Minister Volker Wissing mit Gespräch mit Ersan Acer: Acer besitzt ein Haus an der Altenaer Straße unmittelbar unter der Brücke. Wie es für ihn weitergeht, ist noch unklar. Foto: Guido Raith

Lüdenscheid. Die gesperrte Talbrücke Rahmede soll so schnell wie möglich durch einen Neubau ersetzt werden: Das hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing am Donnerstag, 11. August, bei einem Besuch in Lüdenscheid betont. Die Vollsperrung der A45 bei Lüdenscheid sei eine extrem hohe Belastung für die Stadt und die Region. Daher sei die Fortsetzung der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen allen beteiligten Ministerien und Behörden, aber auch der Dialog mit den Betroffenen vor Ort umso wichtiger, erklärte Wissing im Anschluss an ein Spitzengespräch mit Vertretern von Bund, Land, Wirtschaft und Lüdenscheider Akteuren.

Vorab hatte der Bundesverkehrsminister sich selbst ein Bild von der Lage gemacht: Wissing informierte sich an der Altenaer Straße über die Baustelle, die unterhalb der Talbrücke Rahmede eingerichtet ist. Experten der Autobahn GmbH des Bundes erläuterten dem Minister unter anderem, worauf bei der für Dezember geplanten Sprengung des Bauwerks zu achten ist. Anschließend sprach Sebastian Wagemeyer, Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid und von Wissing eingesetzter Bürgerbeauftragter rund um das Thema Autobahnbrücke, über die schwierige Verkehrssituation, die die Vollsperrung der A45 verursacht. Auch auf „die vielen katastrophalen Folgen für die Menschen, die hier leben und arbeiten“, wies Wagemeyer hin.

Volker Wissing zu den Jouzrlanistinnen und Journalisten: „Ich bin seit meinem Amtsantritt am 8. Dezember mit dieser Brücke in sehr kurzen Abständen regelmäßig befasst.“ Foto: Guido Raith

Nach dem Spitzengespräch ging es mit einer Pressekonferenz weiter. Neben Volker Wissing und Sebastian Wagemeyer stellte sich mit Stephan Krenz auch der Vorsitzende der Geschäftsführung der Autobahn GmbH den Fragen der Journalistinnen und Journalisten. Die wichtigsten Aussagen:

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Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: „Der Neubau der Talbrücke Rahmede hat meine besondere Aufmerksamkeit. Ich weiß, wie sehr die Situation die Bürgerinnen und Bürger vor Ort belastet. Deshalb war es mir sehr wichtig, mir ein Bild zu machen und mit Betroffenen persönlich ins Gespräch zu kommen. Sie können sicher sein: Wir tun seit der Sperrung der Talbrücke alles, um den Neubau effektiv und zügig zu planen – und die Lüdenscheider möglichst schnell zu entlasten. Deshalb helfen wir Anwohnern auch bei Vorkehrungen für den Lärmschutz und haben das Bundesfernstraßengesetz angepasst. Wir nehmen die Situation in Lüdenscheid sehr ernst und wollen schnell und bürgernah helfen. Gleich mit der Sperrung der Talbrücke hat die Autobahn GmbH großräumige Umleitungsstrecken ausgewiesen. Dadurch haben wir vor allem die Transitverkehre deutlich reduziert. Klar ist jedoch: Das reicht noch nicht. Deshalb sind wir gerade dabei, weitere Umleitungsstrecken zu ertüchtigen. Bei zwei derzeit höhenbeschränkten Bahnbrücken im Zuge der B54 legen wir die Straßen darunter etwas tiefer, sodass in Zukunft auch Lkw unter diesen Brücken durchfahren können. Dadurch können künftig Umleitungsverkehre bereits früher von der Autobahn abfahren, sodass sich der Verkehr im Straßennetz besser verteilt. Beim Bundeswirtschaftsministerium gibt es bereits diverse Förderinstrumente, um betroffene Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen zu unterstützen. Außerdem habe ich meinen Kollegen Robert Habeck gebeten, zu prüfen, welche weiteren Leistungen im Rahmen einer Wirtschaftsförderung – vergleichbar den Corona-Hilfen – individuell für betroffene Unternehmen in Lüdenscheid gewährt werden könnten.“

Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autobahn GmbH: „Unser Ziel ist es, so schnell wie möglich eine neue Brücke zu bauen. Dafür arbeiten wir seit Jahresbeginn mit Hochdruck parallel auf allen Ebenen. Dabei müssen wir uns im gesetzlichen Rahmen bewegen und mit allen Betroffenen Einvernehmen erzielen.“

Sebastian Wagemeyer, Bürgermeister der Stadt Lüdenscheid und Bürgerbeauftragter: „Die Vollsperrung der A45 und seit kurzem auch die langfristige Sperrung der Eisenbahnbrücke in Brügge führen dazu, dass wir als Stadt Lüdenscheid ein gutes Stück weit von der Außenwelt abgeschnitten sind. Gleichzeitig haben wir täglich mit einer immensen Verkehrsbelastung und langen Staus zu kämpfen. Das ist eine unerträgliche Situation für unsere Wirtschaft, für die Zukunft unserer Stadt und Region und nicht zuletzt für die Menschen, die hier leben und arbeiten. Das größte Problem ist und bleibt der Schwerlastverkehr. Aus Lüdenscheider Sicht gibt es bislang keine zufriedenstellende Lösung für eine großräumige Umleitung des Lkw-Durchgangsverkehrs. Das muss sich schnellstmöglich ändern. Die Vollsperrung der A45 hat außerdem zahllose Schäden zur Folge – auch finanzieller Art. Dafür braucht es Ausgleichszahlungen. Die Menschen in Lüdenscheid und der Region haben das Recht auf eine Perspektive und Lösungen, die in naher Zukunft realisiert werden. Es ist ein gutes und wichtiges Signal, dass Bundesverkehrsminister Volker Wissing sich heute persönlich ein Bild von der schwierigen Situation in Lüdenscheid macht und das Gespräch mit den Menschen vor Ort sucht. Wir müssen und werden im Dialog bleiben, um das Problem zu lösen.“

Quelle: Pressemitteilung Brückenbauer-Büro

Ab 15.30 Uhr stellte sich der Minister Im Rahmen eines Bürgergesprächs im Innenhof der Stadtwerke Lüdenscheid an der Lennestraße den Fragen Bevölkerung. Bei der Diskusion mit Anwohnerinnen und Anwohnern der Umleitungsstrecken und weiteren Bürgerinnen und Bürgern ging es zeitweise recht emotional zu. Des öfteren erklangen auch Buhrufe.

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