „Zapfsäulen“ mit Energie aus der eigenen 44 KW Solaranlage auf den Dächern der Wirtschaftsgebäude. Mit wachsendem Fuhrpark wird die Solarzellenanlage vergrößert. So wird der WBH zunehmend energieautark. Die Einspeisung in der sonnenarmen Zeit durch die Mark E mit regenerativem Strom ist minimal.

Fünf neue Ladesäulen für jedermann

In Kürze wird es fünf neue Ladesäulen für jedermann geben, und zwar auf den Parkplätzen der Friedhöfe Vorhalle, Delstern, Halden, Haspe und Loxbaum sowie auf dem Parkplatz gegenüber des WBH (Eilper Straße 132-136). Jeder E-Mobil Eigentümer kann ganz unkompliziert und bargeldlos über eine Handy-App oder über eine Ladekarte sein Fahrzeug an diesen Standorten betanken. Und das mit gutem Gewissen.

Durch Land und Bund gefördert

Der Strom kommt von Mark E beziehungsweise ENERVIE als Grün-Strom aus Windkraft, Solarzellen und weiteren regenerativen Energiequellen. Die seit Ende Januar im Bau befindlichen Ladesäulen, sie werden wie die E-Fahrzeuge durch Land und Bund gefördert, sind ab April in Betrieb. Weitere durch Mark-E betriebene Ladestationen sind geplant.

“Das Teuerste am E-Auto ist der Radwechsel”

So hat die Umstellung auf des E-Mobilitätskonzept gleich mehrere Vorteile. 1. Die Luft in Hagen wird besser; 2. Wird sich zunehmende E-Mobilität positiv auch auf Verkehrslärmbelastung auswirken; 3. Die Einspeisung von Energie durch eigene Solarzellen ist umweltschonend und sauber; 4. Sind die Betriebskosten verschwinden gering, da Ölwechsel und teure Inspektionen entfallen.
„Das Teuerste am E-Auto ist der Reifenwechsel“ erklärt Hans-Joachim Bihs augenzwinkernd. Nur einige wenige Diesel Fahrzeuge wird es in den nächsten Jahren noch auf dem Betriebshof für ganz bestimmte Einsätze geben müssen.

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