Die Termine am Schnelltestzentrum des Kreises am Seilersee in Iserlohn sind bis 10. April ausgebucht. Foto: Hendrik Klein/Märkischer Kreis

Plettenberg. Mit den Teststationen in Böddinghausen und am Ratscheller Weg verfügt Plettenberg über ein komfortables Angebot von Corona-Schnelltests. Aber ist gerade dies eine Ursache für die extrem hohe Zahl an Coronafällen in der Vier-Täler-Stadt. Dazu informiert das Institut für Arbeitsmedizin (IFAM), das u.a. eine Teststation in Plettenberg betreibt.

Tragen Corona-Schnelltests zu steigenden Inzidenzwerten bei?

„Ja, die Tests sind mit Schuld daran“, sagt IFAM-Geschäftsführer Moritz Marl. An der Station in Böddinghausen wurden in der vergangenen Woche 1618 Tests durchgeführt, von denen 42 (2,6 %) positiv waren. Unter der Annahme, dass die positiven Tests in vollem Umfang durch nachfolgende PCR-Tests positiv bestätigt wurden, hatte dies folgende Auswirkungen auf die Corona-Kennzahlen in Plettenberg:

  • Anzahl Infizierte:
    Unter der Annahme, dass die für Plettenberg am Samstag genannte Zahl von 168 Infizierten zutreffend ist, wurden 42 von diesen 168 (24,9 %) durch Schnelltests des IFAM identifiziert.
  • Inzidenzwert:
    Unter der gleichen Annahme wäre der Inzidenzwert für Plettenberg von 460 mit 168-42×4=Hochrechnung auf 100.000 Einwohner – entsprechen 36,5% – auf die Schnelltests des IFAM zurückzuführen.

Es ist somit festzustellen, dass die veröffentlichte Anzahl Infizierter wie auch der veröffentlichte Inzidenzwert zu Plettenberg aktuell nicht unwesentlich von den in hoher Anzahl durchgeführten Schnelltests beeinflusst sind.

Welchen Nutzen haben die Schnelltests?

Bei den positiv getesteten Personen handelt es sich nahezu ausschließlich um symptomfreie Personen. Unter der Annahme, dass positiv Festgestellte jeweils ca. 1,8 weitere Personen infizieren und diese Infizierten weitere Personen infizieren, kann durch diese Schnelltests die Identifizierung, Nachverfolgung, Feststellung von Quarantäne-Personen und Eintritt in die individuelle Quarantäne ein weitaus höherer Anstieg der Corona-Kennziffern verhindert werden.

Was bedeutet das?

Bis zum Schutz durch Impfungen werden wir durch steigende Anzahl von Tests tagesaktuell einen Anstieg der Corona-Ziffern haben. Nachhaltig sollte dies aber zu einer stabilen Reduzierung führen. Das wird auch für die Lebensumstände und Lockdown-Bedingungen für Plettenberg von erheblicher Bedeutung sein.

Welche Sicherheit gibt mir ein negatives Testergebnis?

Negative Schnelltestergebnisse dokumentieren, dass zum Zeitpunkt des Tests und für weitere maximal 24 Stunden keine Verbreitungsgefahr besteht. Es bedeutet nicht, dass zum Zeitpunkt des negativen Testergebnisses keine Infizierung vorliegt. „Von daher empfiehlt es sich, zumindest einmal wöchentlich, besser zweimal wöchentlich einen Schnelltest durchzuführen“, so Moritz Marl.

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