Regionalbeiratsmitglied Martin Pätzold und Volksbank-Teilmarktleiter Sebastian Vogt überreichten den symbolischen Spendenscheck. Foto: Volksbank in Südwestfalen

Meinerzhagen. Sie erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus – sogenannte Stolpersteine, die auf den Gehwegen in vielen Städten des Landes eingelassen sind. Auch in Meinerzhagen gibt es sie. Jetzt sind neun weitere hinzugekommen.

Geplant haben das in den letzten Monaten die Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen im Projektkurs „Jüdisches Leben in Meinerzhagen“. Zusammen mit ihrem Geschichtslehrer Dietmar Först haben die Schüler zusätzlich drei Infotafeln vorbereitet. Zwei Tafeln
wurden bereits am 30. September auf den beiden jüdischen Friedhöfen der Stadt eingeweiht – eine dritte Tafel soll zu einem späteren Zeitpunkt in der Innenstadt aufgestellt werden.



Unterstützt wird das Projekt mit 2.500 Euro durch den Regionalbeirat der Volksbank in Südwestfalen eG. Den symbolischen Spendenscheck überreichten Regionalbeiratsmitglied Martin Pätzold und
Volksbank-Teilmarktleiter Sebastian Vogt.

Dunkeles Kapitel

„Im Rahmen des Projektkurses ‚Jüdisches Leben in Meinerzhagen‘ beschäftigen sich unsere Schüler der jetzigen Jahrgangsstufe 12 bereits seit dem vergangenen Schuljahr intensiv mit einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte auch unserer Stadt“, sagte Geschichtslehrer Dietmar Först, der gleichzeitig auch Sprecher der Initiative Stolpersteine ist. Den Schülern sei es wichtig, an diesen Aspekt der Geschichte und an die ehemaligen jüdischen Mitbürger zu erinnern. „Die Schüler fühlen sich, so haben sie es immer wieder gesagt, als junge Menschen in der besonderen Verantwortung, an die Menschen und ihr Schicksal zu erinnern – damit sich so eine schreckliche Zeit auf gar keinen Fall wiederholen kann“, sagte Först. Am Samstag wurden nun die letzten neun Stolpersteine in Meinerzhagen in Beisein von extra aus dem Ausland angereisten Nachfahren
der damaligen jüdischen Mitbürger verlegt.

Wichtiges Teilprojekt fertig

Först: „Wir haben wir ein wichtiges Teilprojekt fertiggestellt. An den beiden jüdischen Friedhöfen in Meinerzhagen – dem ‚neuen‘, noch erhaltenen an der Heerstraße und dem ‚alten‘, 1943 durch die Nationalsozialisten entweihten und verwüsteten am Schwarzenberg – haben wir zwei Infotafeln aufgestellt.“ Auf den Tafeln finden sich historische Informationen zur ehemaligen Jüdischen Gemeinde und den Friedhöfen. In Gedenken an die beerdigten Mitglieder der Jüdischen Gemeinde Meinerzhagen, die keinen Grabstein mehr haben, sind überdies die Namen mit Geburts- und Sterbetag aufgeführt. Die Schüler wünschen sich, dass ihre dritte Infotafel an einem gut sichtbaren Platz aufgestellt wird, damit Interessierte auf das ehemals lebendige jüdische Leben hingewiesen werden.

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