Piepenstock
Am Standort Lutherstraße kann und will das Autohaus Piepenstock nicht bleiben. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die Gesellschafter der familiengeführten Autohausgruppe Piepenstock haben haben die Verwaltungsgerichtsklage gegen die Stadt Lüdenscheid im Streit um ein Grundstück an der Wiesenstraße zurückgezogen. Als Grund gibt Geschäftsführer Dr. Michael Piepenstock die möglicherweise sechsstelligen Verwaltungsgerichtskosten und das erfahrungsgemäß zwischen vier und sechs Jahre Gerichtsverfahren an. “Schweren Herzens”, wie er betont.

Thema Unverhältnismäßigkeit

Je nach Prozessausgang hätte das Familienunternehmen die Kosten vollständig tragen müssen, beim Obsiegen wären es „nur“ Steuergelder gewesen und die (Fehl-)Entscheider wären nicht persönlich zur Rechenschaft gezogen worden, heißt es in seiner Pressemitteilung. Weiter schreibt Dr. Michael Piepenstock: “Bis dahin hätte die Stadt den Bebauungs- und Flächennutzungsplan zu Gunsten eines Feuer- und Rettungswache Neubaus geändert und womöglich mit ersten Baumaßnahmen begonnen, so dass es am Ende höchstens um eine Regresszahlung o.ä. gegangen wäre, da sie Fakten geschaffen hätte und es unverhältnismäßig gewesen wäre, das Vorhandene wieder abzureißen.”

Es geht um die Weiterentwicklung des Betriebs

Er betont: „Mir geht es nicht um eine finanzielle Entschädigung o.ä., sondern um die Weiterentwicklung unseres VW-Betriebs, die am eingekesselten Standort in der Lutherstraße, umgeben von vier Straßen, nicht möglich ist. Durch die Eröffnung der Erweiterungsbaumaßnahme des Kunststoff-Instituts auf unserem ehemaligen Grundstück Lutherstr. 7 wird die Beengtheit und Parkplatznot weiter zunehmen.“

Thema “sehr belastend”

Ferner sei es für die Mitarbeiter/-innen und ihn belastend und schaffe schlechte Stimmung, wenn das Team alltäglich auf das Thema angesprochen werde. Bekanntlich gebe es ja zu dieser Entscheidung in der Öffentlichkeit und Verwaltung konträre Meinungen. Die Entscheidungsgewalt liege jedoch leider nicht bei seinem Unternehmen.

“Gerade auch für unsere VW-Belegschaft, die in den vergangenen knapp drei Jahren durch den von uns als Händler unverschuldeten VW Dieselgate zusätzlichen Belastungen ausgesetzt war, wäre ein Neubau ein positives Zeichen und Motivation gewesen”, teilt Dr. Michael Piepenstock weiter mit. Beim heutigen Fach- und Führungskräftemangel ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen ihren Mitarbeitern Entwicklungsperspektiven aufzeigen könnten, andernfalls verließen einen die Besten zuerst.

Weitreichende Pläne

Piepenstock habe für das Grundstück weitreichende Pläne gehabt. Mit dem geschäftsführenden Gesellschafter des angrenzenden Gartencenters Kremer habe er bereits über etwa sechs öffentliche Elektro-Ladestationen auf der gemeinsamen Grundstücksgrenze gesprochen. Sie hätten auch für Innenstadtbesucher zur Verfügung gestanden. Ferner hätte das Unternehmen dort nicht nur die neuste Innen- und Außenarchitektur der Marken VW und SEAT umsetzen können, sondern hätten auch die neuste ökologische, regenerative Bebauung (“Greenfield“) berücksichtigt.

Von daher hätte Piepenstock die Stadt Lüdenscheid im Hinblick auf die Außendarstellung der E-Mobilität aktiv unterstützt und gleichzeitig den Vorstellungen von ökologischen Parteien und Umweltverbänden entsprochen.

“Ich hätte mir gewünscht, dass die Stadt zumindest ergebnisoffen bei der Suche nach einem geeigneten VW-Standort auch überlegt, ob diese nicht alternativ auch für die Feuerwache geeignet wären (z.B. ehemaliger Globus Markt, Firma Nottebohm). Bekanntlich erfolgt die Umsetzung frühestens in sechs bis acht Jahren. Ich bin gespannt, was dann auf dem Grundstück wirklich an Gebäuden entsteht?” heißt es abschließend in der Pressemitteilung.

 

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