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Die am Projekt beteiligten Mädchen und Jungen sangen im Rathausfoyer das Handwerker-Lied. Foto: Wolfgang Teipel

Schalksmühle. Wie kann man schon kleine Kinder an das Themenfeld „Architektur, Bauen und Wohnen“ heranführen? Dieser Frage ging die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in einem Architekturprojekt aus ihrer Reihe „Kammer in der Kita“ an der DRK Kindertagesstätte Schalksmühle nach. „Das Bauprojekt“ lautete der Titel des pädagogischen Konzepts, unter dem sich 19 Kita-Kinder in den vergangenen neun Monaten in verschiedenen Modulen mit den Themen Wohnen, Raum und Stadt beschäftigt hatten. „Die Kinder von heute sind die Bauherren und Entscheider von morgen“, erklärte Ernst Uhing, der Präsident der Architektenkammer NRW, den Hintergrund des Projektes. „Wir möchten ihnen frühzeitig ein Verständnis für ihre gebaute Umwelt vermitteln.“ Die Ergebnisse des Projekts präsentierte die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen am 31. Oktober in einer Feierstunde im Rathaus Schalksmühle. Die Ausstellung ist dort bis zum 28. November zu sehen.

Eröffneten die Ausstellung im Rathaus Schalksmühle (v. l.): Jörg Schönenberg (Bürgermeister Schalksmühle), Ina Sinterhauf (Projektleiterin), Kim vom Hofe (Erzieherin), Gabriele Richter (Vorstand Architektenkammer NRW), Ernst Uhing (Präsident Architektenkammer NRW), Cathrin Brückmann (AKNW-Arbeitskreis „Architektur macht Schule“), Ulrike Schulte (Erzieherin) und Marion Wehner (Leiterin DRK-Kita Schalksmühle) – Foto: Christof Rose/Architektenkammer NRW

Den Ausgangspunkt für die Begegnung der Mädchen und Jungen mit der Architektur bildete „Das Bauprojekt“, ein an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Coburg entwickeltes pädagogisches Konzept, das in Schalksmühle von der Initiatorin Ina Sinterhauf umgesetzt wurde. Unter Anleitung der Wissenschaftlerin befassten sich die Erzieherinnen der DRK Kindertagesstätte ein Dreivierteljahr lang intensiv mit Aspekten des Wohnens, des Raums und der Stadt.

Gestaltungsmöglichkeiten erproben

„Das Projekt orientiert sich inhaltlich an den Vorerfahrungen und Fragen der Kinder: Haus, Wohnen, Raum, Geschichte, Kunst, Planen und Entwerfen, Bauen, Stadt“, erläuterte Ina Sinterhauf. „Wir wollen die bewusste Wahrnehmung der gebauten Umwelt und ihrer Wirkung auf die eigene Person durch die Kinder fördern.“ Darauf aufbauend werden die Kinder angeregt, kreative Gestaltungsmöglichkeiten für ihre Umwelt zu entwickeln und zu erproben – als Grundlage für eine aktive Teilhabe an gestalterischen und gesellschaftlichen Prozessen.



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Spielerisches Arbeiten

Präsentierten ihre Projekte (v. l.): Kim vom Hofe (Erzieherin DRK-Kita), Sophie, Maximilian, Leyla und Emily sowie Kornelia Haugk (Erzieherin). Foto: Christof Rose/Architektenkammer NRW

Spielerisch wurde in drei Gruppen mit den Kita-Kindern der mittleren Altersstufe, d. h. mit Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren, zum Thema gearbeitet. Neben kreativen Einheiten standen Ausflüge ins Kita-Umfeld auf dem Programm, beispielsweise in die benachbarte Primus-Schule. Einblicke in das Wohnen in der Vergangenheit gab eine Besichtigung des historischen Bauernhauses Wippekühl; und wie es sich mit dem modernen Wohnen und Bauen verhält, zeigte der Besuch des Architekturbüros Brückmann in Halver.

Förderung personaler und sozialer Kompetenzen

„Das gesamte Bauprojekt war für alle Kinder eine neue Erfahrung“, schilderte Marion Wehner, Leiterin der DRK-Kita Schalksmühle, ihre Eindrücke. Die Jungen und Mädchen hätten entdeckt, was das Wort „Architektur“ für eine vielseitige Bedeutung hat. „Oftmals war es eine Herausforderung, förderte aber gleichzeitig die Entwicklung von personalen und sozialen Kompetenzen. Jeder Projekttag war ein besonderes Ereignis für unsere Kinder.“

Das Kita-Architekturprojekt ging von der Lebenswelt der Jungen und Mädchen aus – den Wohnräumen zuhause. Foto: Christof Rose/Architektenkammer NRW

Eindrucksvolle Architekturmodelle

Die Kinder übertrugen das Erlebte und Gesehene in ihr eigenes Architekturverständnis und erarbeiteten auf dieser Basis Architekturmodelle. Die Präsentation im Rathaus von Schalksmühle belegte dies auf eindrucksvolle Weise. „Die Ausstellung zeigt auch, dass schon sehr junge Kinder sich lebhaft mit ihrer gebauten Umwelt auseinandersetzen und sich für Architekturfragen begeistern können“, resümierte Kammerpräsident Ernst Uhing.

Auch Schalksmühles Jörg Schönenberg zeigte sich beeindruckt von den Arbeitsergebnissen: „Wir trauen unseren Kindern oftmals zu wenig zu. Sie können ganz viel – das ist hier deutlich zu sehen.“ Der Rathaus-Chef war begeistert. Das blieb nocht ohne Folgen. “Wenn ihr mal wieder in der Gegend seid, kommt vorbei. Dann spendiert euch der Bürgermeister ein dickes Eis”, verspach er.

Aktionsprogramm läuft seit 25 Jahren

Info: Die Architektenkammer NRW entfaltet im Rahmen ihres Aktionsprogramms „Architektur macht Schule“ seit bereits mehr als 25 Jahren vielfältige Aktivitäten, um Kindern und Jugendlichen möglichst früh in ihrer Entwicklung ein Gespür für ihre gebaute Umwelt zu vermitteln. Die lebhafte Nachfrage auch von Grundschulen motivierte die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen dazu, ihr Aktionsprogramm auch auf Kindergärten und Kindertagesstätten auszuweiten. Weitere Informationen zur Architekturvermittlung an junge Menschen im Internet unter www.architektur-macht-schule.de

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