Rund 70 Eltern waren der Einladung der Stadt zur Infoveranstaltung über die Entwicklung der Plettenberger Schullandschaft gefolgt. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Für die Optimierung der Grundschullandschaft in Plettenberg favorisiert die Stadtverwaltung die Konzentration auf weniger Schulstandorte. Zum Opfer fallen würden dieser Entwicklung voraussichtlich die Grundschulstandorte in Ohle und Oesterau. Am Dienstag (16. November) fand eine Informationsveranstaltung für Eltern von aktuellen Grundschulkindern und von Kindern, die zurzeit eine Kita besuchen, in der Aula Böddinghausen statt. Von Eltern aus Ohle und Oesterau wurden die Pläne kritisiert.

Vertreter der Stadtverwaltung und der Ratsfraktionen diskutierten mit den Eltern in der Aula des Schulzentrums Böddinghausen. Foto: Bernhard Schlütter

Der Rechtsanspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag (OGS), die engere Verbindung von Schule und OGS, Bedarf an größeren Mensen und der Zustand der Grundschulgebäude erfordern umfangreiche bauliche und konzeptionelle Maßnahmen. Nach dem einstimmigen Ratsbeschluss am 29. Juni 2021 übernahm eine interne Arbeitsgruppe im Rathaus die Aufgabe, ein Konzept zur Optimierung der Grundschullandschaft in Plettenberg zu entwickeln. Zur Arbeitsgruppe gehören neben Bürgermeister Ulrich Schulte und Kämmerer Jens Groll Katharina Kreikebaum, Geschäftsführerin des Betreuungsvereins OGS, Vertreter/innen des Fachgebiets Jugend und Familie sowie des Fachbereichs Planen und Bauen/Gebäudewirtschaft.

Weniger Standorte – mehr Qualität

Bauamtsleiter Sebastian Jülich stellte die bisherigen Überlegungen ausführlich vor. Ziele seien dabei vor allem attraktivere Schulen, die Sicherung aller Schulformen in Plettenberg und die Konzentration auf weniger Standorte, dafür in „deutlich besserer Qualität“.

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Für die Grundschulen bedeutet das:

  • Die beiden Standorte der Martin-Luther-Schule in Plettenberg und Oesterau werden in der Zeppelinschule zusammengefasst. Diese wird kernsaniert und auch nach pädagogischen Gesichtspunkten (Cluster-Schule) modernisiert. Die Hauptschule wird am Standort Böddinghausen zusammengefasst, wo ein Anbau errichtet wird.
  • Die beiden Standorte der Hallenschule (bisher in Ohle und Eiringhausen) werden im erweiterten und modernisierten Gebäude am Standort Halle zusammengelegt.
  • An der Grundschule Eschen wird ein Neubau für die OGS errichtet, in dem dann auch der Offene Treff Eschen Platz finden soll.
  • Für die Grundschule Holthausen wird ein Neubau auf der Lied errichtet.
  • Das Investitionsvolumen beziffert die Stadtverwaltung mit etwa 14 Millionen Euro für die Grundschulen.
  • Mit der Inbetriebnahme der neuen Schulen rechnet die Stadtverwaltung zum Schuljahr 2026/2027.

Um den Eltern einen Eindruck davon zu verschaffen, wie die modern gestalteten Schulgebäude aussehen könnten, stellte Dirk Busch, Architekt in der Stadtverwaltung, erste vorläufige Pläne für die Zeppelinschule und die Hallenschule vor.

Im Aulafoyer verdeutlichten Pläne, wie die Umbauten an der Zeppelinschule und der Hallenschule aussehen könnten. Foto: Bernhard Schlütter

„Die Kinder haben hier keine Stimme.“

Eltern aus Ohle und Oesterau betonten, wie wichtig die wohnortnahe Grundschule sei. Thomas Junior warf der Stadt vor, seit 30 Jahren nichts in die Schulgebäude investiert zu haben. „Das merkt man jetzt.“ Seiner Ansicht nach ist der Schulstandort in Ohle verkehrstechnisch günstiger gelegen als die Schulen an der Halle oder am Eschen. Er wollte wissen, warum der in Ohle offenbar vorhandene Platz nicht für eine Erweiterung der Schule genutzt würde.

Sorge um Lebensqualität

Eine Mutter aus Oesterau gab zu bedenken, dass durch den Wegfall des Schulstandorts der gesamte Ortsteil an Attraktivität verliere. Außerdem betrage der Weg aus dem Oestertal zur Zeppelinschule zwischen drei und acht Kilometer, die mit Sicherheit vor allem mit dem „Elterntaxi“ zurückgelegt würden.

Auch Alexander Pahde, Vater von zwei Kindern im Oestertal, sorgt sich um die Lebensqualität im Ortsteil. Die Grundschule sei ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur. Außerdem müssten bei diesen Planungen die Kinder im Mittelpunkt stehen. „Die Kinder haben hier aber keine Stimme.“

Thema im Rat am 7. Dezember

Matthias Steinhoff, der die Informationsveranstaltung moderierte, versprach, dass alle Anregungen und Einwände protokolliert und in die weiteren Überlegungen einbezogen würden. Die Politik berät das Thema Optimierung der Grundschullandschaft voraussichtlich in der Ratssitzung am 7. Dezember.

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