Dr. Walter Wortberg (links) forderte bei der Kundgebung vor dem Kulturhaus eine Gesundheitsstudie für die Anwohner der Umleitungsstrecken. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Im Vorfeld der Ratssondersitzung zur Sperrung der A45-Talbrücke Rahmede und den Folgen wurde es laut. Rund 150 Frauen und Männer machten ihrem Unmut bei einem Protestzug durch die Stadt und bei einer Kundgebung vor dem Kulturhaus Luft. „Wir sind hier, wir sind laut, weil Ihr uns die Ruhe klaut“, rufen sie und „Behördentum ist unser Ende. Wir brauchen die Gesetzeswende!“ Oder: „Durchgangsverkehr muss aus der Stadt; Stau, Dreck und Lärm – wir haben’s satt!“

Bei der von der CDU beantragten Ratssondersitzung ging‘s am Freitag im Kulturhaus dann ruhiger zu. Auch wenn einige Zwischenrufe zu hören waren, wenn Antworten auf die schriftlich eingereichten Fragen aus Sicht des Publikums zu dürftig ausfielen.

„Wir werden uns zur Wehr setzen“

Bürgermeister Sebastian Wagemeyer drückte nach der offiziellen Eröffnung der Sondersitzung aufs Temp, allerdings nicht ohne darauf hinzuweisen, dass die Stadt die Tag für Tag durch Lüdenscheid rollende Verkehrslawine nicht hinnehmen werde. „Das ist keine Option“, betonte der Rathaus-Chef. „Wir werden uns dagegen zur Wehr setzten.“ Das werde allerdings nicht so weit gehen, dass die Stadt gegen das Bundesverkehrsministerium klagen werde. „Was soll das bringen? Wir setzen weiter auf konstruktive Gespräche“, antwortete Sebastian Wagemeyer auf eine der Fragen von Axel Turck.

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Bürgermeister Sebastian Wagemeyer und die Behördenvertreter arbeiteten einen Katalog von 134 Bürgerfragen ab. Foto: Wolfgang Teipel

134 Fragen schriftlich eingereicht

Turck allein hatte 15 der insgesamt 134 Fragen eingereicht, die in der Sitzung beantwortet wurden. Die Antworten fielen kurz und knapp und nicht immer zur Zufriedenheit der Fragesteller und des Publikums aus.

Die Auskünfte kamen von Dr. Stefan Krause (Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur), Dirk Stiepert und Nadja Hülsmann vertraten die Autobahn GmbH, Ludger Siebert und Steffen Scholz Straßen.NRW.

Unbürokratischer Lärmschutz

Was gab’s Neues? Immerhin die Nachricht, dass die gesetzliche Umsetzung der Lärmschutzmaßnahmen am Vormittag – wie erwartet – vom Bundesrat beschlossen worden war. Betroffene an den Umleitungsstrecken sollen schon bald unbürokratisch im Büro des Brückenbeauftragten Anträge stellen können. Zudem sollen alle Fragen und Antworten zur Brückensperrung auf einer Internetseite dokumentiert werden.

Wenige Tage vor der Sitzung war bereits bekannt geworden, dass die Sprengung der Talbrücke Rahmede im Dezember dieses Jahres erfolgen soll. Außerdem hatte die Autobahn GmbH bekanntgegeben, dass die Ausschreibung für den Brückenbau im August erfolgen soll und dass ein Antrag für die Beschleunigung der Baugenehmigung gestellt worden ist.

Im Kulturhaus ging’s ruhiger zu als beim Protest vor der Ratssondersitzung. Foto: Wolfgang Teipel

Bürgerinitiative beim Bürgermeister

Weiter hatten sich einen Tag vor der Sondersitzung drei Mitglieder der Bürgerinitiative A45 Lüdenscheid im Rathaus zu einem Gespräch mit Bürgermeister Sebastian Wagemeyer getroffen. Das Ergebnis des etwa 45-minütigen Austauschs: Beide Seiten wollen sich künftig regelmäßig treffen und gemeinsam daran arbeiten, die seit Beginn der A45-Vollsperrung schwierige Verkehrssituation zu verbessern.

Konzept für Gesundheitsstudie

Vertreten wurde die Bürgerinitiative dabei von Sprecher Heiko Schürfeld, René Jarackas (Beirat) und Dr. Walter Wortberg. Dr. Walter Wortberg, Hausarzt sowie Tropen- und Umweltmediziner, macht sich für eine Gesundheitsstudie bei den Anwohnern der Umleitungsstrecken stark. Er hält sie für  „medizinisch, juristisch und moralisch“ geboten. Während der Sondersitzung stellte er sein Konzept für diese Studie vor.

 

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