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Bilanzen und Broschüren aus den vergangenen 25 Jahren: Niklas Jarosch, Roland Krebs und Marc Kostewitz blickten im Gespräch auf ein Vierteljahrhundert Volksbankentwicklung. Foto: Wolfgang Teipel

Meinerzhagen. Die ersten Geldbeträge, die vor 125 Jahren beim Spar- und Darlehnskassenverein eingingen, bewahrte Rendant Eduard Fittig in einer alten Kassette auf. Die Einzahlungen wurden in einer Kladde vermerkt. Auf Dauer schien das dem ehrenamtlichen Bankchef aber doch nicht sicher genug. 1910 schaffte er auf eigene Kosten einen feuerfesten Geldschrank an. Das Geld erhielt er nach und nach zurück. Schlaglichter aus 125 Jahren Bankgeschichte in Meinerzhagen. Zwei Weltkriege, Wirtschafts- und Finanzkrisen, diverse Fusionen und Umbenennungen – von den Anfängen bis heute hat sich viel geändert. Der genossenschaftliche Gedanke hat weiter Bestand.

Adventskalender voller Überraschungen

In diesen Tagen feiert die Volksbank in Meinerzhagen als Teil der neuen Volksbank in Südwestfalen ihren 125. Geburtstag. Mit einem Adventskalender voller Überraschungen hat sie sich der Vorweihnachtszeit angepasst. Dazu gibt’s an jedem Sonntag vor Weihnachten eine Spende. Die erste hat der Heimatverein Meinerzhagen am 1. Dezember erhalten. Außerdem hat die Bank in der Schalterhalle der Hauptstelle ein Knusperhäuschen aufgestellt.

Das Knusperhäuschen in der Schalterhalle. Foto: Wolfgang Teipel

Zum 100. Geburtstag der Bank erschien 1994 eine ausführliche Chronik. Die Schlaglichter aus den vergangenen 25 Jahren stellten Vorstand Roland Krebs, Generalbevollmächtigter und Bereichsleiter Gesamtbanksteuerung Niklas Jarosch sowie Marc Kostewitz (Marketing) in einem Pressegespräch vor.



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Vieles ändert sich – Karl vom Ebbe bleibt

Ein Zeichen für Beständigkeit – im Sommer 1996 wurde die Skulptur des Karl vom Ebbe vor der Hauptstelle an der Hauptstraße enthüllt. „Er ist sicher der meistfotografierte Meinerzhagener“, schmunzelte Marc Kostewitz. Im gleichen Jahr begannen für die Bank auch die Vorbereitungen für die Einführung des Euro. 1997 befreite sich die Bank vom letzten Rest einer Altlast, die durch übermäßige Expansion und risikoreiche Geschäfte in den 1970er Jahren entstanden war. „Sie wurde durch die Zahlung von 2,5 Millionen Mark an die Sicherungseinrichtung der Genossenschaftsbanken bestehende Besserungsscheinverpflichtung beglichen“, erläuterte Roland Krebs. Aktien und Wertpapiere spielen eine immer stärkere Rolle. Deshalb wurde das Volksbank-Team 1997 durch die beiden Wertpapierexperten Werner Rolle und Michael Weis erweitert. 1998 klettert die Bilanzsumme erstmals über 500 Millionen Mark. 1999 begrüßte der damalige Bankchef Norbert Laufer den siebenjährigen Björn Schumacher als 8000. Mitglied.

Tschüss D-Mark, hallo Euro

Neue Konzeptionen bei der Volksbank, aber Karl vom Ebbe bleibt. Foto: Wolfgang Teipel

Die Wertpapierabteilung ist im Jahr 2000 auf Expansionskurs. Die neue Homepage geht an den Start. 2002 wird aus der D-Mark der Euro. Bereits am 10. September 2001 hatte der erste Transporter das neue Bargeld in Meinerzhagen angeliefert. 2002 beschritt die Bank neue Wege als Grundstücksinvestor und erschloss in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Marienheide ein Gewerbegebiet mit 60.000 Quadratmetern in Marienheide-Rodt. „Das Wagnis damals hat sich für uns ausgezahlt“, zieht Roland Krebs Bilanz.

2004 ist der Wertpapierumsatz schon auf 44 Millionen Euro gestiegen. 2005 begleitete die Volksbank aktiv und finanziell den Gründungsprozess der Marienheider Bürgerstiftung und der Stiftung Jesus-Christus-Kirche in Meinerzhagen.

Die Ära Norbert Laufer endet

2006 zog die Bank eine Sozialbilanz. Damals bot sie 133 Männern und Frauen einen Arbeitsplatz, bildete 16 junge Erwachsene aus und spendete 85.000 Euro an Spenden und zusätzlichen Finanz- und Sachmitteln für Projekte und vereine. Ebenfalls 2006 wurde die Aktion „Sterne des Sports“ gestartet. Norbert Laufer, der Mann, der in der Krisenzeit zur damaligen Spar- und Darlehnskasse gestoßen war, beendete 2007 nach 30 Jahren seine Laufbahn. Zwei seiner früheren Auszubildenden treten seine Nachfolge an: Niklas Jarosch wurde als neuer Vorstand neben Roland Krebs bestellt.

Seit 2018 Volksbank in Südwestfalen

Die Bank überstand die Wirtschaftskrise nach den Turbulenzen an den Finanzmärkten 2008. Es gab keine Kreditklemme. Zusätzlich gewann die Bak weitere Firmenkunden. 2009 schloss sich die Volksbank Meinerzhagen mit der Volksbank Lüdenscheid und der Volksbank im Märkischen Kreis zur Volksbank im Märkischen Kreis zusammen. 2018 folgte die Fusion  mit der Volksbank Siegerland zur Volksbank in Südwestfalen.

Von der Kladde zum Computer, zur digitalen Bank und zum Geldhaus für eine ganze Region: Was auf den mutigen Entschluss vom 25. Februar 1894 alles folgen sollte, das konnten die 22 Gründungsmitglieder vor mehr als 125 Jahren kaum erahnen.

 

 

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