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Das für 1. November geplante Herbstkonzert der Bläserphilharmonie "Westfalen Wings" im Lüdenscheider Kulturhaus wird verschoben. Foto: Westfalen Wings

Lüdenscheid. Das geplante Konzert der westfälischen Bläserphilharmonie „Westfalen Winds“ am 1. November im Kulturhaus Lüdenscheid wird aufgrund der wieder stark wachsenden Infektionszahlen abgesagt.

Die Corona-Krise hat das Leben nach wie vor im Würgegriff – vor allem die Kultur. Die Orchester tun ihr Bestes, in reduzierter Besetzung vor kaum gefüllten Sälen bleibende, musikalische Erinnerungen zu schaffen. Mancherorts hatte das Publikum schon wieder mehr Auswahl als vor einigen Monaten. Ein wirkliches Ende der kulturellen Durststrecke ist allerdings nicht in Sicht.

Künstlerexistenzen bedroht

Professionelle Musikerinnen und Musiker bangen nach wie vor um ihre Existenz. Und so wie diesen der Lebensunterhalt ausbleibt, kommt das gesellschaftliche Fundament, die breite Basis der Laienkultur, ins Wanken. Ensembles wie die westfälische Bläserphilharmonie „Westfalen Winds“ setzen sich vor allem aus diesen beiden während der Corona-Krise chronisch im Stich gelassenen Gruppen von Künstlern zusammen und erleben seit Anfang des Jahres eine beispiellose künstlerische Flaute und nie dagewesene Existenzbedrohung.

Großes hatten die Musiker von „Westfalen Winds“ für 2020 vor. Unter der Leitung des gefeierten Operndirigenten Johannes Stert sollte zunächst im Frühjahr und nun im Herbst mit einem neuen Format in die Kunstwelt Wagners und des Films eingetaucht werden. Großes, romantisches Musikdrama gepaart mit moderner Filmmusik sollte in die Klangsphäre des sinfonischen Blasorchesters übertragen werden.

„Westfalen Winds“ reagierte im Frühjahr zu Beginn der Pandemie schnell und entschieden und sagte vorsorglich alle Konzertprojekte ab. Ein Lichtschimmer sollte jetzt das Konzert am 1. November im Lüdenscheider Kulturhaus darstellen.

Kultur ist systemrelevant

In verschiedenen Kleinbesetzungen sollte ein variiertes und infektionsschutzkonformes Musikerlebnis stattfinden. Aufgrund der wieder ansteigenden Infektionszahlen musste aber auch jetzt konstatiert werden, dass dieses Vorhaben unter Rücksichtnahme auf die Gesundheit und ohne konkrete Unterstützung durch Land und Bund nicht durchführbar ist.

Das Dasein als Kulturschaffende/r ist in dieser Zeit ohne eine gesunde Portion Optimismus und vor allem ohne Unterstützung der öffentlichen Hand kaum zu meistern. Kultur ist systemrelevant. Und umso wichtiger, je länger sich die Gesellschaft im Würgegriff der Corona-Krise befindet, soll sie doch gerade in diesen schwierigen Zeiten für gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen.

In dieser Hoffnung gilt auch für das geplante Novemberkonzert der „Westfalen Winds“ im Kulturhaus die Devise: „aufgeschoben, nicht aufgehoben!“. Es soll 2021 nachgeholt werden. Hoffentlich dann mit gezielter und nachhaltiger Unterstützung der Politik oder besser noch: mit überstandener Krise.

Text: Robin Gerke

 

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