Werkstattvorsitzender Hartmut Engelkemeier gab einführende Erklärungen zu den beiden Künstlern und ihren Werken. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Mit einer Ausstellung im Stipendiatenhaus an der Kirchstraße verabschiedeten sich Elise Schaller und Marcel Happich am Mittwoch (31. Oktober) aus Plettenberg. Ein halbes Jahr seit Mai genossen die beiden Künstler das Stipendium des Kunstfördervereins Werkstatt.

Das Stipendium teilten sich Marcel Happich (Leipzig) und Elise Schaller (Dresden), eine gute Lösung, da das Gremium der Werkstatt bei seiner Entscheidung haargenau unentschieden abstimmte.

Die Kunst liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Die ausgestellten Werke lieferten reichlich Stoff zur Interpretation und Diskussion innerhalb der Gästeschar.

Bildkompositionen und Portraits

Marcel Happich (mit Mütze) im Gespräch mit Besuchern der Abschlussausstellung im Stipendiatenhaus der Werkstatt Foto: Bernhard Schlütter

Während die Besucher etwa bei der vierteiligen Bildkomposition „Entrückte Serie“ von Happich rätselten, was wohl die Buchstabenfolge „FRSL“ auf jedem Bild zu bedeuten habe und sich in diversen Interpretationsmöglichkeiten ergingen, antwortete Happich leicht schmunzelnd ganz lapidar: „Ach, mir fiel da nichts Besonderes ein und dann habe ich die Buchstaben eingefügt.“ Happichs Arbeiten sind auffällig. In ihnen verarbeitet er gesellschaftliche Wahrnehmung, urbane Szenarien, eigene Erfahrungen. Während seiner Plettenberger Zeit hat er sich Portraitarbeiten zugewandt, so z.B. die Portraitreihe „Sport-Lehr.Körper mit Selbstportrait (Pubertät)“, in der Verletzungen verabeitet werden und eine gewisse Härte der Darstellung augenfällig ist.

Suche nach Ordnung

Elise Schaller (rechts) zeigte eine Installation von Druckgrafiken. Foto: Bernhard Schlütter

Elise Schaller zeigte in der Abschlussausstellung ihre Entwicklung von Druckgrafiken. Schaller sucht in ihrer Kunst nach Ordnung. Sie will Ordnungssysteme entwickeln, um Halt und Orientierung zu geben, um Wissen, Erinnerungen und das Gedächtnis im Allgemeinen zu schützen. „Durch persönliche und globale Krisen verlieren die Menschen den Halt.“ Für den Abschluss ist eine Druckserie aus Holzplatten entstanden, wobei Schaller immer noch dabei ist, das Thema weiter zu entwickeln auf der Suche nach der perfekten Form.

Aus organisatorischen Grünen konnte die Ausstellung im Stipendiatenhaus nur einmalig am Mittwochabend gezeigt werden.

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