In der Aula Böddinghausen hatte ein Informationsabend zum Umbau der Plettenberger Grundschullandschaft stattgefunden. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Der Bildungs- und Sportausschuss hat die Weichen für den Umbau der Plettenberger Grundschullandschaft gestellt. Mit sechs Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen wurde den Rat empfohlen, dem Verwaltungsvorschlag zu folgen, der folgende Punkte enthält:

  • Die Zeppelinschule wird nach dem Umzug der Hauptschule nach Böddinghausen so umgebaut, dass eine vierzügige Grundschule eingerichtet werden kann. Dort werden die beiden Standorte Königstraße und Oestertal der Martin-Luther-Schule Königstraße zusammengeführt.
  • Am Standort Holthausen wird nach dem Abriss der ehemaligen Vier-Täler-Schule ein Neubau für eine zweizügige Grundschule errichtet.
  • Die Hallenschule wird zu einer dreizügigen Grundschule am Standort Halle ausgebaut; der Teilstandort Ohle zieht dort mit ein.
  • Die Grundschulstandorte Königsstraße, Oestertal und Ohle werden geschlossen.

Bereits vorher war beschlossen worden, dass die Grundschule Eschen einen Anbau für die Mensa und zusätzliche Räume zum Erhalt der zweizügigen Grundschule erhält.

Die endgültige Beschlussfassung erfolgt in der nächsten Ratssitzung am Dienstag, 7. Dezember, 17 Uhr, im Ratssaal.

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Einsatz für Standorte Ohle und Oestertal

In der Einwohnerfragestunde setzten sich Vertreterinnen der Schulpflegschaften Hallenschule und Martin-Luther-Schule für den Erhalt der Standorte Ohle und Oestertal. Bettina Lang (Ohle) überreichte über 1600 Unterschriften für den Erhalt der Grundschule Ohle. Sie appellierte an Politik und Verwaltung, die Belange von Eltern und Schülern in Ohle bei der Neuordnung zu berücksichtigen.

Dr. Hanna Rempel (Oestertal) legte einen Alternativvorschlag vor, bei dem die Grundschule im Oestertal erhalten bliebe, dafür auf den Neubau in Holthausen verzichtet würde und die Grundschüler aus Holthausen in die Zeppelinschule gehen würden. Nach ihren Berechnungen würden die Grundschüler dann einen Schulweg von maximal drei Kilometern haben und zudem 2,5 Mio. Euro eingespart.

Dr. Hanna Remmel hat ihren Alternativvorschlag für die Grundschulstandorte in einer Skizze verdeutlicht.

Für diese Variante gebe es hohe organisatorische und rechtliche Hürden, erklärte Schulamtsleiter Christoph Wilk. So seien die Standorte Königstraße und Oester bereits eine gemeinsame Schule. Die Grundschule Holthausen müsste als eigenständige Schule aufgelöst werden und eine neue Schule im Oestertal gegründet werden. Diese müsste garantiert für mindestens fünf Jahre stabil zweizügig sein. Eine zweizügige Schule unter modernen pädagogischen Aspekten würden Grundstück und Gebäude im Oestertal jedoch nicht hergeben. Zudem müsste zum Erreichen dieser stabilen Zweizügigkeit ein Schülertransport aus Gebieten der Innenstadt in das Oestertal erfolgen. Insofern erscheint diese Variante als nicht realistisch.

Nutzungen ab 2025 und 2026

Für das weitere Vorgehen nennt die Stadtverwaltung folgende Terminplanung:

  • Umbau und Kernsanierung der Zeppelinschule: Planung 2023/2024, Bau 2025/2026, Nutzung ab Sommer 2026
  • Sanierung und Erweiterung der Hallenschule: Planung 2023/2024, Bau 2025/2026, Nutzung ab Sommer 2026
  • Neubau der Grundschule Holthausen: Planung 2022/2023, Bau 2024/2025, Nutzung ab Sommer 2025
  • Neubau Mensa an der Grundschule Eschen: Planung 2022, Bau 2023/2024, Nutzung ab Sommer 2024

Investition von etwa 12,2 Millionen Euro

Für die Baumaßnahmen (Umbau Zeppelinschule zu einer 4-zügigen Grundschule, Sanierung und Erweiterung der Grundschule Hallenschule, Neubau der Grundschule Holthausen) fallen nach derzeitiger Schätzung Kosten von 12,2 Mio. Euro an. Dem entgegen zu rechnen ist die Inanspruchnahme von Fördermitteln. Die Maßnahmen können haushaltstechnisch als Investitionen gebucht werden; die entstehenden Abschreibungen fließen als Aufwand in den Ergebnisplan.

Dem gegenüber stehen Einsparungen bei Unterhaltung und Bewirtschaftung durch den dauerhaften Verzicht auf drei Schulstandorte in Höhe von ca. 330.000 Euro pro Jahr. Durch die Nutzung neuer bzw. grundsanierter Gebäude ist zudem auch langfristig mit sinkenden Unterhaltungskosten durch die energetische Sanierung, zudem auch mit geringeren Kosten für Heizung und Beleuchtung zu rechnen.

Noch nicht zu beziffern sind mögliche Erlöse aus der Veräußerung der Gebäude und Grundstücke, da über eine Nachnutzung noch nicht entschieden ist.

Die detaillierte Beschlussvorlage steht im Ratsinformationssystem auf der Homepage der Stadt Plettenberg und kann heruntergeladen werden (Beschlussvorlage_240-2021).

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