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Von links: Bürgermeister Ulrich Schulte, Michael Henkenberens (Sparkasse MK), Hartmut Tetlich (Sparkasse MK), Barbara Teichmann (Geschäftsführerin Radprax Krankenhaus Plettenberg), Andreas Martin (Geschäftsführer Radprax Krankenhaus Plettenberg), Kai Hagen (Vorstandsvorsitzender Sparkasse MK) Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Eine starke Aussage für den Standort Plettenberg machte am Mittwoch, 21. November, die Geschäftsführung des Radprax Krankenhauses. „Die Finanzierung des Krankenhauses ist auf lange Sicht gesichert“, verkündete Andreas Martin, Radprax-Gesellschafter und Krankenhaus-Geschäftsführer, vor Medienvertretern. „Daher steht fest, dass das Krankenhaus in Plettenberg Bestand haben wird.“

Das Land Nordrhein-Westfalen hat eine Bürgschaft über 6 Mio. Euro für das Plettenberger Krankenhaus zugesagt. Damit sei die Stadt Plettenberg als ehemalige Eigentümerin nun aus allen Verpflichtungen raus, erklärten Andreas Martin und Bürgermeister Ulrich Schulte gemeinsam.

Darüber hinaus trägt die Landesbürgschaft dazu bei, dass die heimische Sparkasse die nötigen Kredite für die Investitionen im Krankenhaus zur Verfügung stellt. „Darüber haben wir einige Monate lang Gespräche geführt“, verriet Kai Hagen, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis. „Banken und Sparkassen reißen sich ja nicht gerade um die Finanzierung von Krankenhäusern.“ Allerdings sei das Krankenhaus ein wichtiger Standortfaktor für Plettenberg. Er sei daher froh, dass die nötigen Rahmenbedingungen für die Kreditzusage geschaffen werden konnten.

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Ausschlaggebend für die Kreditwürdigkeit des Plettenberger Krankenhauses ist neben der Landesbürgschaft die wirtschaftlich sehr stabile Radprax MVZ GmbH. „Unsere MVZ gleichen ohne Probleme die Verluste aus, die das Krankenhaus derzeit noch macht“, erklärte Andreas Martin selbstbewusst und hat davon auch die Verantwortlichen bei der Sparkasse MK überzeugt.

Millioneninvestition für neue OP-Säle

Andreas Martin, Radprax-Gesellschafter und Krankenhausgeschäftsführer
Foto: Bernhard Schlütter

Im Radprax-Krankenhaus wird nun als erstes der Eingangsbereich umgebaut. Die Anmeldung wird modernisiert, ebenso die Notaufnahme und der Schockraum. Für den Bau von drei bis vier neuen OP-Sälen hat die Planung schon begonnen. „Diese OPs werden so zukunftssicher gebaut, dass sie für die nächsten 20 Jahre Bestand haben werden“, kündigt Andreas Martin an. Erst nach Fertigstellung der neuen OP-Säle werden die bisherigen drei außer Betrieb genommen und dann für andere Nutzungen umgebaut. „Einen Betrag im deutlich siebenstelligen Bereich“ veranschlagt die Radprax-Geschäftsführung für diese Maßnahmen.

Bereits erfolgt ist die Modernisierung der Radiologie, die komplett an Radprax outgesourct ist. Hier wurden ein neues MRT und ein 128-Zeilen-CT eingebaut. Damit sind jetzt auch Herzuntersuchungen und Schlaganfalldiagnostik möglich – mit lebenswichtigen Vorteilen für die Patienten. „Wir führen hier die Erstuntersuchung von Schlaganfallpatienten durch und schicken die Bilder zum Klinikum Lüdenscheid. Wenn der Spezialist dort eine Thrombektomie für notwendig erachtet, transportieren wir den Patienten nach Lüdenscheid.“ In vielen Fällen sei dieser Eingriff nicht notwendig und den Patienten würde dann der strapaziöse Transport erspart. Hier bewährt sich die funktionierende Zusammenarbeit mit dem Nachbarkrankenhaus zum Besten der Patienten.

Umstrukturierung der Radprax-Gruppe

Andreas Martin erläuterte auch noch einmal, warum das Krankenhaus Plettenberg für die Radprax-Gruppe so wichtig ist. Um das Unternehmen in die Zukunft zu führen, strukturieren die beiden Gründer und Hauptgesellschafter, Andreas Martin und Dr. Heiner Steffens, Radprax um. Die Radprax Holding wird Eigentümerin des Krankenhauses und der radiologischen MVZ (12 in 8 Städten). „Diese Kombination ermöglicht uns, neue Gesellschafter aufzunehmen und ein ärztlich geführtes Unternehmen zu bleiben“, erklärte Andreas Martin. Ohne das Krankenhaus wäre das nicht möglich. Martin und Steffens wollen sich bis 2020 aus dem operativen Geschäft zurückziehen und in den Aufsichtsrat eintreten.

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