Die Bilanzsumme stieg erstmals über zwei Milliarden Euro: Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes (rechts) und Vorstand Roland Krebs freuen sich über den erfolgreichen Jahresabschluss. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Lennetal/Volmetal. Das 100. Geschäftsjahr der Volksbank im Märkischen Kreis war ein sehr erfolgreiches: Im Kreditgeschäft ist man dank hoher Nachfrage erneut überdurchschnittlich gewachsen und die Bilanzsumme stieg erstmals auf über zwei Milliarden Euro. „Die Bank ist im 100. Jahr ihres Bestehens quicklebendig“, sagte Vorstandsprecher Karl-Michael Dommes bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz am Freitag.

Weitere Entwicklungen untermauern diese Aussage. Die Nachfrage nach Wertpapieranlangen, Immobilien und im Auslandsgeschäft ist deutlich gestiegen. Das Zins- und Provisionsergebnis entwickelte sich ebenfalls positiv. „So will man es eigentlich immer haben. Es scheint so, als ginge es stetig bergauf“, beschreibt Dommes die vergangenen Jahre. Seit 2009 ist die Bilanzsumme des Instituts um 38 Prozent gestiegen. Ende 2017 lag sie mit 2,075 Milliarden Euro erstmals über die Zwei-Milliarden-Marke.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen hervorragend

Als Radfahrer weiß der sportliche Bankvorstand aber: „Auch wenn es lange bergauf geht, irgendwann geht es auch mal wieder bergab.“ Dieser Zeitpunkt sei aber nicht zu sehen. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien hervorragend.
Das bereits in den Vorjahren überdurchschnittliche Kreditwachstum hat sich bei der Volksbank auch 2017 fortgesetzt. Unternehmen und Baufinanzierungskunden nutzten das Zinsniveau und die positive Wirtschaftslage umfangreich für Investitionen und sorgten bei der Volksbank für ein Kreditwachstum von 7,44 Prozent.

Einlagenwachstum überschaubar

Das Einlagenwachstum zeigte sich mit 0,8 Prozent überschaubar, sei aber in der derzeitigen Zinsphase sowohl für Kunden als auch Bank der richtige Trend. Dommes: „Einlagen, die wir nicht im Kreditgeschäft herausgeben können, sind für uns aufgrund von Negativzinsen tendenziell defizitär und für den Anleger gibt es außerdem unter Renditegesichtspunkten deutlich bessere Alternativen.“ Besonders erfreulich sei daher, dass der Trend zur Wertpapieranlage 2017 deutlich stärker zu spüren war, als in den Vorjahren.

Trend hin zu Wertpapieren

Die Kunden sorgten im Aktiengeschäft als auch bei Sparplänen in Investmentfonds für einen Zuwachs von jeweils zehn Prozent. Die Anzahl der Kundendepots stieg bei der Volksbank um rund 330 Stück. Im Ergebnis stieg die Bilanzsumme der Bank um 5,3 Prozent auf erstmals über zwei Milliarden Euro: „Dass wir diese Marke ausgerechnet in unserem 100. Jahr überschritten haben, freut uns sehr. Ist es doch ein klares Zeichen für das uns entgegengebrachte Vertrauen und den Bedarf an genossenschaftlichem Bankgeschäft“, betont Dommes.

Zuwachs im Provisionsgeschäft

Und auch der Blick auf die Gewinn- und Verlustrechnung des Jubiläumsjahres stellt die Vorstände sehr zufrieden: Der zuletzt noch rückläufige Zinsüberschuss nahm 2017 um 2,8 Prozent zu, das Provisionsergebnis legte um zehn Prozent auf über zwölf Millionen Euro zu. Letzteres sei insbesondere auf die deutlich gestiegene Nachfrage im Wertpapiergeschäft zurückzuführen. Aber die Volksbank konnte unter anderem auch in der Immobilienvermittlung, dem Auslandsgeschäft und dem Zahlungsverkehr punkten.

Eigenes Team fürs Auslandsgeschäft

„Im Auslandsgeschäft spüren wir eine stetig erhöhte Nachfrage unserer mittelständischen Kunden, die uns zunehmend Unterstützung im grenzüberschreitenden Geschäft abverlangen“, so Vorstand Krebs, der die bereits vor vielen Jahren getroffene Entscheidung der Bank, dafür weiterhin ein eigenes Team einzusetzen, deutlich bestätigt sieht. Und die Möglichkeiten der zunehmenden Spezialisierung verfolgt die Volksbank weiter – so zuletzt erfolgreich im Bereich der Projektfinanzierungen. Krebs: „Die Anforderungen der mittelständischen Klientel, die selbst auf Wachstumskurs ist – steigen stetig. Die zurückliegenden Fusionen und das seitdem erreichte Wachstum hat es uns jedoch ermöglicht, mit diesen Anforderungen zu wachsen und heute ein starker Partner des Mittelstandes zu sein.“

3,5 Prozent Dividende geplant

Die Maßnahmen des in den vergangenen Jahren betriebenen aktiven Kostenmanagements sorgten 2017 außerdem für moderat sinkende Kosten, die sich zusätzlich positiv auf das Ergebnis auswirken. Hieraus plant die Volksbank – vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Vertreterversammlung Ende Mai – eine Dividende in Höhe von 3,5 Prozent an ihre rund 38.500 Mitglieder auszuschütten. „Damit sollen unsere Eigentümer am sehr guten Ergebnis unseres Jubiläums-Geschäftsjahres beteiligt werden“, stellt Dommes eine um 0,5 Prozentpunkte erhöhte Dividende gegenüber dem Vorjahr in Aussicht.

 

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