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Auch Kartenspiele wie Mau-Mau können Abwechselung in den Alltag mit Kindern bringen. Foto: jmesquitaav/pixabay.com

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Vermutlich waren Eltern selten für einen so langen Zeitraum mit ihren Kindern allein in ihren vier Wänden. Das kann sehr bereichernd, aber auch anstrengend sein und vielleicht stehen sie zwischendrin auch schon mal vor einem “Lagerkoller”. Die Fachkräfte der Familienberatungsstellen im südlichen Märkischen Kreis haben sich überlegt, welche Handlungsweisen und Aspekte für das Leben mit Kindern in dieser Zeit wertvoll sein können. Dazu haben sie zwölf Punkte zusammengestellt.

  1. Geben Sie den Tagen Struktur. Feste Mahlzeiten und Rituale helfen Ihnen und den Kindern auf Kurs zu bleiben. Überlegen Sie wann es Zeit zum Lernen, Essen, Spielen, Gammeln, Schlafen etc. gibt. Wann stehen Sie auf? Wann geht es ins Bett? Wann ist Zeit für mich allein?
  2. Spielen Sie! Holen Sie alte Kinderspiele aus der “Mottenkiste”. Von “zehn kleinen Krabbelfingern”, über “der Turm der wackelt”, Mau-Mau, Kniffeln und Co. hin zu Monopoly und anderen langandauernden Brettspielen. Hinweise zu neuen und alten Spielen finden Sie z.B. unter:  kinderspiele-welt.de
  3. Entdecken Sie das Vorlesen wieder. Viele Geschichten binden eher die Aufmerksamkeit der Kinder, wenn Mama oder Papa sie präsentieren. Gerne mit unterschiedlicher Stimme etc.!
  4. Sorgen Sie für eigene Auszeiten als Mutter und Vater! Wann sind Sie dran? Wo passt diese Zeit im Tagesverlauf am besten hinein? Wann gönnen Sie sich Ihre Tasse Tee oder Kaffee? Ein Bad? Ein gutes Buch oder einen kleinen Spaziergang allein?
  5. Achten Sie die Grenzen Ihrer Kinder und untereinander. Was wünscht sich Ihr Kind von Ihnen, wie es von Ihnen angesprochen und behandelt werden möchte? Wodurch gelingt Ihnen das? Was wünschen Sie sich von Ihrer Partnerin bzw. Ihrem Partner? Was hilft Ihnen im Umgang miteinander respekt- und liebevoll zu bleiben? Wie zeigen Sie Wertschätzung?
  6. Ihre Nerven liegen blank und Sie könnten aus Verzweiflung “aus der Haut fahren”, dann atmen Sie tief durch und zählen innerlich bis zehn oder auch weiter … Wenn Sie können, verlassen Sie kurz den Raum. Regulieren Sie sich. Reagieren Sie mit etwas Abstand. Wenn Sie merken, dass Sie immer wieder an Ihre Grenze kommen und Ihnen die Kraft ausgeht, dann holen Sie sich Hilfe. Mögliche Anlaufstellen finden Sie unten.
  7. Achten Sie auf die Signale ihres Kindes: Wie lange kann es sich auch mal allein beschäftigen und wann benötigt es wieder Ihre (größere) Aufmerksamkeit, Anleitung und Orientierung?
  8. Sorgen Sie für Abwechslung. Langeweile führt häufig zu “Blödsinn”, der die Nerven von Eltern strapazieren kann. Was gibt es alles in Ihren vier Wänden neu zu entdecken? Welche Bude will gebaut und welches Abenteuer erlebt werden? War Ihre Wohnung nicht immer schon ein “Wunderland” in dem “Märchenhaftes” passieren kann. Wie wäre es damit, mal neue Koch- oder Backrezepte auszuprobieren oder gar selbst welche zu erfinden? Oder was ist mit einem Videotagebuch, das man sich später angucken kann, wenn das alles Mal vorbei ist?
  9. Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte. Nutzen Sie die digitalen Möglichkeiten für Begegnungen von “Angesicht zu Angesicht” und überlegen Sie, um wen Sie sich kümmern können. Viele Kinder freuen sich über eine Aufgabe, wenn sie etwas für einen anderen lieben Menschen tun können.

    Wer einen großen Garten hat könnte bei schönem Wetter auch mal Buden bauen. Foto:Rick Siderfin/pixabay.com
  10. Gehen Sie raus. Sprechen Sie sich mit den Nachbarn ab, wann wer in den Hof, den Garten, den Keller oder auf den Balkon darf. Bewegung tut gut und ist draußen sicher leichter möglich. Was kann im Garten gemacht oder sogar Tolles gebaut werden?  Was ist mit einem Baumhaus oder dem Fahrrad, das schon lange repariert werden sollte?
  11. Bleiben Sie in Ihren Erwartungen auf dem Teppich. Sie kennen das: Gerade an Feiertagen oder besonderen Momenten, wenn Sie sich vornehmen, dass es heute ganz ruhig und harmonisch laufen soll, gelingt das oft nicht. Auch Streitigkeiten darf es mal geben. Sie gehören dazu.
  12. Denken Sie daran, dass bei allen Familienmitgliedern die Nerven blank liegen können und das eine oder andere respektlose Wort vielleicht nicht wirklich an Sie als Eltern gerichtet, sondern viel mehr aus dem Frust entstanden ist. Hier empfiehlt es sich nachsichtig zu sein und auch mal verzeihen zu können.

AWO-Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche / Schulpsychologie in Meinerzhagen
Wir sind an den folgenden Tagen Mo-Fr. von 8:30 – 12:30 und 13:00 – 16:00 Uhr telefonisch erreich-bar unter:  02354 – 5833. Online sind wir erreichbar unter:  www.awo-beratungsstelle-meinerzhagen.de. Extra für Jugendliche eine eigene Jugendonlineberatung: www.find-yourway.de
Den Zugang zu unserem Eltern-Kurs finden Sie unter: www.elternonlinekurs.de

Beratungsstelle Familie und Schulpsychologie der Stadt Lüdenscheid
Die Beratungsstelle ist weiterhin montags bis donnerstags zu den Bürozeiten von 9 bis 16 Uhr und freitags bis 12 Uhr unter der Rufnummer 02351 17-1582 zu erreichen. Neben verabredeten Telefonterminen werden außerdem offene Telefonsprechstunden angeboten: montags bis freitags von 10 Uhr bis 12 Uhr und montags bis donnerstags von 14 Uhr bis 16 Uhr.

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Psychologische Beratungsstelle des Diakonischen Werkes in Lüdenscheid
Wir sind telefonisch täglich von 9 – 12 Uhr erreichbar unter Tel. 02351 – 390813 und zusätzlich Mo, Mi und Do von 14.30 – 16.30 Uhr für Sie zu sprechen.

Märkisches Kinderschutz-Zentrum am Klinikum Lüdenscheid
Wir sind telefonisch unter 02351 – 463915 erreichbar am Montag, Donnerstag und Freitag von 9 – 13 Uhr, am Dienstag von 12 – 13 Uhr und am Mittwoch von 13 – 16 Uhr. Gerne können Sie auch online mit uns Kontakt aufnehmen: www.maerkisches-kinderschutz-zentrum.de.

Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche des Caritasverbandes Altena-Lüdenscheid
Die Beratungsstelle ist zu den üblichen Servicezeiten (Mo – Do 8:30 – 16:00Uhr, Freitag 8:30 – 12:00Uhr) unter der 0 23 52 / 91 93 20 für Sie erreichbar. Obwohl auf persönliche Beratungen aktuell weitestgehend verzichtet werden muss, können Telefonberatungen und Onlineberatungen (www.beratung.caritas.de/eltern-familie oder www.beratung.caritas.de/kinder-jugendliche) angeboten werden.

Psychologische Beratungsstelle Plettenberg – Erziehungs-, Familien- und Schulberatung
Telefonisch sind wir unter 02391 – 9540-25 unter den folgenden Zeiten zu erreichen: Mo-Fr 9 – 12 Uhr, Mo – Do 13 – 16 Uhr. Offene Telefon-Sprechstunde am Mittwoch von 9 – 10.30 Uhr. Sie können sich darüber hinaus zu verschiedenen Themen rund um das Thema Erziehung informieren, wenn Sie unseren Downloadbereich im Internet besuchen: https://bit.ly/2QKcaOM

Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle des Caritasverbandes Altena-Lüdenscheid
Wir sind montags bis freitags von 9 – 12 Uhr telefonisch erreichbar unter 02351 – 905252.

Darüber hinaus bietet die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) online eine Elternberatung an, in der Fachleute auch aus dem Homeoffice beraten. Sie ist rund um die Uhr für große und kleine Sorgen und Nöte erreichbar. Auch der Austausch mit anderen Eltern ist über die Online-Beratung jeder Zeit möglich und kann der Entlastung dienen.
Über die Webseite www.bke-beratung.de finden Jugendliche von 14 bis 21 Jahren und Eltern mit Kindern bis zum 21. Lebensjahr ein individuelles Online-Beratungsangebot. Die Beratung erfolgt anonym, kostenfrei und datensicher.

Notfallnummern:
Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche: 116 111
Kinder- und Jugendtelefon 0800 111 0 333
Elterntelefon: 0800 111 0550
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen 08000 116 016
Hilfetelefon “Schwangere in Not”: 0800 404 0020
Telefonseelsorge 0800 111 0 111 / 0800 1110 222
Sucht- und Drogenhotline 01805 31 30 31

Links für Kinder:

 

 

 

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