Start Kurz notiert im Lennetal Stellungnahme der SPD zur geplante Sperrung der B 236 in Nachrodt-Wiblingwerde

Stellungnahme der SPD zur geplante Sperrung der B 236 in Nachrodt-Wiblingwerde

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Die Stellungnahme der SPD im Wortlaut: 

Wie den Medien bereits zu entnehmen war, droht den Einwohnerinnen und Einwohner in Nachrodt, den zahlreichen Pendlerinnen und Pendlern sowie den Unternehmen entlang der Lenne in Kürze eine weitere gravierende verkehrliche Beeinträchtigung.

Die B 236 im Bereich der ehemaligen Gaststätte „Zur Rastatt“ und der ehemaligen Fleischerei muss laut Straßen.NRW aufgrund von umfangreichen Sicherungsmaßnahmen an den Felswänden für mehrere Monate voll gesperrt werden.

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Neben der seit einigen Jahren nur noch einspurig befahrbaren und durch Ampelverkehr geregelten Lennebrücke im Ort, der Einspurigkeit ebenfalls mit Ampelregelung durch die Hangsicherung nur wenige Meter weiter, den noch nicht gänzlich behobenen Schäden an den Straßen im Umkreis aufgrund der Flutkatastrophe im Juli 2021 sowie die Sperrung der Talbrücke Rahmede auf der BAB 45 am 2. Dezember 2021, ist dies eine weitere katastrophale Nachricht. Nicht nur für die Menschen in Nachrodt-Wiblingwerde, sondern für viele Tausende Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer sowie für die Wirtschaft in der Region. Hinzukommen die mittlerweile „üblichen“ Staus auf den Autobahnen, beispielsweise ins Ruhrgebiet, wohin täglich zahlreiche Menschen pendeln.

Wir stehen im regelmäßigen Austausch mit unserer Bundestagsabgeordneten Bettina Lugk und unserem Märkischen Landtagsabgeordneten Gordan Dudas. Beide haben deutlich gemacht, dass eine Vollsperrung der B 236 weitere Strapazen der Bevölkerung und eine weitere Schwächung der Wirtschaft in der Region mit sich bringen würden. Unsere Abgeordneten haben die Problematik bereits bei den entsprechenden Stellen deutlich zum Ausdruck gebracht.

Eine Vollsperrung der B236 ohne eine Umleitung über die Ehrenmalstraße würde Nachrodt in zwei Hälften teilen. Eine Wegstrecke, die sonst in fünf Minuten zurückgelegt werden kann, würde dann im günstigsten Fall um die dreißig Minuten dauern. Das verdeutlicht, welche gravierenden Auswirkungen eine Vollsperrung hätte.

Wir können den PKW- und LKW-Fahrern keine weiteren Belastungen mehr zumuten aber auch die Kinder und Jugendlichen, die täglich mit dem Bus in die Schule müssen, sind an der Belastungsgrenze angekommen. Für die Wirtschaft bedeutet eine monatelange Sperrung eine zum Teil existenz-bedrohende Situation. Stellvertretend möchten wir die örtliche Postfiliale, die Tankstelle, die Supermärkte, Imbisse und die Gärtnerei nennen aber auch viele weitere Unternehmen sind davon betroffen. Diese meist Einzelunternehmen leben vom Durchgangsverkehr. Durch die Stauverhältnisse im Ort, aufgrund der Sperrung auf der BAB 45 sind die Umsätze bei einigen Unternehmen bereits rückläufig. Aber auch sämtliche anderen Unternehmen nicht nur in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde beispielsweise auch in Iserlohn, Altena, Werdohl würde eine Vollsperrung stark treffen. Länge Liefer- und Transportzeiten und steigende Frachtkosten wären die Folge und führen zu einem weiteren Wettbewerbsnachteil.

Selbstverständlich hat auch für uns die Sicherheit der Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer oberste Priorität. Daher ist uns bewusst, dass das Abtragen der Felsen notwendig ist und dies über einen gewissen Zeitraum weitere Einschränkungen aller Beteiligten verlangt. Dennoch fordern wir von den zuständigen Stellen, insbesondere von Straßen.NRW, eine erneute Prüfung, inwieweit die Arbeiten beschleunigt werden können, ggf. muss das Land NRW finanzielle Mittel bereitstellen, um zusätzliche Firmen mit den Arbeiten zu betrauen. Sofern die Möglichkeit besteht und die Beschädigung der Straße nicht zu gravierend ist, sollte die Vollsperrung nur temporär erfolgen. Insbesondere während des Berufsverkehrs am Morgen und am Nachmittag, sollte über eine zumindest einspurige Öffnung der Straße nachgedacht werden. Dies kann den Verkehrsteilnehmern rechtzeitig, an zentralen Punkten und mit digitalen Verkehrsschildern, mitgeteilt werden.

Des Weiteren ist es notwendig, die Einbahnstraßenregelung der Ehrenmalstraße während eventueller Sperrzeiten der B 236 aufzuheben. Wenn auch nicht die offizielle Umleitung darüber erfolgen soll, so muss zumindest den Bürgerinnen und Bürgerin in Nachrodt-Wiblingwerde diese Option eröffnet werden. Für Rettungskräfte und den ÖPNV ist die Straße ebenso freizugeben, wie für die Entsorgungsbetriebe. Für den weiteren Schwerlastverkehr muss die Ehrenmalstraße mittels Höhenbegrenzung gesperrt werden. Für die Verkehrsmeldungen sollte die Straße als gesperrt bzw. als Einbahnstraße gekennzeichnet bleiben. Uns ist bewusst, dass eine nicht offizielle Umleitung insbesondere von ortskundigen Pendlerinnen und Pendlern trotzdem genutzt wird. Dieses Problem wird sich nicht gänzlich lösen lassen.

Womöglich ist es erforderlich, den Kreuzungsbereich Ehrenmalstraße/Wiblingwerder Straße anzupassen und zu begradigen ggf. muss die Wiblingwerde Straße vorübergehend zur Einbahnstraße oder Sackgasse werden.

Um die Sicherheit der Kinder an der Nachrodter Grundschule zu gewährleisten, ist eine regelmäßige Polizeipräsenz erforderlich. Zusätzlich kann geprüft werden, ob man erhöhter Geschwindigkeit durch Bodenwellen oder durch mobile Radarstationen aus beiden Richtungen entgegenwirken kann.

Die verkehrliche Gesamtsituation in der Gemeinde Nachrodt-Wiblingwerde aber auch darüber hinaus, macht unbürokratische und pragmatische Lösungsansätze erforderlich. Dazu fordern wir die zuständigen Stellen auf. Wir begrüßen die Bemühungen unserer Bürgermeisterin, die bereits gemeinsam mit ortsansässigen Unternehmen einen Alternativvorschlag unterbreitet hat. Ob dies ein gangbarer Weg sein kann, muss zumindest wohlwollend durch Straßen.NRW geprüft werden.

Wir möchten außerdem anregen, solch gravierende Einschnitte in das tägliche Leben zahlreicher Menschen transparent und offensiv zu kommunizieren. Dafür halten wir auch Informationsveranstaltungen für die Bürgerinnen und Bürger, unabhängig ob in Präsenz oder digital, für ein probates Mittel. Das gibt den betroffenen Menschen direkt die Möglichkeit, ihre Fragen an die zuständigen Stellen zu richten. Aus unserer Sicht würde dies die Akzeptanz solcher Maßnahmen erhöhen und den nachvollziehbaren Unmut der Menschen ein Stückweit entgegenwirken.

Wir appellieren an alle zuständigen Stellen, die aktuellen Planungen zum Wohle aller von einer Vollsperrung betroffenen Menschen und Unternehmen noch einmal zu überdenken und unsere Anregungen in die Überlegungen einzubeziehen.

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