Die Schauspielerin Christine Kättner und Jürgen Albrecht (Schauspieler und Theaterpädagoge) leiten die Workshops. Fotos: Parolen Paroli

Werdohl/Plettenberg. „Die Ausländer halten sich nicht an die Corona-Regeln.“ „Den Klimawandel gibt es doch gar nicht.“ Auf solche Stammtisch-Parolen reagieren viele Menschen hilflos, manchmal auch wütend oder sie ziehen sich zurück und sagen lieber nichts. Dass es besser ist, mit den richtigen Fragen zu kontern, statt zu resignieren, das zeigen Christine Kättner und Jürgen Albrecht aus Köln in zwei Workshops, zu denen die Integrationsagentur der Diakonie einlädt.

Die Workshops finden am 20. April in Plettenberg und am 10. Mai in Werdohl statt. Weitere Auskünfte erhalten Interessenten unter Tel.: 02392 721849 oder über die E-Mail: integrationsagentur@diakonie-luedenscheid-plettenberg.de

Die Veranstaltungen finden je nach Corona-Lage als Präsenz-Workshop oder als Online-Seminar statt.

Jürgen Albrecht und Christine Kättner firmieren unter „Parolen Paroli“. Sie sind beide Schauspieler, Sprecher und zertifizierte Theaterpädagogen. Sie erklären  Gesprächstechniken und testen in Simulationen, wie man der  Plattitüden-Ohnmacht entgegenwirken kann.

Jürgen Albrecht räumt ein, dass es im täglichen Leben nicht immer so einfach ist, sofort den Mund aufzumachen, wenn es angebracht wäre, das Gespräch aufzunehmen und sich für den Frieden und gewaltfreien Meinungsaustausch einzusetzen. „Manchmal fehlt uns der Mut, uns einzumischen, um beispielsweise auch Betroffene zu schützen. Manchmal haben wir wenig Erfahrung damit oder wissen nicht, was man jetzt am besten sagen könnte, wenn es wieder einmal heißt, „Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg“, oder wenn noch schlimmere Dinge behauptet werden“, erläutert er.

Der Workshop „Parolen Paroli“ setzt genau dort an und bringt den Teilnehmer*innen Kommunikationsstrategien nahe, die sie künftig bewusst anwenden können, um gegen verletzende Sprüche Stellung zu beziehen. Und um für sich zufriedener aus zunächst vermeintlich schwierigen Unterhaltungen herauszugehen. Für Christine Kättner sieht die beste Strategie wie folgt aus: „Die Königsdisziplin ist es, auf eine Parole eine konkrete Nachfrage zu stellen und im Gespräch immer ruhig und respektvoll zu bleiben.“

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