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Die westfälische Bläserphilharmonie Westfalen Winds ist ein junges, vielfach ausgezeichnetes Konzertorchester der Höchststufe aus dem Sauerland. Foto: Hajo Drees

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Liebe, Intrige, Eifersucht, Mord – in der Welt des Musiktheaters garantieren diese Begriffe fesselnde Geschichten. Erzählt durch eine Musik, die geradezu überläuft vor Kraft und Emotion, wird aus so einer Geschichte ein einschneidendes Erlebnis für jeden Operngänger. „Otello“ ist ein solches Erlebnis, das am Sonntag, 3. November, um 16.00 Uhr durch die westfälische Bläserphilharmonie Westfalen Winds im Kulturhaus Lüdenscheid mit spätromantischer Dramatik entfacht wird.

40 Minuten konzentriertes Eifersuchtsdrama

Verdi gab seinen späten Werken gerne viel Zeit – sieben Jahre dauerte es, bis „Otello“ die Mailänder Scala zum ersten Mal für weit über zwei Stunden vereinnahmte. Johannes Stert, Dirigent von Westfalen Winds, hat die Essenz des Eifersuchtsdramas um das Liebespaar Otello und Desdemona herauskristallisiert und in vierzig Minuten reine Bläserklänge übersetzt. Und sämtlichen Gesang gestrichen.

Was sich erst einmal erschreckend anhört, funktioniert – und zwar ausgezeichnet. Die erzählerische Kraft der Motive, mit denen Verdi die Handlung in Musik setzt, zeichnet das Geschehen auf der Bühne nach. Jeder intime Liebesschwur, jeder Anflug von Misstrauen, jeder Wutausbruch und schließlich Reue, Trauer, Leere. Alle diese Emotionen werden in Sterts genialer Instrumentation für den Zuhörer erlebbar. Dabei gelingt es ihm, die große Bläserbesetzung in ihrer ganzen klanglichen Breite aufzuschließen und jedes Instrument singen zu lassen.

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Einstieg mit Schostakowitschs “Festive Ouverture”

Einen fulminanten Einstieg bildet die „Festive Overture“ aus der Feder von Dmitri Schostakowitsch. Grandios, verspielt, feierlich, lebhaft – und alles in strahlendem Bläsersound.

Desiré Dondeyne hat sich als Komponist ganz besonders dem Blasorchester verschrieben. Ausgangspunkt seiner „Nuances“ aus dem Jahr 1978 ist ein Fugenthema, das in eine Welt aus flüssigem Holz und weichem Blech entführt und den Zuhörer auf höchst französische Art und Weise verzaubert.

Eintrittskarten können über das Kulturhaus Lüdenscheid für 17 EUR (10 EUR für Schüler und Studenten) bezogen werden. Kinder bis einschließlich 12 Jahren erhalten freien Eintritt.

Weitere Vorverkaufsstellen und Informationen auf www.westfalen-winds.de und www.facebook.com/westfalenwinds

Unverwechselbarer Klang auf Höchstniveau

Die westfälische Bläserphilharmonie Westfalen Winds ist ein junges, vielfach ausgezeichnetes Konzertorchester der Höchststufe aus dem Sauerland. Es setzt sich aus ca. 70 professionellen und semi-professionellen Musikern der nordrhein-westfälischen Orchesterlandschaft zusammen, um ein einzigartiges Orchesterkonzept und einen unverwechselbaren Klang auf Höchstniveau zu formen.

Erfolgreiche Uraufführungen fanden in Kooperation mit gefeierten Komponisten wie z. B. Manfred Honetschläger, Prof. Frank Zabel oder Thiemo Kraas, statt. Eine Vielzahl an international bedeutenden Solisten und Dirigenten konnten bereits als Gäste bei Westfalen Winds begrüßt werden.

Seit 2019 liegt die künstlerische Leitung von Westfalen Winds bei Johannes Stert. Foto: Johannes Stert

Seit 2019 liegt die künstlerische Leitung von Westfalen Winds bei Johannes Stert. Stert folgte von 2008 bis 2013 zahlreichen Einladungen an große Opernhäuser weltweit, u. a. ans Teatro Nacional de Sao Carlos Lissabon, der Royal Danish Opera in Copenhagen, der Korean National Opera Seoul, dem Staatstheater Oldenburg oder der Oper in Magdeburg.

Als erster Kapellmeister der Kölner Oper erwarb sich Johannes Stert von 1995 bis 2005 ein umfassendes Repertoire. Durch Sinfoniekonzerte mit dem Gürzenich-Orchester Köln und dem WDR Funkhausorchester, zahlreichen Premieren des klassischen Opernrepertoires und seinen Interpretationen sämtlicher Mozart-Opern erlangte Stert großes internationales Renommee.

Als Dirigent von Westfalen Winds folgte Johannes Stert 2019 auf den Trompeter des Philharmonischen Orchesters Essen und dem Sinfonieorchester der Stadt Wuppertal a. D., Ulrich Schmidt. Initiator und Gründungsdirigent war von 1996 bis 2006 der ehemalige Musikschulleiter Lüdenscheids Franz Schulte-Huermann.

 

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