Newcomer-Slam im Roten Saal im Kulturhaus Lüdenscheid. Die vier Gewinnerinnen und ihre beiden Mentoren. Ein beeindruckender Abend mit gefühlvollen Texten. Titelfoto: Jan Trimpop, sonstige Fotos: Iris Kannenberg

Lüdenscheid. Newcomer-Slam im Roten Saal des Kulturhauses. Elf junge Frauen aus dem MK und ein “Sacrifice” stellten sich dem Publikum mit ihren selbstgeschriebenen Poetry-Texten in einem U20 Slam, bei dem es darum ging, die Anwesenden von sich zu überzeugen. Die Teilnehmerinnen hatten im Vorfeld bereits bewiesen, dass sie etwas können, waren sie doch allesamt schon als Siegerinnen aus den jeweiligen Workshops von Marian Heuser hervorgegangen. Jetzt ging es darum, die Sieger der Sieger zu küren. Und die Poetry-Texte der Mädchen konnten sich hören lassen. Sie traten allesamt mit sehr persönlichen Werken an, die nicht nur bestechend ehrlich waren, sondern teilweise auch echten Mut erforderten.

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Beeindruckend

Anna Movesesjan gewann in der Kategorie Herz.

Da ging es um Magerwahn, Depression, Ablehnung und tiefe Verzweiflung gegenüber einer Welt, die offensichtlich besonders von den ganz Jungen sehr viel abverlangt. Und um Sehnsucht nach Liebe, Wärme und dem “einfach mal angenommen sein, so wie man ist”.

Die Mädchen hatten sichtbar ehrlich gemeinte Unterstützung durch gleichaltrige Schulkameraden und Freunde. Der Rote Saal des Kulturhauses war voll. Vielen Älteren hätte es wahrscheinlich ebenfalls gutgetan, an diesem Abend dabei zu sein, einfach, um einmal einen Eindruck davon zu bekommen, was die U20 Generation so fühlt und denkt. Und wie mutig sie sich ihren Problemen stellt.

Sacrifice Luise

Newcomer-Slam im Kulturhaus Lüdenscheid. Luise Wolff macht den Anfang als “Sacrifice”.

Den Einstieg in den Wettbewerb lieferte als “Sacrifice” die sehr souveräne Luise Wolff, die mittlerweile im Märkischen Kreis eine durchaus bekannte Slam Poetin ist. Und auch einmal bei Marian Heuser in einem Workshop angefangen hat.

Sie trug ihren Text gewohnt selbstbewusst und professionell vor und beschrieb darin humorvoll die plötzliche Veränderung eines Menschen, der angeblich nur noch zehn Tage zu leben hat. Luise stellte dabei die Frage, was wirklich wichtig ist im Leben, und warum man das oft erst herausfindet, wenn es eigentlich schon fast zu spät ist.

Sie ging damit nicht in die Wertung ein, zeigte aber sehr deutlich, wie weit man es bringen kann, wenn man sich traut, seinen Traum vom Künstler konsequent zu verfolgen. Luise rockt!

Zwei Runden

Siegerin in der Kategorie Humor: Alexandra Gödde. Sie überzeugte durch eine gelungene Perfomance über ihren Yoga-Kurs.

Danach battleten sich in Runde eins Marleen Türk, Antonie Paul, Alexandra Gödde, Anna Movesesjan und Lara Völker um die begehrten Trophäen, die auch diesmal wieder von Claudia Bäcker-Kirmse gestaltet wurden.

Nach einer Pause ging es weiter in Runde zwei mit Pia Matalla, Antonia Mertens, Selin Baydici, Michelle Bölling, Regina Lang und Debora Jansen.

Es war schwer, bei soviel Talent da eine einzige Siegerin zu küren. Für das Publikum definitiv keine einfache Sache. Glücklicherweise gab es gleich drei Katergorien, in denen bewertet werden konnte. Kategorie Herz, Humor und U-Boot (Tiefgang). Das Publikum stimmte mit Kärtchen ab, die beim Einlass verteilt worden waren und von Marian Heuser in den beiden Pausen wieder eingesammelt wurden. Dann begann die Auszählung. Da konnte das Warten auf das jeweilige Ergebnis für die Mädchen schon ganz schön lang werden.

And the winner is …

Regina Lang. Die Siegerin des Abends in allen Kategorien. Verdient gewonnen.

Den Poetry Slam gewonnen haben schließlich Alexandra Gödde (Humor), Antonie Paul (U-Boot) und Anna Movesesjan (Herz). Gesamtsiegerin aller Kategorien wurde Regina Lang.

Allen gemeinsam darf man nicht nur zu ihrem Sieg gratulieren, sondern auch zu ihren schönen Texten, der gelungenen Performance und der starken Bühnen-Präsenz. So etwas in diesem Alter einfach mal so hinzulegen ist schon beeindruckend.

Talentschmieden

Marian Heuser führte mit Warmherzigkeit, Humor und der ihm angeborenen Rasanz durch das Programm. Ihm war der Stolz auf seine Kandidatinnen deutlich anzumerken. Seine U20 Poetry Slam-Workshops entpuppen sich mehr und mehr als echte Talentschmieden, aus denen begabte junge Schriftsteller und Slam Poeten hervorgehen, die durchaus das Zeug dazu haben, dem Genre auch nachhaltig eine spannende Zukunft zu bescheren.

Ehrlicher Spiegel

Antonie Paul gewann in der Kategorie U-Boot. Ihr Text hatte echten Tiefgang.

Unterstützt vom Heimatbund Märkischer Kreis e.V. und dem Kulturhaus Lüdenscheid bietet Marian Heuser seine Workshops mittlerweile mit Erfolg im ganzen Märkischen Kreis an.

Eine gute Möglichkeit gerade für die ganz Jungen sich auf dem Weg zum Erwachsenwerden, gezielt und in einem echten Schutzraum, als Künstler auszuprobieren und dabei das Beste an sich zu entdecken.

So wird der U20-Newcomer-Slam zur unterstützenswerten Initiative unter der Schirmherrschaft von Landrat Thomas Gemke, mit großer Strahlkraft hinein in eine Gesellschaft, die junge Menschen und ihr großes Herz als ehrlichen Spiegel dringend braucht.

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