Die Firmengruppe Westfälische Stahlgesellschaft hat sich Klimaneutralität auf die Fahne geschrieben. Grafik: WS

Plettenberg. Die Firmengruppe Westfälische Stahlgesellschaft (WS) will in den Branchen der Blankstahlherstellung und des Stahlhandels eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz einnehmen. Rückwirkend zum 1. Januar diesen Jahres hat sich das Unternehmen klimaneutral gestellt. „Aus Überzeugung und aus Verantwortung für die Gesellschaft“, erklärt die Geschäftsleitung in Pressemitteilung und Schreiben an die Geschäftspartner den grünen Kurs des Unternehmens.

Die Geschäftsführer Friedrich Wilhelm Krummenerl sen., Friedrich Wilhelm Krummenerl jun., Dr. Markus Krummenerl und Thomas Schaumann betonen, dass für sie nachhaltiges, verantwortliches Handeln ein fester Bestandteil ihrer Unternehmenskultur sei. „Der Klimawandel ist eine der Existenzfragen unserer Zeit. Daher ist Klimaschutz nicht nur eine Zukunftsaufgabe, sondern erfordert konsequentes Handeln im Hier und Jetzt“, schreiben sie an ihre Kunden. Aus diesem eigenen Anspruch heraus hätten sie die Umstellung auf Klimaneutralität in Angriff genommen, ohne die dadurch entstehenden Mehrkosten auf ihre Produkte aufzuschlagen. „Mit unserer CO2-Neutralstellung haben wir gezeigt, dass der Weg zum klimaneutralen Wirtschaften möglich ist.“

Die WS-Geschäftsführer (von links) Markus Krummenerl, Thomas Schaumann und Friedrich Wilhelm Krummenerl sehen Klimaschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an. Foto: Heiko Höfner/Komplett-Magazin

Akribische Bestandsaufnahme

Ausgangspunkt für sämtliche Klimaschutzmaßnahmen bei der Westfälischen Stahlgesellschaft ist die CO2-Bilanz, d.h. die nach Greenhouse Gas Protocol standardisierte Ermittlung der CO2-Emissionen des Unternehmens. Die zusammen mit ClimatePartner, einem Lösungsanbieter im Klimaschutz für Unternehmen, erfassten Emissionsquellen reichen dabei unter anderem von Heizung, Kraftstoffen und Strom über Geschäftsreisen und Mitarbeiteranfahrten bis hin zu Büromaterial und Entsorgung. Wo es möglich ist, werden diese Emissionen vermieden bzw. reduziert.

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Das Hauptaugenmerk liegt allerdings auf der fortwährenden Optimierung des Umgangs mit Ressourcen im Sinne von Reduktions- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Neben Möglichkeiten der Elektrifizierung umfasst dies auch Überlegungen zum Einsatz von Biogas oder Wasserstoff. Der Erfolg der Maßnahmen wird kontinuierlich mittels einer regelmäßig aktualisierten CO2-Bilanz ermittelt.

Umstellung auf Grünstrom

Im ersten Schritt wurde mit Wirkung zum 1.1.2021 auf den Bezug von Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen (Grünstrom) mit entsprechenden Herkunftsnachweisen umgestellt. „Parallel treiben wir die eigene Erzeugung von regenerativem Strom mittels Photovoltaikanlagen auf unseren Hallendächern voran“, berichtet Markus Krummenerl. So wird auf dem noch im Bau befindlichen neuen Logistikzentrum im Osterloh Photovoltaik montiert. Und auch die Gebäude des Ziehwerks Plettenberg an der Herscheider Straße werden auf Möglichkeiten der Photovoltaikmontage geprüft. „Das ist eine Frage der Statik“, erklärt Thomas Schaumann. „Überall, wo es geht, wollen wir selbst Strom produzieren.“

Die Westfälische Stahlgesellschaft baut ein neues Logistikzentrum im Gewerbegebiet Osterloh-West. Photovoltaikanlagen tragen dort zur Klimaneutralität des Unternehmens bei. Foto: WS

Erwerb von CO2-Zertifikaten

Nicht alle CO2-Emissionen können kurzfristig vermieden werden. Die Wärmebehandlungsöfen im Ziehwerk Plettenberg zum Beispiel werden mit Erdgas betrieben. „Das ist perspektivisch auch nicht abzustellen“, sagt Markus Krummenerl. Für den Ausgleich dieses CO2-Ausstoßes hat die Westfälische Stahlgesellschaft CO2-Zertifikate erworben. Damit werden anerkannte und nach internationalen Maßstäben zertifizierte Klimaschutzprojekte unterstützt. Im konkreten Fall ist dies die Förderung sauberer Windenergie in Chile. „Wir würden gerne Projekte in unserer Region unterstützen, aber es gibt schlichtweg keine“, bedauert Markus Krummenerl. Dabei könnten sich die WS-Geschäftsführer gut vorstellen, die Aufforstung der heimischen Wälder finanziell zu unterstützen.

WS-Logistikzentrum Osterloh

  • Die Westfälische Stahlgesellschaft baut im Gewerbegebiet Osterloh-West. Auf etwa 6000 qm Fläche entstehen ein Logistikzentrum mit Hochregallager und Büros für den Stahlhandel. Insgesamt hat die WS eine Fläche von 12.000 qm erworben, sodass noch Platz für Erweiterungen ist.
  • Neben Photovoltaik auf den Dachflächen werden auch zunächst acht E-Ladestellen installiert.
  • Durch den Neubau gewinnt das Unternehmen Platz für die Produktion im Ziehwerk Plettenberg.
  • Außerdem wird die Herscheider Straße in Plettenberg entlastet, weil die LKW zum Abholen des Materials nur noch von der A45 bis Osterloh fahren müssen.

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