Sechs dieser Impfstraßen sind im Festsaal der Schützenhalle aufgebaut. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Landrat Marco Voge ist mächtig stolz. Das Impfzentrum in der historischen Schützenhalle Loh ist startklar. „Jetzt fehlt nur noch der Hauptdarsteller.“ Der Landrat meint den Impfstoff, mit dem die Corona-Pandemie bekämpft werden soll. Viele Fragen sind noch offen. Wann kann es in dem zum Impfzentrum umgerüsteten Saalbau losgehen? Wie viele Impfdosen werden wann geliefert? Ab wann können die sechs Impfstraßen unter Volllast betrieben werden? Wann hat das Impfzentrum seine Aufgabe erfüllt? Und wie hoch ist die Impfbereitschaft in der Bevölkerung? Klar ist aber: Zunächst werden mobile Teams ab 27. Dezember ausrücken und zunächst die rund 18.000 Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen in den Seniorenheimen impfen.

“Haben unsere Hausaufgaben gemacht”

Landrat Marco Voge (links, mit Karsten Runte) ist stolz auf das Gemeinschaftswerk. Foto: Wolfgang Teipel

Klaus-Peter Hohage, Leiter des Krisenstabs beim Märkischen Kreis, sagt: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Karsten Runte, stellvertretender Kreisbrandmeister, erklärt: „Wir sind zu 99,9 Prozent fertig.“ Ein wenig Feintuning sei noch nötig, sicher auch in den ersten Tagen des Betriebs.

Am Montag stellten Landrat Marco Voge und Vertreter der Feuerwehr und der Kassenärztlichen Vereinigung den Medien das Impfzentrum vor, das für die heiß ersehnte Impfaktion hergerichtet worden ist. Beteiligt waren Mitarbeiter des Märkischen Kreises, Mitarbeiter des Dienstleisters Optimal Messe- und Ausstellungsbau Menden, das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr Lüdenscheid.

2200 Quadratmeter Bodenbelag verlegt

Zeit für einen kleinen Scherz. „Auf die Farbe hatten wir keinen Einfluss“, sagt Marco Voge mit Blick auf den neuen grünen Bodenbelag, der das Parkett in der Halle vor Schäden schützen soll. „Wir mussten nehmen, was da war.“ Immerhin mussten auf die Schnelle 2200 Quadratmeter Material beschafft und verlegt werden. Unter dem Strich seien mit großem personellen und logistischen Aufwand nach dem Erlass durch die Landesregierung alle Anforderungen an ein Impfzentrum erfüllt worden. „Alle Beteiligten haben hervorragend zusammengearbeitet“ bestätigt der leitende Arzt Dr. Gregor Schmitz.

Unter Volllast kann das Impfzentrum an sieben Tagen in der Woche von 8 bis 20 Uhr rund 42.000 Impfungen pro Monat vornehmen. Anfangs würden allerdings nur ein bis zwei der insgesamt sechs Impfstraßen in Betrieb gehen, schätzt Karsten Runte. Das richte sich nach der Menge des angelieferten Impfstoffs.

Erste Impfberechtigte im Januar

Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass die ersten Impfberechtigten noch im Januar in der historischen Schützenhalle vorsorgt werden können.

Wie läuft das Ganze ab? Wer geimpft werden möchte, muss sich zuvor telefonischen anmelden. Das läuft über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe unter der Telefonnummer 116117. Die Terminvergabe hat aber noch nicht begonnen. Mehr dazu unter www.kvwl.de/presse/pm/2020/2020_12_14_kvno.htm

Wer einen Impftermin erhalten hat (voraussichtlich  ab Anfang des neuen Jahres), muss sich zunächst an der Fieberstation die Temperatur messen lassen. Dann erfolgt die Registrierung. In einer Wartezone muss der Impfling warten, bis er zum Impfgespräch gebeten wird. Hier werden medizinische Indikationen abgefragt. Zudem erhält der Impfling neben schriftlichen Informationen auch eine mündliche Aufklärung über die bevorstehende Impfung. Dann erfolgt die Impfung (in der Regel in den Oberarmmuskel). Anschließend, so die Empfehlung, soll sich der Impfling bis zu 30 Minuten in der Ruhezone aufhalten. „Für den Fall, dass Komplikationen auftreten“, sagt Dr. Gregor Schmitz. Danach geht’s zum Auschecken, bei dem der Impfling nochmals registriert wird.

In der Ruhezone ist reichlich Platz für die Geimpften, die hier bis zu 30 Minuten warten sollen, ehe sie auschecken. Foto: Wolfgang Teipel

Die gesamte Prozedur werde etwa 40 bis 50 Minuten dauern, schätzen Dr. Gregor Schmitz und Jochen Reiffert. Der Kiersper Hausarzt ist der stellvertretende Leiter des Impfzentrums.

Ein Durchgang dauert 40 bis 50 Minuten

Die Anmeldungen für die ersten impfberechtigten Personengruppen werden telefonisch aller Voraussicht nach ab Anfang des neuen Jahres entgegen genommen. Der Zugang, die Überprüfung und schließlich die Impfung und die abschließende Datenerfassung sollen pro Person etwa 40 bis 50 Minuten in Anspruch nehmen.

Gibt es Schätzungen, wie viele Menschen sich impfen lassen wollen? „Darauf haben wir noch keine seriöse Antwort“, sagt Dr. Gregor Schmitz. Er ist allerdings über die Rückmeldungen aus den Reihen des Pflegepersonals enttäuscht. „Nur 15 bis 20 Prozent (Stand Montag, 21. Dezember) haben bisher einer Impfung zugestimmt“, sagt er und hofft, dass sich das in den nächsten Tagen noch ändert.

Kreis beantwortet zahlreiche Fragen

Nach Einschätzung des Krisenstabs genügen die Räumlichkeiten in der Schützenhalle nur in der Startphase den Anforderungen des Landes. Zusätzliche Kapazitäten können zu einem späteren Zeitpunkt an einem zweiten Standort in der ehemaligen Firma Kottmann in Iserlohn geschaffen werden. Unter diesem Link findet Ihr Antworten auf zahlreiche Fragen rund um die Corona-Impfung. Es handelt sich um eine Zusammenstellung des Märkischen Kreises. https://www.maerkischer-kreis.de/corona/impfzentren/FAQ_Impfzentren_MK.pdf

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