Der Stadtturm aus Blickrichtung Rathaus. Visualisierung: Fleper Architekten

Lüdenscheid. Roland Rothmann hat eine Vision. „Die Wilhelmstraße soll in Zukunft wieder so belebt sein wie früher.“ Jetzt hat der erfolgreiche Immobilienmakler und Projektentwickler den Plan dazu. Das verkommene Gebäude von Peek & Cloppenburg wird durch einen „Stadtturm“ ersetzt. In dem multifunktionalen Gebäude werden Handel, Büroflächen, Parken, Wohnen, Praxen, Gastronomie und sogar ein Kindergarten vereint. „Ende 2022 soll der Stadtturm stehen.“ Das ist die Wunschvorstellung von Roland Rothmann und der Investorengruppe, die er um sich versammelt hat. Auch die Stadt Lüdenscheid wolle mit vereinten Kräften daran arbeiten, dass es funktioniert, versichert Martin Bärwolf, Fachbereichsleiter für Planen und Bauen.

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Immobilie in prominenter Lage

Endlich wieder Bewegung rund um die riesige Immobilie in prominenter Lage. Was passieren soll, wurde am Mittwoch vorgestellt.

„Der Stadtturm hat eine hohe Ausstrahlungskraft und tut Lüdenscheid gut.“ Man kann Martin Bärwolf die Erleichterung darüber ansehen, dass es Roland Rothmann offenbar gelungen ist, zusammen mit dem Büro Fleper Architekten aus Lennestadt ein schlüssiges Konzept für die Zukunft des Standortes Wilhelmstraße 2-10 zu entwickeln.

Bärwolf: Alternative gibt es nicht

„Eine Alternative gibt es nicht“, stellt Martin Bärwolf fest. „Die Investoren stehen nicht gerade Schlange. Ein Scheitern an dieser Stelle kann sich Lüdenscheid nicht leisten.“ Klare Worte auch von Björn Weiß, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtplanung und Umwelt. „Die Immobilie ist wie ein Krebsgeschwür, das in die Wilhelmstraße wuchert.“

Philipp Fleper und Roland Rothmann stellten das Proket Stadtturm vor. Collage: Fleper Architekten/Wolfgang Teipel

Deshalb ist es seiner Überzeugung und aus der Sicht von Roland Rothmann „höchste Zeit“, das etwas geschieht. „An dieser Stelle gehen Lüdenscheid rund 7000 Quadratmeter Verkaufsfläche verloren“, sagt er. Das habe zählbare Folgen. So sei die Besucherfrequenz, gezählt über eine Stunde an einem Samstagvormittag von 3000 im Jahre 2010 über 2240 (2014) auf aktuell 2070 gesunken. „Mir tut es in der Seele weh, wenn ich sehe, dass so viele Leute vom Sternplatz in die Altenaer Straße und nicht in die Wilhelmstraße abbiegen.“

Allein eine Million Euro für den Abriss

Um das zu ändern, wird viel Geld fließen müssen. Wie viel, dazu sagt Roland Rothmann noch nichts. Es werde sicher ein hoher zweistelliger Millionenbetrag sein, meint er. Rund eine Million Euro sind allein für den Abriss des ehemaligen P & C-Gebäudes kalkuliert.

Es müsse verschwinden, bekräftigt Architekt Philipp Fleper. Hinter den Fassaden sei alles marode. Eine Ertüchtigung sei in jeder Hinsicht unmöglich.

Fleper stellte am Mittwoch den Plan für den Stadtturm vor. Danach sollen im Erdgeschoss auf rund 3000 Quadratmetern zwei Handelsflächen und ein Technikraum entstehen. In das erste Obergeschoss wird eine Parkfläche einziehen. Sie soll über die Sauerfelder Straße zu erreichen sein. Dazu komme auf etwa 300 Quadratmetern ein Gastronomiebetrieb.

Kita im Stadtturm

Im zweiten Oberschoss sollen auf 1100 Quadratmetern Büroflächen und eine zweigruppige Kindertagesstätte mit 700 Quadratmetern Außenspielflächen angesiedelt werden. Die Büroflächen werde die Stadt Lüdenscheid mieten oder kaufen und hier einige Dienste zentralisieren. „Das wird unser Beitrag zum Projekt“, verdeutlichte Martin Bärwolf. Das dritte Obergeschoss werde weitere Büro- und Praxisflächen aufnehmen.

Ab dem vierten Obergeschoss beginnt dann der eigentliche Stadtturm. Über insgesamt neun Stockwerke sollen zwischen 60 und 70 Wohnungen verteilt werden.

Höher als das “Braune Haus”

Visulaisierung: Fleper Architekten

Mit einer Höhe von 44,50 Meter wird der Stadtturm das benachbarte sogenannte „Braune Haus“ um 3,50 Meter überragen. „Eine echte Landmarke also“, stellt Architekt Philipp Fleper fest. Dach- und Fassadenbegrünung auf über 2000 Quadratmetern, eine gelochte Metallfassade, die den Blick ins offene Parkhaus verdeckt, das gesamte Gebäude in der Hauptfarbe Weiß – Philipp Fleper ist überzeugt, dass sich der Komplex gut in die Umgebung des Sternplatzes einfügen wird.

2022 soll der markante Bau stehen

Bei der Vorstellung des Projekts wurde bereits auch der Zeitplan skizziert. Er sieht vor, dass der Block an der Wilhelmstraße Ende 2019/Anfang 2020  zeitgleich mit dem Beginn der Wilhelmstraßen-Sanierung abgerissen wird. Mit der Sanierung der Wilhelmstraße 2020 kann der Abriss des Blocks starten. 2022 soll der markante Bau stehen.

Martin Bärwolf räumt ein: „Das wird für viele an der Wilhelmstraße eine harte Durststrecke. Danach wird aber alles besser“, versichert der Stadtplaner.

 

 

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2 KOMMENTARE

  1. Mich würde interessieren, wie man von der Sauerfelder Strasse eine Zufahrt zum Parkhaus schaffen möchte ohne die Fußgänger (welche von und zu den Bussen eilen) noch mehr zu “behindern”. Nochmehr, da ja schon die Ausfahrt von Volksbank-Parkplatz ein gewisses Gefahrenpotenzial birgt.

  2. Sagen wir mal so, jeder Lüdenscheider ist definitiv skeptisch. Aber so wie es jetzt ist, kann es definitiv nicht bleiben, denn mit so einem Bau / Vorhaben, könnte definitiv wieder “Leben” in die Stadt kommen. Die Ecke ist für jeden Händler bestimmt interessant.

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