Volksbank-Vorstand Roland Krebs stellt das Pilotprojekt für den Märkischen Kreis gemeinsam mit Abteilungsleiter Payments Jan Zanger und Teilmarktleiter Sebastian Vogt (v. l.) vor. Foto: Volksbank in Südwestfalen eG
Meinerzhagen. In der Corona-Pandemie hat sich das Zahlungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger gewandelt. Bei alltäglichen Ausgaben ist der bargeldlose Zahlungsverkehr, insbesondere mittels Karte, zunehmend in den Vordergrund gerückt. Experten prognostizieren, dass diese Pandemie-Erfahrungen lediglich den Auftakt für einen beschleunigten digitalen Fortschritt in der Entwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs
darstellen. Zeitgleich zeigt die Europäische Zentralbank mit dem Projekt eines „digitalen Euro“, dass die digitale Brieftasche für jeden EU-Bürger, auch „Wallet“ genannt, keine ferne Vision ist, sondern absehbare Realität werden kann. Was bedeutet der digitale Fortschritt aber für die Zukunft des Bezahlens im stationären Einzelhandel einer märkischen Mittelstadt? Die Volksbank in Südwestfalen will dies nun in einem zweijährigen Pilotprojekt in Meinerzhagen herausfinden.

Kostenlose Bezahlterminals

Die Genossenschaftsbank bietet hierfür ortsansässigen Einzelhändlern ab sofort an, sie für zwei Jahre kostenlos mit einem modernen Bezahlterminal auszustatten. Die Geräte ermöglichen das kontaktlose Bezahlen. Girocard oder Kreditkarte müssen also nicht mehr in das Gerät gesteckt werden. Die Kosten übernimmt in diesem Zeitraum die Volksbank. Auf Wunsch sollen Einzelhändler zusätzlich die Möglichkeit haben, über dieses System Bargeld an ihre Kunden auszuzahlen. Diese können sich dann in jedem teilnehmenden Geschäft ihrer Wahl in Meinerzhagen mit Bargeld eindecken. Auch hier fallen keine Kosten für Kunden und Einzelhändler an.

„Verlassen alte Denkmuster“

„Mit diesem Pilotprojekt verlassen wir beim Thema Bezahlen alte Denkmuster und wollen als Vorreiter gemeinsam mit den Einzelhändlern das Bezahlen in Meinerzhagen modern, einfach und sicher – denn Bargeld kann verloren gehen – in der Handhabung neu aufstellen. Das beinhaltet eben auch, dass wir als Volksbank investieren und die Kosten für zwei Jahre übernehmen. Mit der Option eines Bargeldservices kombinieren wir dabei das Vertraute mit dem Neuem“, erläutert Vorstand Roland Krebs die Intention der Volksbank. Der Nutzen neuer Bezahlsysteme sei in der Pandemie unter Beweis gestellt worden.

Meinerzhagen ein idealer Standort

„Viele haben in der Corona-Zeit festgestellt, dass es bequem und sicher ist, kontakt- und bargeldlos zu bezahlen. Übersetzt auf unser Geschäftsgebiet heißt das: Es muss doch möglich sein, immer und überall mit Karte oder Smartphone bezahlen zu können.“ Die Volksbank hat intensiv über die Erprobungsmöglichkeiten von Bezahlsystemen  nachgedacht und schließlich Meinerzhagen als idealen Standort für das Pilotprojekt identifiziert. Roland Krebs: „Meinerzhagen ist eine Stadt mit vielen fortschrittlich aufgestellten Unternehmern und Geschäftsinhabern, die immer wieder Trends und
Innovationen antizipiert und aufgegriffen haben. Diesen Spirit nehmen wir auf. Zugleich wollen wir den Einzelhandel mit modernen Bezahlverfahren stärken und außerdem zu einem lebenswerten und fortschrittlichen Stadtbild beitragen.“

Botschafter Sebastian Vogt

Um die Einzelhändler auf den Projektstart aufmerksam zu machen, hat die Volksbank eine Kommunikationskampagne in Meinerzhagen gestartet. Teilmarktleiter Sebastian Vogt ist als Botschafter des Projektes vor Ort unterwegs und hat bereits erste Gespräche geführt. „Die Resonanz bei den Händlern und Geschäftsinhabern ist sehr positiv, denn der Nutzen liegt buchstäblich auf der Hand. Die Bezahlvorgänge gehen schneller. Zugleich lassen sich die Bargeldbestände des teilnehmenden Händlers durch die Auszahlfunktion reduzieren, was auch einen Sicherheitsaspekt darstellt und die Arbeitsbelastung reduziert“, erklärt Sebastian Vogt.

Pilotprojekt dauert zwei Jahre

Das Pilotprojekt der Volksbank ist auf zwei Jahre angelegt. Die teilnehmenden
Einzelhändler werden dabei eng von der Volksbank begleitet. „Wir werden regelmäßig Stimmen von Kunden und Händlern sammeln und die Resonanz auswerten“, so Roland Krebs. Aus den Ergebnissen in Meinerzhagen will die Volksbank aber auch Schlüsse für ihre künftige Strategie im Zahlungsverkehr ziehen. Krebs: „Wir werden genau prüfen, was sich bewährt und wie es sich auf andere Städte und Standorte in unserem Geschäftsgebiet übertragen lässt.“ Für die technische Beratung und Umsetzung beim Händler vor Ort zeichnet Jan Zanger, Abteilungsleiter Payments bei der Volksbank, verantwortlich.
„Das Projekt ist in dieser Art im genossenschaftlichen Banksektor neu. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den Händlern und Geschäftsinhabern in Meinerzhagen. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich Akzeptanz und Nutzungsverhalten in den kommenden zwei Jahren entwickeln werden“, erklärt Jan Zanger.

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