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Jill Wagner, Kita-Leiterin, Gerhard Winkler, Nici Gabriel, Bereichsleiterin SOS-Kinderdorf, und Dr. Arnhild Scholten, Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, laden am 9. September zum "Tag des offenen Denkmals" in die SOS-Kindervilla ein. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Die SOS-Kindervilla an der Freiherr-vom-Steinstraße lädt am Sonntag, 9. September, zum „Tag des offenen Denkmals“ ein. Von 14 bis 17 Uhr sind alle Besucher in dem denkmalgeschützten Gebäude, das in den Jahren1911/12 errichtet worden ist, willkommen. „Wir laden ein zu Kaffee und Kuchen“, sagt Hausherr Gerhard Winkler. Er wird ebenso wie Mitglieder des Gesichts- und Heimatvereins an Bord sein.

Kita und Familienzentrum

Er hat das Gebäude vor einigen jahren von der Stadt Lüdenscheid erworben und mit viel Liebe zum Detail, hohem finanziellen Aufwand wieder hergerichtet und an das SOS-Kinderdorf vermietet. Das SOS-Kinderdorf nutzt es als Kindertagesstätte.

„Kinder und Denkmal, das ist doch eine schöne Verbindung“, sagt Gerhard Winkler. Er hofft, dass am Sonntag möglichst viele Kinder aus der Einrichtung dabei sind und den Besuchern zeigen, wie quirliges Kinderleben in einem Denkmal aussieht.

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Aufwändiger Umbau

Er selbst hat eine besondere Verbindung zu dem Gebäude. Als Säugling war er ab 1944 in dem ehemaligen städtischen Gebäude untergebracht. „Als Baby bin ich im Waschkeller sicher häufig abgeschrubbt worden“, sagt er. Als Erwachsener sorgte er schließlich dafür, dass das Haus alle Brandschutzauflagen erfüllt. So ließ Gerhard Winkler beispielsweise ein zweites Treppenhaus und einen Notausgang über das Dach errichten. Stuckarbeiten und der Balkon wurden bei der Erneuerung des Gebäudes erhalten.

Denkmal seit 2005

Das Haus wurde 2005 in die Denkmalliste der Stadt Lüdenscheid eingetragen. Es zeigt laut Beschreibung in der Liste das große Ausmaß öffentlicher Fürsorge in der Zwischenkriegszeit.

Für die Erhaltung und Nutzung des Gebäudes liegen wissenschaftlich-architekturgeschichtliche Gründe vor, da es sich um ein überdurchschnittlich fein durchgebildetes Beispiel neoklassizistischer Architektur handelt, so dass in der Zusammenschau auch mit unmittelbar benachbarten Baudenkmälern die Entwicklung architektonischer Stilrichtungen im frühen 20. Jahrhundert anschaulich wird.

Die SOS-Kindervilla ist im April 2014 in das komplett renovierte Haus eingezogen. Zurzeit werden hier 41 Mädchen und Jungen aus elf Nationen betreut. „Das funktioniert hervorragend“, sagt Leiterin Jill Wagener. Was an der Freiherr-vom-Stein-Straße als Kita begann, wurde 2017 zum zertifizierten Familienzentrum weiterentwickelt.

Auch das Zepp ist geöffnet

Als zweites Lüdenscheider Baudenkmal ist am 9. September auch das 1889 bezogene Zeppelin-Gymnasium geöffnet (14 bis 17 Uhr).

 

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