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Nach Angaben der Verwaltung werden zurzeit Gespräche mit einem potenziellen Investor für das P&C-Gebäude geführt. Foto: Tach!/Archiv

Lüdenscheid. Vielen Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheidern ist es ein Dorn im Auge: Das leerstehende Kaufhaus mitten in der Innenstadt, das seit Jahren von der Firmengruppe Peek und Cloppenburg im Dornröschen-Schlaf gehalten wird. Seit dem Aus- und Umzug von SinnLeffers im Jahr 2011 ist an prominenter Citylage nichts passiert. Das Kaufhaus liegt direkt am Sternplatz und ist das Eingangstor für Fußgänger zur Wilhelmstraße. Die dort ansässigen Geschäfte leiden darunter, dass sich in der Immobilie augenscheinlich nichts tut.

Warten seit 2011

Seit 2011 warten die Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider vergeblich auf eine Entwicklung. Nach einer jahrelangen Hängepartie entschied sich Peek und Cloppenburg, obwohl die Stadt die baurechtlichen Voraussetzungen für eine Umgestaltung geschaffen hatte, das Kaufhaus nicht selbst betreiben zu wollen. Interessierte Investoren haben unter anderem wegen des hohen Kaufpreises Abstand von ihren Ideen genommen. Auch die Überlegungen der Stadt, im Rahmen einer neuen Nutzung des Gebäudes Flächen zu mieten, wurden aus Kostengründen verworfen.

Entwicklung der Innenstadt nicht egal

Um den Druck auf den Gebäudeeigentümer zu erhöhen, hat die SPD Lüdenscheid nun eine Petition ins Leben gerufen und ruft alle Lüdenscheiderinnen und Lüdenscheider zur Teilnahme auf. „Wir wollen klarmachen, dass uns als Stadtgesellschaft nicht egal ist, wie sich die Innenstadt entwickelt“, beschreibt SPD-Bürgermeisterkandidat Sebastian Wagemeyer die Motivation zu dieser Aktion. Ziel sei es, dass Peek und Cloppenburg den Weg frei für eine Entwicklung der Fläche mache. Dazu müsse das Modeunternehmen bereit sein, einen niedrigeren Kaufpreis aufzurufen.

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“Sie stehen diesen Plänen im Weg”

Über http://petition.spdluedenscheid.de können sich die Unterstützerinnen und Unterstützer an der Petition beteiligen. Sie beinhaltet eine Mail, die direkt an John und Catharina Cloppenburg versendet werden soll. In dem Mailtext heißt es unter anderem: „Es gibt viele Pläne, was aus diesem Leerstand gemacht werden kann. Doch Sie stehen diesen Plänen im Weg. Die Stadt ist in vielen Bereichen entgegengekommen. Mögliche Investoren haben sich bereit erklärt, Ihre Immobilie zu entwickeln. Am Ende haben Sie sich dagegen entschieden, selbst in das Gebäude einzuziehen. Mit einer Salami-Taktik wurde die ganze Stadt Lüdenscheid hingehalten. Damit muss Schluss sein!“

“Müssen neue Wege gehen”

Sebastian Wagemeyer wünscht sich eine hohe Beteiligung an der Petition: „Wir müssen offensichtlich neue Wege gehen, um Bewegung in die ganze Angelegenheit zu bekommen. Wenn wir den Mut aufbringen, gemeinsam einen Prozess einzuleiten, der zum Ziel hat, die Fläche für die Stadt wieder entwickeln zu können, können wir viel erreichen.“ Die Petition soll öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen und Peek und Cloppenburg eine Reaktion abverlangen. In den letzten Jahren hat der Modehändler mehrfach auf öffentliche Anfragen durch Medien und Politik nicht reagiert.

Für den SPD-Bürgermeisterkandidaten ist die Petition der Start zu einer Kampagne: „Wir werden, wenn es notwendig ist, auch nach der Petition weitere Maßnahmen angehen. Politisch muss man sich gegebenenfalls anschauen, in welcher Form baurechtliche Veränderungen den Druck hochhalten können. Auf der anderen Seite werden wir auch schauen, wie wir den Protest von Lüdenscheid aus noch weiter in die Welt tragen können.“ Insgesamt hofft Wagemeyer aber darauf, dass solche Schritte nicht notwendig sein werden.

 

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