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Die Bürgermeisterkandidaten Ulrich Schulte (links) und Patrick Hansmann
Die Bürgermeisterkandidaten Ulrich Schulte (l.) und Patrick Hansmann beantworten in einem schriftlich geführten Interview Fragen zu Klimaschutz, Radverkehr und Tierschutz. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. BUND, Fridays For Future, ADFC, Tierschutzverein, Initiative Plettenberg brummt – diese fünf Vereine und Gruppen haben sich zusammengetan und den beiden Bürgermeisterkandidaten Patrick Hansmann (CDU) und Ulrich Schulte (parteilos) vor der Kommunalwahl am 13. September Fragen aus ihren jeweiligen Engagementsbereichen gestellt. Beide Kandidaten haben diese Fragen ausführlich beantwortet.

Hier ist das – schriftlich geführte – Interview mit Ulrich Schulte. Die Antworten von Patrick Hansmann finden sie hier: click.

Klimaschutz

Wie möchten Sie als Bürgermeister den Klimaschutz fördern, liegt Ihnen Umwelt- und Naturschutz persönlich am Herzen?
Klimaschutz ist für mich in erster Linie Ressourcenschutz. Wir müssen den Verbrauch fossiler Brennstoffe reduzieren. Nicht nur, weil dadurch der CO2-Gehalt der Luft erhöht wird, sondern auch weil diese fossilen Brennstoffe endlich sind und wir eine Verantwortung gegenüber kommenden Generationen haben, diese nicht nur für unsere eigenen Zwecke zu verbrauchen.
Um den Klimaschutz zu fördern, hat die Stadt Plettenberg in den letzten Jahren große Teile der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt. Ich habe den Baubetriebshof aufgefordert, hier ständig Fördermittel abzurufen und weiter zu machen. In vielen städtischen Gebäuden wurden Heizungen erneuert, Fenster ausgetauscht und Dächer gedämmt. Das Rathaus hat z.B. einen Gasbrennwertheizung mit Kaskadenaufbau bekommen, die von einer thermischen Solaranlage unterstützt wird. Für das Gymnasium planen wir gerade an einem BHKW.
Was sicherlich verbesserungswürdig ist, ist die mediale Umsetzung solcher Maßnahmen, damit die Bürgerinnen und Bürger erkennen, dass die Stadt klimafreundlich handelt und damit eine Vorbildfunktion übernimmt.
Eine generelle Umstellung der städtischen Gebäude auf Solartechnik erfolgt nicht. Immer dann, wenn ein Gebäude eingerüstet werden muss, weil ein Bauteil defekt ist (z.B. die Fenster), werden auch gleich alle anderen Bauteile auf Sanierungsbedarf geprüft (Dämmung des Daches, Streichen der Hauswand, Solaranlage, wenn statisch möglich…). Das wirkt nach außen so, als ob die Stadt nicht zielgerichtet ihre Maßnahmen auf Klimaschutz ausrichtet, weil eben nicht alle städtischen Gebäude kurz hintereinander Solaranlagen erhalten. Das ist aber nicht so.
Zu Reduzierung der Emissionen beim Fahrzeugverkehr hat die Stadt seit 2016 ein E- Fahrzeug (BMW I3) und zwei E-Dienstfahrräder. Die E-Bikes werden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenfrei am Wochenende zur Verfügung gestellt. Damit soll erreicht werden, dass einige auf den Gedanken kommen, sich selbst ein solches E-Bike zuzulegen und zukünftig den eigenen Pkw weniger zu nutzen.
Die Stadt Plettenberg arbeitet zurzeit zusammen mit anderen Städten und dem Märkischen Kreis an einem Klimaschutzkonzept. Daraus werden sich weitere Maßnahmen in der Zukunft ergeben.
Klimaschutz durch das Einsparen von CO2 lässt sich im Übrigen auch durch den Verzicht auf Fleisch erreichen. Schließlich werden 25% der CO2-Emissionen durch Landwirtshaft und Ernährung verursacht. Das ist mit ein Grund, warum ich seit anderthalb Jahren Vegetarier bin.
Im Bereich Umwelt- und Naturschutz ist m.E. der Müll in der Landschaft derzeit das größte Problem. Die Sorglosigkeit, mit der Menschen ihren Abfall in der Natur entsorgen, hat zugenommen. Ich nutze deshalb auch häufig Spaziergänge mit den Hunden zum Müllsammeln. Die Aktion „Plettenberg putzmunter“ muss daher bestehen bleiben und private Müllsammelaktionen sind weiterhin vom Baubetriebshof zu unterstützen. Darüber hinaus müssen an Brennpunkten Müllbehälter installiert und vermehrt Kontrollen durchgeführt werden.

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Werden Sie sich um die Einstellung einer Fachkraft für Klimaschutzmanagement bemühen, damit Fördermittel beantragt werden und Klimaschutzprojekte geplant und umgesetzt werden?
Ich arbeite schon lange in der Verwaltung und kenne bestimmte Strukturen und Fördermaß- nahmen. Ideelle Ziele (wir wollen jährlich Betrag X einsparen, wir wollen X % CO2 reduzieren, wir verwenden kein Tropenholz etc.) werden häufig konkreten Zielen geopfert, wenn diese sich widersprechen. Geförderte Stellen verschwinden häufig, wenn die Förderung ausläuft. Daher bin ich mit solchen Dingen vorsichtig.
Die Einstellung einer Fachkraft für Klimaschutzmanagement ist im Rahmen der Aufstellung des Klimaschutzkonzeptes diskutiert, aber zunächst verworfen worden. Das hätte m.E. nur Sinn gemacht, wenn alle beteiligten Kommunen sich eine Fachkraft geteilt hätten und so die Finanzierung dauerhaft gesichert wäre.
Alternativ bin ich in Kontakt mit der Verbraucherzentrale. Dort wird sich die Stadt Plettenberg ab 2021 an der zusätzlichen Stelle eines Energieberaters beteiligen. Dieser Energieberater wird nicht nur die Stadt, sondern vor allem auch Privatleute hinsichtlich ihres Energieverbrauchs beraten. Dazu wird er Präsenztage im Plettenberger Rathaus haben und auch Hausbesitzer gezielt beraten, was sie an ihren Gebäuden verändern können, um Ressourcen zu schonen. Das erscheint mir zielgerichteter und effektiver.

Fahrradverkehr

Wie stehen Sie zum Thema Fahrrad, Radverkehr im Alltag und ADFC?
Klimaschutz und Parkplatzprobleme werden sukzessive dazu führen, dass der private Pkw an Bedeutung verliert und sowohl das Fahrrad als auch der ÖPNV an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung ist in Großstädten, in denen auch die o.g. Probleme gravierender sind als in Plettenberg, stärker zu erkennen als bei uns. Um auf das Thema vorbereitet zu sein, habe ich es selbst im letzten Jahr in ein Bürgerforum eingebracht.
Radverkehr im Alltag entlastet die Straße und reduziert den Flächenverbrauch für Pkw-Stellplätze. Der ADFC kann als sachkundige Interessenvertretung hier hilfreich beratend tätig werden, damit die richtigen Planungen angestoßen werden.
Die Überlegungen zu einem verstärkten Radverkehr dürfen nicht an den Stadtgrenzen aufhören, damit ein funktionierendes System entsteht, das vor allem ÖPNV und Radverkehr sinnvoll ergänzt. Die Stadt Plettenberg wird deshalb zusammen mit dem Märkischen Kreis und den anderen Städten im MK einen „Masterplan Radverkehrsnetz MK“ entwickeln und umsetzen. Dieser Masterplan hat vor allem den Alltagsradverkehr im Fokus.
Wie wollen Sie neue Radwege in und zur Innenstadt von Plettenberg realisieren, obwohl keine neuen Flächen vorhanden sind? 
Wir brauchen m.E. weniger neue Radwege zur Innenstadt, sondern vielmehr bessere Anbindungen der Wohngebiete an die bestehenden Radwege, damit diese für den Alltagsverkehr besser genutzt werden. Darüber hinaus muss überlegt werden, ob die bestehenden Talradwege in ihrer jetzigen Breite ausreichend sind oder vergrößert werden müssen.
Die vielfach geforderte Ausweisung von Flächen für den Radverkehr auf bestehenden Straßen ist nicht ungefährlich, weil sie eine falsche Sicherheit vermittelt. Dies hat eine Studie der Landesverkehrswacht ergeben. Dies gilt vor allem deshalb, weil in Plettenberg viel Schwerlastverkehr auf den Straßen unterwegs ist.

Wie schnell und mit welchen Maßnahmen sollen die Lücken im Radnetz geschlossen werden und die vielfach bekannten, gefährlichen Stellen entschärft werden?
Das überarbeite Radwegekonzept wird die Punkte darstellen, die einer Änderung/ Erneuerung bedürfen. Dabei wird es auch eine Priorisierung und einen Zeitrahmen geben.
Für den Lückenschluss in Teindeln gibt es eine neue Initiative, der Lückenschluss Richtung Landemert wird voraussichtlich noch dieses Jahr erfolgen. Eine Anbindung der Ortschaft Siesel scheitert derzeit noch am Veto der unteren Wasserbehörde. Hier muss noch mal angesetzt werden. Ebenso muss noch mal versucht werden, im Böddinghauser Feld einen zweiten Weg im Lennevorland zu bauen, damit Rad- und Fußgängerverkehr an dieser viel genutzten Stelle getrennt werden können. Viele gute Ideen zum Radverkehr scheitern nicht am Wollen der Stadt, sondern an übergeordneten Behörden. Der Radweg im Oestertal benötigt ebenfalls noch eine Verbindung zwischen dem Wohngebiet „An den Kämpen“ und der Straße „An der Mühle“. Hierfür gibt es aber noch keine Planung.
Darüber hinaus bitte ich um Angabe der vielfach bekannten, gefährlichen Stellen. Konkrete Angaben kann ich nur bei konkreten Fragestellungen machen.

Unterstützen Sie einen „Arbeitskreis Radverkehr“?
Die Stadt Plettenberg wird zukünftig das Radverkehrskonzept häufiger evaluieren. Auch am o.g. Masterplan muss die Stadt Plettenberg aktiv mitarbeiten. Bei diesen Projekten ist die Einbindung des ADFC ein wichtiger Baustein. Darüber hinaus kann der ADFC sich bei allen Bauleitplanungen der Stadt durch Hinweise und Anregungen aktiv einbringen. Damit wäre eine Herangehensweise an das Thema Radverkehr über Projekte und Sachthemen gewährleistet.
Einen von konkreten Projekten losgelösten Arbeitskreis Radverkehr sehe ich aber kritisch, da die Herangehensweise interessenorientiert ist. Das würde aus Gründen der Gleichbehandlung bedeuten, dass die Stadt Plettenberg für viele verschiedene Interessengruppen Arbeitskreise gründen müsste. Das kann nicht gestemmt werden und würde letztlich das Verwaltungshandeln erschweren.

Mit welchen Aktivitäten unterstützen Sie den Radweg Lenneroute?
Jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied. Die Lenneroute leidet folglich darunter, dass sie nicht durchgehend ungefährdet befahrbar ist. Viele dieser Problempunkte liegen außerhalb von Plettenberg und damit nicht in meinem Einfluss. Wichtig auf Plettenberger Stadtgebiet ist aber der Lückenschluss in Teindeln. Hier hatte ich bereits Kontakt mit allen Landtagsabgeordneten und habe es aufgrund der aktuellen Resolution nochmals. Die vom Werdohler Ratsherrn Jürgen Henke geforderte Resolution beider Städte habe ich selbst geschrieben und an Werdohl zur Übernahme des Textes weitergeleitet. Dabei habe ich auch die Idee aufgebracht, alle heimischen Landtagsabgeordneten nochmals in das Thema einzubinden.
Bislang kam keine Einigung zwischen Straßen.NRW und der unteren Wasserbehörde über den Streckenverlauf in Teindeln zustande. Ich habe mich selbst beim Landrat darum bemüht, hier eine Einigung zu erreichen. Der Kreis hat sich daraufhin aus dem Thema herausgezogen. Leider hängt es nun an einer fehlenden Abstimmung zwischen oberer Wasserbehörde (Bezirksregierung Arnsberg) und Straßen.NRW.
Auf Plettenberg Stadtgebiet ist die Lenneroute zwar weitgehend befahrbar, aber könnte auch verbessert werden. Derzeit führt die Lenneroute über die private Hoffläche am Forsthaus Soen. Zur Sicherheit soll in diesem Bereich das Fahrrad geschoben werden. Eine Fahrradroute mit Schiebestrecken lässt sich schlecht bewerben. Hier wäre m.E. eine Umfahrung durch den Wald besser geeignet. Gleiches gilt für den Radweg auf dem Lennedamm hinter dem Schulzentrum Böddinghausen. Dieser Bereich wird für einen vernünftigen Radverkehr zu stark durch Fußgänger genutzt. Auch hier wäre eine Umfahrung bzw. ein Parallelweg sinnvoll. Diese Idee ist bisher leider am Widerstand der Wasserbehörden gescheitert.

Wie wollen Sie die Parksituation von Fahrrädern in der Stadt und an Schulen verbessern? 
Die aktuellen Pläne zur Innenstadtsanierung greifen die veränderte Situation des Radverkehrs schon auf und sehen vor vielen Geschäften Fahrradbügel vor. Darüber hinaus besteht ein Antrag der FDP-Fraktion geschlossene Fahrradstellplätze in der Innenstadt und in Eiringhausen einzurichten. Die Fahrradstellplätze in Eiringhausen werden voraussichtlich gegen Ende des Jahres mit Fertigstellung des ZOB eingerichtet werden. Das genaue Produkt steht noch nicht fest.
In der Innenstadt werden die geschlossenen Fahrradstellplätze im Bereich des Wiedens entstehen. Hier ist nicht sicher, ob dies schon nächstes Jahr erfolgen wird. Eine Idee, diese Fahrradstellplätze im Parkhaus an der Offenbornstraße einzurichten, scheitert vermutlich am langen Fußweg zur Innenstadt.
Für städtische Mitarbeiter, die mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, habe ich bereits im Parkhaus an der Brachtstraße entsprechende Fahrradstellplätze einrichten lassen. Damit wurde ein lange andauerndes Problem der Unterbringung gelöst.
Über die o.g. Varianten kommen natürlich weitere Fahrradstellplätze in Frage, wenn der Bedarf erkennbar wird. Dazu bieten sich überdachte, evtl. mehrstöckige Modelle an, die auf Pkw-Stellplätzen vor dem Rathaus oder vor der Sparkasse aufgestellt werden könnten.
Derartige Fahrradunterstände sollen auch bei den Schulen gebaut werden. Im Rahmen des Bürgerforums zum Thema Radverkehr hatte der Hausmeister der Realschule auf diesen Mangel hingewiesen. Rein theoretisch könnte man beim Gymnasium die alten Fahrradunterkünfte wieder reaktivieren. Diese können aber nicht eingesehen werden und bieten dadurch Gelegenheit für Vandalismus und Diebstahl an den abgestellten Rädern. Daher scheint auch hier ein überdachtes, mehrstöckiges System besser.

Insektenschutz / Tierschutz

Um den Insektenschutz zu verbessern gibt es viele Möglichkeiten für Kommunen, zum Beispiel könnten städtische Mitarbeiter weitergebildet werden. Oder die städtischen Grünflächen sowie Kreisverkehre könnten bienen- und insektenfreundlich bepflanzt werden. Halten Sie solche Maßnahmen für sinnvoll und würden Sie diese unterstützen?
Ja, die Maßnahmen halte ich für sinnvoll und unterstütze sie bereits.
Die städtischen Mitarbeiter verfügen bereits über ein großes Wissen zu naturnaher Bepflanzung und Insektenschutz. Der Gärtnermeister beim Baubetriebshof hätte gerne schon vor Jahren die Pflege der städtischen Grünflächen dementsprechend umgestellt, aber man ließ ihn nicht. Ich habe das geändert.
Vor dem Gymnasium ist in Absprache mit dem Plettenberger Imkerverein vor zwei Jahren eine große Wildblumenwiese entstanden. Diese wurde bei Tiefbauarbeiten beschädigt und dieses Jahr neu eingesät. Neben dem Radweg nach Landemert sind letztes Jahr an einigen Stellen ebenfalls Wildblumenwiesen entstanden. In diesem Jahr wurden an der Weide, am Friedhof in Ohle und am Friedhof in Holthausen Wildblumenflächen angelegt. Darüber hinaus werden einige städtische Flächen nicht mehr regelmäßig gemäht und gemulcht, sondern die Gräser werden wachsen gelassen und nur zweimal im Jahr abgemäht. Am Dingeringhauser Weg habe ich die Fläche eines ehemaligen Kinderspielplatzes einer Privatinitiative überlassen, die dort einen Bienengarten angelegt hat.
Kreisverkehre werden von Städten häufig für das Anpflanzen von Wildblumen genutzt. Sie sind aber weniger geeignet. Das habe ich im Gespräch mit den Eheleuten Rohlmann vor zwei Jahren erfahren. Die Eheleute Rohlmann kommen aus Lüdenscheid und sind aktiv im Insektenschutz unterwegs. Das Problem bei Kreisverkehren ist, dass um die Blühfläche herum ständig Autos kreisen und viele Insekten auf dem Weg dahin Opfer von Windschutzscheiben werden. Darüber hinaus haben Wildblumenflächen das Problem, dass sie vor und nach dem Blühen unansehnlich wirken und es dann immer wieder Forderungen gibt, diese abzumähen. Das hat dazu geführt, dass die Eheleute Rohlmann eine Fläche in Lüdenscheid wieder aufgeben mussten. Flächen außerhalb der normalen Sichtachse der Menschen stoßen auf weniger Widerstand und sind daher besser geeignet.
Ich lade Sie übrigens gerne ein, meine privat angelegten Wildblumenflächen bei mir zu Hause zu besuchen. Das hilft Ihnen vielleicht, sich zu überzeugen, dass meine Angaben nicht nur Worte sind.

Der Schutz von schutzbedürftigen Tieren liegt vielen Menschen am Herzen. Wären Sie bereit eine Tierauffangstation (z.B. für bis zu 8 Tiere) personell und/oder finanziell zu unterstützen?
Eine Tierauffangstation in Plettenberg wäre eine nützliche Einrichtung, die sicherlich auch vom Ordnungsamt für Fundtiere in Anspruch genommen würde. Daher halte ich eine finanzielle Beteiligung der Stadt Plettenberg für zwingend gegeben. Eine personelle Unterstützung stelle ich mir schwierig vor. Hier müssten Sie genauer definieren, was Sie meinen.

Würden Sie grundsätzlich einer Kastrationspflicht für Katzen zustimmen?
Durch die unkontrollierte Vermehrung von Katzen entsteht viel Leid. Verantwortungsbewusste Katzenhalter lassen daher ihre Katzen kastrieren, bevor diese in den Freigang dürfen. Unsere beiden Katzen sind kastriert und ich habe zusammen mit meiner Frau vor einigen Jahren freilaufende Katzen im Industriegebiet Köbbinghausen eingefangen und kastrieren lassen. Herr König vom Tierschutzverein hat uns damals die Falle dafür zur Verfügung gestellt.
Leider verhalten sich nicht alle Katzenhalter verantwortungsbewusst und es kommt zu unkontrollierten Vermehrungen. Eine Kastrationspflicht wäre daher hilfreich. Was moralisch wünschenswert ist, muss aber auch rechtlich durchsetzbar sein. Anders als bei Hunden ist die Zuordnung von Katzen zu einem bestimmten Halter recht schwierig (der Kater unserer Nachbarn hatte phasenweise drei weitere Futterstellen). Eine Satzung zur Kastrationspflicht für Katzen muss also rechtlich einwandfrei sein, damit sie Wirkung zeigt. Die Zuständigkeit für solche Satzungen liegt beim Kreisveterinäramt. Kreise und kreisfreie Städte mit eigenem Veterinäramt machen davon häufig Gebrauch. Kreisangehörige Kommunen wie Plettenberg können damit aber nichts bewirken. Solche Satzungen sind Feigenblätter, die in Schubladen liegen und aus Angst vor Klagen nicht durchgesetzt werden. Bevor also in solche Satzungen Zeit, Personal und Geld investiert wird, halte ich die finanzielle Unterstützung von privaten Kastrationsmaßnahmen für sinnvoller. Daher habe ich in den letzten Jahren auch immer wieder Gelder zur Verfügung gestellt, wenn Frau von Ohle mich darum gebeten hat. Zu einer grundsätzlichen Abstimmung zwischen Stadt und Tierschutzverein über die finanzielle Unterstützung von Kastrationsmaßnahmen hatte ich schon einmal eingeladen, leider ist der Termin geplatzt.
Schön wäre es, wenn der Kreis von seiner Zuständigkeit und seinem Recht etwas forscher Gebrauch machen und solche Kastrationssatzungen erlassen würde.

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