r. Ralf Blank, Fachdienstleiter Archäologie sowie Wissenschaftlicher Leiter Museum Wasserschloss Werdringen, und Mirjam Kötter, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Wasserschloss Werdringen, präsentieren Fundstücke aus der Blätterhöhle. Foto: Clara Berwe/Stadt Hagen

Märkischer Kreis. “. . . auf den Spuren der ersten Westfalen”: CDU und SPD im Kreistag möchten eine neue touristische Route zwischen Hünenpforte und Hönnetal etablieren. Einen ersten Vorstoß unternehmen sie mit einem Antrag für die Sitzung des Kulturausschusses am 18. Februar. Darin wird die Verwaltung  gebeten, in Kooperation mit den Städten Hagen, Iserlohn, Hemer und Balve sowie relevanten Museen Kontakt aufzunehmen und bei positiver Resonanz eine Projektidee zu entwickeln sowie auszuloten, inwiefern sich hierfür Fördermittel generieren lassen.

In der Antragsbegründung heißt es: “Die Entdeckung des Neanderthalers liegt mehr als 150 Jahre zurück. In der Nähe seines Fundortes, der Feldhofer Grotte, befindet sich heute mit dem Neanderthal Museum ein multimediales Erlebnismuseum. Leider ist die eigentliche Fundstelle durch Steinbrucharbeiten zerstört und parkähnlich gestaltet worden, so dass sich die Landschaft, von der sich der Neanderthaler angezogen fühlte, an dieser Stelle nicht mehr erleben lässt.

Anders sieht es in unserer Region aus. In den Höhlen des Sauerlandes sind Neanderthaler-Funde vorhanden, so z.B. auch in der Balver Höhle. Die dort gemachten paläontologischen und prähistorischen Relikte können im Museum für Vor- und Frühgeschichte an der Luisenhütte angeschaut werden und Mammutskulpturen in der Stadt weisen auf die archäologischen Grabungen hin. Auch das Hönnetal weist prähistorische Höhlen auf und bietet sich als höhlenreichstes Tal Deutschlands für Wanderungen auf den Spuren dieser weit zurückliegenden menschlichen Vergangenheit an.

In Hagen befinden sich mit den Funden aus der Blätterhöhle die bisher frühesten direkten Nachweise für den anatomisch modernen Menschen in Westfalen und die Gegend zählt damit zu den bedeutendsten Geschichtslandschaften in Nordrhein-Westfalen. Zu sehen sind die „ältesten Westfalen“ im Museum für Ur- und Frühgeschichte im Wasserschloss Werdringen.

Dieses bedeutende Erbe sollte aus Sicht der antragstellenden Fraktionen touristisch besser erschlossen werden. Wir schlagen daher einen neuen touristischen Pfad zur frühen Menschheitsgeschichte zwischen Balve und Hagen vor. Moderne Techniken, wie Apps und QR-Codes können dabei an Stationen, auch in der Natur, die Ur- und Frühgeschichte touristisch besser erlebbar machen. Die Etablierung dieser Route sollte in Kooperation mit den Städten Hagen, Iserlohn, Hemer und Balve sowie insbesondere mit dem Museum für Ur- und Frühgeschichte erfolgen. Wünschenswert wäre auch eine Unterstützung durch das Neanderthal Museum in Mettmann. Ein möglicher Name für die touristische Route könnte lauten: „Zwischen Hünenpforte und Hönnetal – auf den Spuren der ersten Westfalen“.

 

 

 

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