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Sandra Da Vina hat mit dem Erwachsenwerden so ihre Schwierigkeiten. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Sandra Da Vina möchte einzigartig sein. Überleben im Guinness Buch der Rekorde. „Ich bin der einzige Mensch, der Mousse au Chocolat im SodaStream gemacht hat“, bekannte die Kabarettistin am vierten Abend der Lüdenscheider Kleinkunsttage. Der Nachruhm als Kabarettistin wäre ihr sicher lieber.

Die bekennende Essenerin spürt in ihrem Programm „Da Vina takes it all“ den Absurditäten des Alltags nach und beschäftigt sich mit dem Erwachsenwerden.

„Ich bin nicht alt, ich bin nur älter geworden“, sagt die 30-jährige Germanistin. Egal welches Alter – und die Zuschauer sind durchschnittlich deutlich älter – jeder fühlt sich angesprochen. „Beim ersten ‚Herr der Ringe’-Film war ich in Frodo verliebt, beim zweiten in Legolas und beim dritten in Aragon.“ Kürzlich hat sich da Vina die Trilogie noch einmal angeschaut: „Wie süß ist eigentlich Gandalf?“ schwärmt sie heute. So verändert sich die Welt und man selbst auch. Da kann das Publikum so richtig mitfühlen.



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Lieber Helikoptermutter als S-Bahn-Mutter

Seit Herbst 2019 ist Sandra Da Vina Mutter. Auch das fordert sie mächtig. Klar ist aber: „Ich bin lieber eine Helikoptermutter als eine S-Bahn Mutter, die Alkohol, Döner und Zigarettenrauch liebt und merkwürdige Typen mit sich herumschleppt.“

Schon heute stellt sie sich den Fragen, die der Nachwuchs ihr vermutlich einmal stellen wird und ist verzweifelt. „Ich weiß doch auch nicht. wie ein Flugzeug oder ein Hund funktionieren.“

Das alles kommt locker rüber. Sandra Da Vina kichert oft über ihren Pointen. Manchmal wechselt die Frau, die ihre ersten Meriten als Poetry-Slammerin eingesammelt hat, aber auch in einigen ruhigen Modus. Kuchenbacken mit dem Vater, das wird für die junge Frau ein Nachmittag voller Geborgenheit und Kindheitserinnerungen.

Oftmals ist nicht klar, ob ihr Text brillant ist oder die Authentizität der Kabarettisten das Publikum unterhält. Vermutlich ist es die Mischung und die zieht das Publikum mit.

Sandra Da Vina bewegt sich zwischen pointierter Prosa, rasanter Lyrik und zärtlichem Rap. Nachdem sie das Erwachsenwerden von vielen Seiten beleuchtet hat, kommt sie in der Zugabe zu dem Schluss: „Ich möchte keine gute Erwachsene sein, sondern einfach nur ein guter Mensch.“

Zum Abschluss der Lüdenscheider Kleinkunsttage tritt heute Abend Liza Kos auf. Die Vorstellung ist ausverkauft. Die Gewinnerin oder der Gewinner der „Lüdenscheider Lüsterklemme“, dem mit 1500 Euro dotierten Kleinkunstpreis der Sparkasse Lüdenscheid, wird Anfang kommender Woche bekanntgegeben.

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