Werben für die Stadtführerausbildung bei der VHS Iserlohn (v.l.).: Stadtmarketingleiter Dirk Matthiessen, VHS-Leiter Rainer Danne, Bürgermeister Michael Joithe, der ehemalige Stadtarchivar und Stadtführer Götz Bettge sowie Simone Korte vom Stadtmarketing. Bild: Stadt Iserlohn

Iserlohn. Zwölfhundertachtundsiebzig, Bauernkirche, Galmeibergbau, Draht- und Nadelindustrie… – All dies sind Themen, die bei einer klassischen Stadtführung in Iserlohn nie fehlen und denen durch die Stadtführenden auf ihren Touren Leben eingehaucht wird.
Sie verstehen es, Geschichte zu vermitteln und Geschichten zu erzählen, die Vergangenheit für einen Moment lebendig zu machen und Interesse an der Stadt zu wecken. Doch der Pool an Stadtführenden minimiert sich stetig. Wie wichtig sie aber für die Stadt sind, bringt Bürgermeister Michael Joithe auf den Punkt: „Stadtführerinnen und Stadtführer sind für uns nicht nur Gästeführende, die ein breites historisches Wissen über die Stadt und ihre Persönlichkeiten vermitteln. Sie sind viel mehr. Sie sind Botschafterinnen und Botschafter unserer Stadt. Auf jeder ihrer Führungen sind sie ganz nah dran an den Menschen in unserer schönen Waldstadt. Dabei geben sie der Stadt ein Gesicht, stehen für unsere Marke und unsere Werte ein und sind diejenigen, die einen erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung unserer Stadt haben.“

Um dem Mangel an Gästeführerinnen und Gästeführern entgegenzuwirken und die ungebrochene Nachfrage nach Stadtführungen bedienen zu können, bilden das Stadtmarketing und die VHS Iserlohn ab diesem Semester bis zu zehn neue Stadtführende für Iserlohn aus.

Die Teilnehmenden werden in rund 70 Unterrichtsstunden im Rahmen eines VHS-Kurses zwischen Mitte August und Ende November mit den notwendigen Fähig- und Fertigkeiten ausgestattet, um schon bald eigene Stadtführungen durchführen zu können. „Praxis und Theorieeinheiten wechseln sich dabei ab und sorgen für eine spannende Unterrichtsgestaltung“, erklärt Rainer Danne, Leiter der VHS Iserlohn.

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Von Grundlagen zur Literaturrecherche und einem Erste Hilfe-Kurs über rhetorisches Basiswissen mit Stimm- und Sprechtraining sowie Konfliktmanagement und kleineren innerstädtischen Exkursionen bis hin zur intrakommunalen Wissensvermittlung der älteren und jüngeren Geschichte samt aktuellen, Stadt-bedeutsamen Projekten, bietet die Stadtführerausbildung ein breites Spektrum an Kursinhalten. Abgeschlossen wird die Fortbildung schließlich mit einer theoretischen und praktischen Prüfung Ende November.

„Angesprochen sind geschichtsinteressierte, redegewandte Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, die Spaß im Umgang mit Menschen haben, sich stadthistorisches Wissen aneignen und dieses vermitteln wollen sowie Anekdoten aus früheren Zeiten mit Witz und Charme rüberbringen können“, fasst Simone Korte vom Stadtmarketing Iserlohn das gewünschte Profil der Kursteilnehmenden zusammen. „Fremdsprachenkenntnisse sind dabei natürlich wünschenswert, aber keine Bedingung.“

Unterstützt wird das Vorhaben von dem ehemaligen Stadtarchivar Götz Bettfge, der an der Ausarbeitung der Kursinhalte aktiv mitwirkt. Dass gerade ihm die Zukunft der Stadtführungen am Herzen liegt, liegt nahe. Er selbst ist seit Jahrzehnten Stadtführer und hat bereits unzählige Gäste auf die unterschiedlichsten Touren mitgenommen. „Mit dem Kurs wollen wir langfristig Stadtführende für Iserlohn und seine Ortsteile ausbilden. Die Geschichte der Stadt und all die Geschichtchen zu einzelnen Personen, Bauten und Örtlichkeiten sind ein kostbares Gut, das die Identität unserer Stadt ausmacht und weitergegeben werden muss. Dass eine gewisse Eigenmotivation zum Selbststudium und zur Vertiefung der Inhalte hierbei notwendig ist, aber auch der Anspruch, langfristig neue Führungen zu kreieren, sollte jedem Teilnehmenden bewusst sein“, so Bettge. Dabei weist er explizit darauf hin, dass der geschichtliche Teil der Ausbildung keine reine Vermittlung und Aneinanderreihung von Jahreszahlen wird. Vielmehr werden diese lediglich als Eckpfeiler zur Darstellung der strukturellen Stadtentwicklung genutzt.

Die Stadtführerausbildung ist ein gefördertes Projekt und ist für die Teilnehmenden kostenfrei. Sie endet mit einer theoretischen und praktischen Abschlussprüfung. Die Teilnehmenden, die die Prüfung bestehen, werden mit einem Zertifikat ausgezeichnet und in den Stadtführer-Pool aufgenommen.

Die erste Kursstunde findet bereits am kommenden Mittwoch, 17. August, um 18 Uhr in der VHS Iserlohn im Stadtbahnhof statt. Noch sind Plätze frei. Der Kurs kann online unter www.vhs-iserlohn.de mit der Kursnummer 222_20005 gebucht werden.

Diese Stunde ist gleichzeitig als „Schnupperstunde“ für alle Interessierten gedacht, die sich über den Kurs zunächst informieren wollen. Interessierte sollten sich bis Dienstag per E-Mail an simone.korte@iserlohn.de anmelden. Simone Korte steht auch bei Fragen zur Ausbildung zwischen 8 und 12 Uhr unter 02371 217-1816 zur Verfügung.

In das Projekt „Wald | Stadt | Geschichte“ investieren die Bundesrepublik Deutschland und das Land NRW im Rahmen der Gemeinschaftaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) unter Beteiligung der LEADER-Region LenneSchiene.

 

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