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Gas und Strom werden ab 1. Februar 2020 teurer. Foto: pixabay.com

Lüdenscheid/Märkischer Kreis. Aufgrund gestiegener Steuern und Abgaben, Netzentgelte sowie Beschaffungskosten durch ansteigende Börsenpreise steigen die Strom- und Gaspreise bei den Stadtwerken Lüdenscheid zum 1. Februar 2020. So ist alleine die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) um 0,35 Cent (netto) pro Kilowattstunde gestiegen. Das gaben die Unternehmen heute in einer Pressemitteilung bekannt.

Im Durchschnitt sieben Prozent mehr für Strom

Im Ergebnis ergeben sich somit über die verschiedenen Verbrauchsfälle unterschiedliche Preisentwicklungen für den Stromverbrauch im Tarif „Komfort Strom“. So zahlt ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Monat rund 6,59 Euro (brutto) oder rund 7 Prozent mehr für Strom. Analog zu den Steigerungen im Privatkundensegment steigen auch die Strompreise für Gewerbekunden. Positiv schlägt für die Kunden zu Buche, dass die Stadtwerke Lüdenscheid die Strompreise noch einen Monat stabil gehalten haben, obwohl die steigenden Beschaffungskosten, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte ihre Wirkung schon zum 1. Januar 2020 entfalten.

Beim Gas kommen im Schnitt sechs Prozent drauf

Auch bei den Gaspreisen müssen die Stadtwerke Lüdenscheid aufgrund gestiegener Beschaffungskosten und Netznutzungsentgelte eine Erhöhung vornehmen. Ab dem 1. Februar 2020 ergeben sich somit über die verschiedenen Verbrauchsfälle unterschiedliche Preisentwicklungen für den Gasverbrauch im Tarif „Komfort Gas“. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden zahlt im Monat 8,00 Euro (brutto) oder rund 6 Prozent mehr für Gas. Neben den Steigerungen im Privatkundensegment erhöhen sich auch die Gaspreise für Gewerbekunden entsprechend. Die Stadtwerke Lüdenscheid haben allerdings die Gaspreise solange stabil halten können, dass die Kunden für einen großen Teil der Heizperiode noch von den günstigeren Tarifen profitieren.

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Beratungsangebot nutzen

Die Stadtwerke Lüdenscheid werden alle betroffenen Kunden in den kommenden Tagen in einem gesonderten Anschreiben über die Preiserhöhungen in ihren Strom- und Gastarifen informieren. Zudem empfiehlt der Energiedienstleister seinen Kunden, vom umfangreichen Beratungsangebot Gebrauch zu machen und sich hier auch Alternativen aufzeigen zu lassen. Hierzu können sich interessierte Kunden im Energietreff der Stadtwerke Lüdenscheid am Rathausplatz 21 informieren. Zudem steht die kostenfreie Service-Hotline der Stadtwerke Lüdenscheid für Privat- und Geschäftskunden unter 0800 – 157 1400 zur Verfügung. Weitere Informationen sind auch per E-Mail unter privatkunden@swls.de bzw. geschaeftskunden@swls.de sowie im Internet unter www.stadtwerke-luedenscheid.de erhältlich. Hier können Kunden im Online-Center beispielsweise selbst ihre Zählerstände eingeben oder Abschläge ändern.

Hintergrund Bestandteile Strompreis: Der Strompreis, den die Haushalte heute zahlen, setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen. Den weitaus größten Anteil machen mit rund 53 Prozent die staatlichen Belastungen in Form von Steuern, Abgaben und Umlagen aus. Dies sind Mehrwertsteuer, Stromsteuer, Konzessionsabgabe sowie Umlagen nach dem Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)- und Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), der Offshore-Netzumlage, der §19 Strom-Netzentgeltverordnung (NEV)-Umlage zur Entlastung energieintensiver Betriebe und der Abschaltbare-Lasten-Umlage. Im Jahr 2020 wird die Gesamtbelastung der staatlichen Steuern und Abgaben bei Strom voraussichtlich bei einem neuen Rekordwert von 44 Milliarden Euro liegen. Der Anteil der Steuern und Abgaben am Strompreis ist im Zeitraum von 2006 bis 2019 um 110 Prozent gestiegen. Gut 24 Prozent des Strompreises sind Netzentgelte, deren Höhe von der Bundesnetzagentur reguliert wird. Auch diese steigen im Jahr 2020. Nur auf die verbleibenden ca. 23 Prozent des Strompreises können die Energieversorgungsunternehmen Einfluss nehmen – im Wesentlichen geben sie ihre eigenen Kosten für die Beschaffung des Stroms weiter. Zu einem geringen Teil enthält der Strompreis schließlich die Kosten für Kunden- und Abrechnungsservices. (Quelle: Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft / BDEW, 27.11.2019).

 

Hintergrund Bestandteile Gaspreis: Der Gaspreis setzt sich im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen zusammen: Zum einen aus staatlichen Belastungen in Form von Steuern, Abgaben und Umlagen, die rund 27 Prozent ausmachen. Dies sind Mehrwertsteuer, Erdgassteuer, Konzessionsabgabe sowie einer anteiligen Förderabgabe. Die übrigen rund 73 Prozent des Gaspreises sind Kosten für Import und Produktion, Transport, Speicherung und Verteilung. Die Gasversorger können jedoch hierauf nur sehr wenig Einfluss nehmen – im Wesentlichen geben sie ihre eigenen Kosten für die Gasbeschaffung weiter. Nach zwischenzeitlich fallender Tendenz sind die Großhandelspreise für Gas in den vergangenen drei Jahren um rund 55 Prozent gestiegen. (Quelle: BDEW, 11/2018).

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