Hagen-Innenstadt. Angst und Schrecken verbreitend sorgte gestern Nachmittag ein heranwachsendes Wildschwein in der Einkaufszone für einen aufsehenerregenden Einsatz der Polizei – und bezahlte sein Abenteuer mit dem Leben.

Tier war in großer Panik

„Überläufer“ nennt der Jäger ein heranwachsendes Wildschein, und ein solcher, etwa 40 Kilogramm schwerer Halbstarker hatte sich offensichtlich verirrt. Zuerst wurde das Tier, so berichtet die Tageszeitung „Westfalenpost“ in ihrem Internetauftritt, in der Hochstraße von einem Passanten gesichtet. Der alarmierte sofort die Polizei. Nach deren Schilderung war das Tier in Panik. In der Kampstraße drang es durch den Seiteneingang in den „Kaufhof“ ein; bei der Glasdrehtür, so die „Westfalenpost“, verletzte es sich, was die Panik noch steigerte. Der junge Keiler durchquerte das Kaufhaus und rannte durch den Haupteingang hinaus in die belebte Fußgängerzone. Dabei demolierte es ein paar Scheiben, ehe es auf der gegenüberliegenden Straßenseite in eine Lottoannahmestelle an der Elberfelder Straße lief und dort Kunden und Verkäufer vertrieb.

Handwerker von der Leiter gestoßen

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei noch keine Hinweise auf Verletzte; die Beamten griffen jedoch zu den Waffen, um den Keiler mit mehreren Schüssen aus einer Dienstpistole und aus einer Maschinenpistole zu erlegen: Die Polizei sah sich gezwungen, so zu handeln, um eine drohende Gefahr abzuwehren. Im Nachhinein hat sich dann noch herausgestellt, dass das panische Tier im Bereich des Stadtgartens einen Handwerker von einer Leiter gestoßen hatte. In der Fußgängerzone wurde ein Kind durch den „Überläufer“ leicht am Bein verletzt.

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„Tier in Panik ist große Gefahr!“

„Einen solchen Einsatz habe ich in all den Jahren noch nicht erlebt“, zitiert die „Westfalenpost“ Hauptkommissar Roger Krowinus: „Das war keine harmlose Situation. So ein Tier in Panik stellt eine große Gefahr dar. Wir können von Glück sagen, dass am Ende nichts Schlimmeres passiert ist.“

Treibjagden auf Wildschweine

Der Bereich rund um die Lottoannahmestelle wurde durch die Polizei abgesperrt. Mitarbeiter des Wirtschaftsbetriebs Hagen holten den Kadaver ab. Laut „Westfalenpost“ gebe es in Hagen zu viele Wildschweine. Stadt-Förster Michael Knaup berichtete der Tageszeitung, dass für die kommenden Wochen ohnehin schon mehrere Treibjagden geplant seien.

 

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