Die getapte Museumsfassade anlässlich der Ausstellung "Home - there ist no place like Lüdenscheid. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. „Wer da ist, gehört zur Heimat“, schreibt Matthias Löb, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes, in seinem Grußwort zum neusten Buch des Heimatbundes. Der Titel lautet: „Heimat für alle – Engagement für Integration“.

In dem umfangreichen Band mit insgesamt 124 Seiten schildert Dr. Arnhild Scholten, Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins Lüdenscheid (GHV), wie der GHV seit Jahren dazu beiträgt die kulturelle Vielfalt vor Ort zu unterstützen. Der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid e. V. (GHV) sowie seine Vorsitzende setzen sich bereits seit vielen Jahren mit dem Thema „Heimat“ auseinander und wie (kulturelle) Vielfalt vor Ort unterstützt werden kann. Dr. Arnhild Scholten stellt vier Beispiele vor.



Dazu zählt die Ausstellung (mit Katalog) „Freunde“. Start war eine Ausstellung im Juni 2012 mit dem Titel „Wir hier“ bei der sich zahlreiche Vereine und Vereinigungen (von Zugewanderten, Vertriebenen bis zu den Kulturvereinen der in Lüdenscheid ansässigen Migrantinnen und Migranten) die Gelegenheit erhielten, sich im Museum einem breiten Publikum vorzustellen.

Die Ausstellung “Freunde” war auch im Düsseldorfer Landtag zu sehen. Foto: Wolfgang Teipel

Aus dieser Ausstellung mit einem mehrwöchigen Rahmenprogramm ging später der Verein „Wir hier“ hervor, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Zusammenleben von zugewanderten Menschen und Einheimischen darzustellen und für gegenseitiges Verstehen der unterschiedlichen Kulturen zu werben.

2015 entstand in Zusammenarbeit mit dem Lüdenscheider Fotografen Guido Raith ein Bildband mit Schwarz-Weiß-Fotos von befreundeten Paaren, jeweils einem mit und einem ohne Migrationshintergrund.

Projekt Stadtführungen

Ein weiteres Projekt waren die Stadtführungen (2016). Als im Jahr 2015/2016 eine große Zahl von asylsuchenden Menschen nach Lüdenscheid kam, entschloss sich der Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid, Stadtführungen für Neuangekommene als Pilotprojekt anzubieten.

In den Reihen des Vereins gab es zwei ehrenamtliche Stadtführer, die sich bereit erklärten, ohne Entgelt derartige Führungen zu übernehmen. Zunächst war es schwierig, die Anschriften der Geflüchteten zu ermitteln, die dezentral untergebracht waren.

Am unkompliziertesten war der Weg über den Dechanten der katholischen Kirche und eine ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuerin, die auch Sprachunterricht erteilte. Beide hatten bereits mit eritreischen Geflüchteten gearbeitet und ein Vertrauensverhältnis zu ihnen aufgebaut. Sie rieten dem Geschichts- und Heimatverein, die Stadtführungen mit einer relativ homogenen Gruppe zu erproben, um Spannungen zu vermeiden, und übernahmen die Kontaktvermittlung. Zweimal konnten Stadtführungen für eritreische Geflüchtete unter der Regie des Vereins stattfinden, allerdings nicht ohne Schwierigkeiten: Es gab ein Sprachproblem, das durch Englisch nicht ganz gelöst werden konnte. Diese Stadtführungen stellten sowohl an die Stadtführer wie auch an die Besucher (ausschließlich junge Männer) besondere Anforderungen. Der GHV nahm deshalb Kontakt zur Volkshochschule Lüdenscheid auf und gab die Führungen an die VHS ab, die sie bis heute anbietet.

There is no place like Lüdenscheid

Spannend war das Ausstellungsprojekt „HOME – There is no place like Lüdenscheid“, bei dem sich Künstlerinnen und Künstler sowie Kreative mit über 100 Jugendlichen dem Thema „Heimat“ aus ganz unterschiedlichen künstlerischen Positionen (zum Beispiel aus den Bereichen Street Art, Theater, Poetry-Slam und Graffiti) näherten. Das Ergebnis dieser Arbeit mündete in eine Ausstellung. Die Ausstellung über jugendliche Identitäten und ihr kultureller Zugriff auf die Heimatstadt wurde 2018 in den Städtischen Museen Lüdenscheid gezeigt. Unterstützt wurde das Projekt unter anderem vom Geschichts- und Heimatverein Lüdenscheid sowie vom Jugendamt.

Das Projekt fan auch an anderer Stelle Beachtung. Es konnte sich von insgesamt 226 Bewerbungen unter den 30 Besten der Ausschreibung zum NRW-Jugendkulturpreis 2018 platzieren.

Ein weiteres Beispiel ist das Stadtfest, das der GHV bis zum Jahr 2018 42-mal als Veranstalter ausgerichtet hat. Es erwies sich, so Dr. Arnhild Scholten, als wunderbare Möglichkeit, die verschiedenen kulturellen und kulinarischen Sitten und Bräuche sowohl der einheimischen wie der zugewanderten Vereine zu erleben. Die Organisation übernahm weitgehend die Stadt, das finanzielle Risiko hingegen trug der GHV.

Hier die neuste Veröffentlichung des Westfälischen Heimatbundes als PDF-Datei: 01_whb_heimat-f-alle_web-1

 

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