Bild: Ev. Kirchengemeinde Plettenberg

Plettenberg. Viele Kinder gibt es weltweit, denen es nicht so gut geht wie uns, die nie ein Weihnachtsgeschenk bekommen und kaum Perspektiven für ihr Leben haben. Genau deshalb engagiert sich die evangelische Kirchengemeinde Plettenberg bei „Weihnachten im Schuhkarton“. Ziel ist es, Kindern in Armut und großer Not mit einem Geschenk Liebe und Hoffnung zu vermitteln und ihnen zu signalisieren, dass jemand an sie denkt.

Waren es im vergangenen Jahr 755 Päckchen, die sich auf den Weg nach Osteuropa gemacht haben, endete die diesjährige Saison mit einem sensationellen Ergebnis: Das Weihnachtsteam konnte zum ersten Mal die 1.000er Marke knacken und knapp 1.020 Schuhkartons auf die Reise schicken. „In dieser Zeit mit ihren Krisen hat das alle Erwartungen und unsere kühnsten Träume übertroffen. Wir sind überwältigt und zutiefst dankbar!“, freut sich Manuela Winkemann von der evangelischen Kirchengemeinde. „Um ein solch großes Projekt zu stemmen, braucht es viele Leute, die mitmachen und sich engagieren“, weist die Koordinatorin der Sammelstelle in Plettenberg auf die rund 40 Leute aus unterschiedlichen Gemeinden hin, die sich im Plettenberger „Weihnachtsteam“ einbringen. Der Startschuss fiel bereits im September. Seitdem haben die ehrenamtlichen „Weihnachtswichtel“ in allen Schuhhäusern der Stadt wöchentlich Schuhkartons organisiert und beklebt, Spenden zusammengetragen, Pressetexte geschrieben, Kartons gepackt. Jugendliche haben Weihnachtskarten gestaltet und Päckchen bestückt, und auch die Kinder waren eifrig bei der Sache, haben sortiert und gepackt, Werbung in der Jungschar gemacht, beim Laternensingen für die Aktion gesammelt. „Richtig klasse ist, dass manche Kinder ihr Taschengeld ausgegeben haben, um eigene Kartons zu füllen“, freut sich Manuela Winkemann.

Neu dabei in diesem Jahr: Ein Social Media-Auftritt bei facebook und Instagram (wis.plettenberg). Auf diese Weise konnte die Sammelstelle weit verstreut auf die Aktion aufmerksam machen. „Auch wieder an mehreren Freitagen auf dem Wochenmarkt präsent zu sein, war eine tolle Sache, gab es doch viele schöne Begegnungen und durften wir uns über zahlreiche Spenden freuen“, blickt Manuela Winkemann dankbar zurück. „Es gibt immer wieder Leute, die uns Geld in die Hand drücken und sagen: Packt ihr bitte etwas für mich! Von dem Geld kaufen wir ein und legen dann los.“ Hinzukommen große Mengen an kuscheligen Mützen, Schals, Socken und Pullovern von etwa 25 Frauen, die für das Projekt stricken, häkeln oder nähen. Zum Ende hin konnte das Team der Kirchengemeinde aufgrund der zahlreichen Spenden 408 Schuhkarton-Geschenke beisteuern.

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Bei Großeinkäufen komme sie regelmäßig ins Gespräch mit anderen Kunden, „vor allem, wenn ich eine Schlange an der Kasse verursache“, lacht Sammelstellenleiterin Winkemann. An eine Begegnung erinnere sie sich noch sehr gut: Eine Frau aus Kasachstan, schon über 30 Jahre in Deutschland, hört zum ersten Mal von der Aktion und ist begeistert. „Sie konnte sich noch sehr gut an ihre Kindheit und die Verhältnisse in ihrem Land erinnern. Deshalb freute sie sich sehr über die Hilfe und Wertschätzung für ihre alte Heimat.“

Gab es weitere besondere Schuhkarton-Momente? „Zum Beispiel hatten wir über einen christlichen Fußballverbund Kontakt zu „Fortuna Düsseldorf“. Der Verein hat uns unzählige Trikots und Shorts sowie einige Fußbälle gespendet“, erzählt Manuela Winkemann und fügt hinzu: „Wir stellen uns vor, wie demnächst Jungs in der Ferne mit der ganzen Nachbarschaft zusammen kicken. Und wer weiß: Vielleicht erzählt in vielen Jahren mal ein Profi-Fußballer, dass alles mit einem Fußball in einem Schuhkarton angefangen habe.“ Genau deshalb ist „Weihnachten im Schuhkarton“ für das Plettenberger „Weihnachtsteam“ nicht nur ein Hilfsprojekt, sondern vor allem ein Herzensprojekt.

Bild: Ev. Kirchengemeinde Plettenberg