Karl-Michael Dommes (links) und Roland Krebs: "Die Volksbank im Märkischen Kreis ist 2015 im bilanziellen Kundengeschäft deutlich stärker gewachsen, als der Markt." Foto: Wolfgang Teipel

Meinerzhagen. 2015 war ein gutes Jahr für die Volksbank im Märkischen Kreis und ihre Partner. Die Zahlen für das Geschäftsgebiet Meinerzhagen und Valbert weisen ein gesundes Wachstum aus. Das Kreditgeschäft wuchs 2015 um rund acht Prozent auf 224 Millionen Euro. Die Kunden erhöhten ihre Einlagen um drei Prozent auf 356 Millionen Euro. Dazu kommen 258 neue Mitglieder, die den Bestand Ende 2015 auf 6371 erhöhten. Gute Zahlen vor Ort, gute Zahlen im gesamten Geschäftsgebiet.

„Wir sind sowohl im Kredit-als auch im Einlagengeschäft gewachsen und haben unsere Marktposition zum wiederholten Mal ausgebaut“, sagte Dommes am Donnerstag (28. Januar) bei der Bilanzpressekonferenz seines Institutes und gab einen Überblick im gesamten Geschäftsgebiet. „Nach dem Rekordjahr 2014 sind wird mit verhaltenen Erwartungen gestartet. Letztlich haben wir unsere Planungen in beiden Geschäftsbereichen übertroffen.“ Die Bilanzsumme stieg durch die Ausweitung des Kundengeschäfts um 4,5 Prozent auf 1,893 Millionen Euro. „Damit sind wir die größte Genossenschaftsbank in Südwestfalen“, betonte Dommes.

Geldverdienen wird immer schwieriger

Trotz historisch niedriger Zinsen habe die Bank ein gutes Zinsergebnis erzielt. Allerdings: „Die Entwicklung bereitet uns und unseren Kunden Sorgen. Das Geldverdienen wird immer schwieriger.“

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Insbesondere das Kreditgeschäft habe mit einem Zuwachs von 7,9 Prozent auf 1,161 Milliarden Euro die Erwartungen deutlich übertroffenen. Das Volumen im Neugeschäft sei auf 411 Millionen Euro um 15,8 Prozent ausgeweitet worden. Damit liege das bilanzielle Wachstum deutlich oberhalb des Marktniveaus (1,7 Prozent; Volksbanken in NRW 5,3 Prozent).

Kunden warten auf höhere Zinsen

Die Kundeneinlagen legten um knapp drei Prozent auf 1,38 Milliarden Euro zu. „Dies ist nach einem Vorjahr, in dem uns bereits zehn Prozent mehr Einladen anvertraut wurden, doppelt erfreulich“, merkte Dommes an. Der Trend zu täglich fälligen Einlagen sei dabei jedoch weiter ungebrochen. „Mittlerweile machen Gelder auf Girokonto, Tagesgeld und Co. einen Anteil von fast 63 Prozent unserer gesamten Kundeneinlagen aus. 2010 waren dies nur knapp 50 Prozent“, ergänze Vorstandsmitglied Roland Krebs. Für die Volksbank-Chefs ein klarer Hinweis: „Die Kunden warten auf höherer Zinsen.“ Wann allerdings die Trendwende eintritt, wagen die Genossenschaftsbanker nicht zu prognostizieren. „Wir erkennen keine Tendenz nach oben“, sagten sie.

„Wir sprechen mit unseren Kunden weiter konsequent über eine sinnvolle, gestreute Geldanlagestruktur“, so Dommes. Renditen seien heute ohne längere Anlagezeiten oder mit ein wenig kalkulierten Risiko nicht mehr erzielbar.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie heftig sich die Lage gewandelt hat. In den 1960er Jahren dauerte es elf Jahre, bis sich ein Anlagebetrag verdoppelt hatte. Wer sei Geld zwischen 2000 und 2009 konservativ anlegte, musste schon 17 Jahre auf die Verdoppelung seines Vermögens warten. Aktuell, der der quasi Nullzins-Phase, dauert es 120 Jahre. Dieser Beispielrechnung liegt die Verzinsung von Bundesanleihen zugrunde.

Wertpapierberatung verstärkt

Vor diesem Hintergrund hat die Volksbank im Märkischen Kreis ihre Wertpapierberatung verstärkt. „Wir merken durchaus, dass unsere Kunden reagieren“, berichtete Dommes. 2015 habe die Bank leichte Tendenzen zu mehr Wertpapieranlagen erkennen können. So seien Fondssparpläne stärker nachgefragt worden (+ 3,2 Prozent).

Die Zahl der Mitglieder ist um 1530 gestiegen. "2016 ist die 40.000er Schwelle fällig", hofft Karl-Michael Dommes. Grafik: Volksbank
Die Zahl der Mitglieder ist um 1530 gestiegen. „2016 ist die 40.000er Schwelle fällig“, hofft Karl-Michael Dommes. Grafik: Volksbank

Roland Krebs erläutert Entwicklungen aus dem Kreditgeschäft, das um acht Prozent gewachsen ist und einem Höchststand von 1,16 Milliarden Euro erreicht hat. Firmenkundengeschäft und Baufinanzierungen seien 2015 die Wachstumstreiber gewesen. Die Bank habe 411 Millionen Euro neue Kredite vergeben, darunter 121 Millionen Euro an private Baufinanzierer und 290 Millionen an den gewerblichen Mittelstand. Dazu seien weitere Kredite gekommen, die an Verbundpartner der Bank vermittelt worden seien. Roland Krebs: „Von der im Jahresverlauf 2015 verhaltener gewordenen Investitionsstimmung im Mittelstand haben wir nur wenig gespürt. Wir konnten im gesamten Jahr eine Vielzahl von Investitionen begleiten. Dabei vertrauen uns sowohl langjährige Kunden als auch fast 100 Neukunden.“ Mit einem Plus von 9,8 Prozent bei den gewerblichen Krediten sei das bundesweite Marktwachstum um ein Vielfaches übertroffen worden.

Baufinanzierung über dem Marktwachstum

Auch im Bereich der Baufinanzierungen liege die Bank mit einem Plus von 7,8 Prozent deutlich über dem Marktwachstum, Im vergangenen Jahr seien 220 Neukunden gewonnen worden.

Stolz ist die Bank auf den hohen Mitgliedanteil unter ihren Kunden. Von rund 88.000 Kunden sind 39.372 Mitglieder der Genossenschaftsbank. 2015 kamen 1530 hinzu. So könnte auch 2016 mit Blick auf die Verbreitung des genossenschaftlichen Gedankens ein gutes Jahr werden. Dazu Karl-Michael Dommes: „In diesem Jahr ist die 40.000er Schwelle fällig.“

 

 

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