Foto: Esi Grünhagen

Lüdenscheid. (PSL) Die Stadt Lüdenscheid plant, künftig eine betriebliche Kinderbetreuung anzubieten. Als Standort sind Räume in der Ida-Gerhardi-Schule vorgesehen. Der Jugendhilfeausschuss hat dieses Vorhaben am Dienstag, 9. März, einstimmig befürwortet. Die Verwaltung strebt einen Beginn zum Kindergartenjahr 2021/22 an. Das Betreuungsangebot soll die Stadt Lüdenscheid als Arbeitgeber für Eltern mit kleinen Kindern attraktiver machen – und so dazu beitragen, mehr qualifizierte Arbeitskräfte für die Verwaltung zu gewinnen.

Geplant ist eine sogenannte „Großtagespflegestelle“, in der bis zu neun Kinder gleichzeitig betreut werden dürfen. Bei entsprechender Teilzeitregelung können Betreuungsverträge für bis zu 15 Kinder abgeschlossen werden. Dabei wird ein Platz für ein Kind unter einem Jahr zur Verfügung stehen. Die restlichen Plätze werden an Kinder im Alter von einem und zwei Jahren vergeben. Kinder ab drei Jahren sollen in einer allgemein zugänglichen Kindertagesstätte unterkommen.



Darüber, welche Kinder aufgenommen werden, soll vorrangig nach pädagogischen Kriterien entschieden werden. Wichtig ist, dass die Gruppe möglichst passend zusammengesetzt ist. Aber auch die persönlichen Lebenslagen der Eltern und letztlich die betrieblichen Interessen der Stadt werden berücksichtigt.

Das Betreuungsangebot soll zunächst für drei Jahre angeboten werden. Diesen Zeitraum will die Stadt nutzen, um Erfahrungen zu sammeln und den tatsächlichen Bedarf an einer betrieblichen Kinderbetreuung zu erfassen, sodass im Anschluss gegebenenfalls Anpassungen vorgenommen werden können. Für die Kinderbetreuung werden zwei Vollzeitstellen für Erzieherinnen oder Erzieher sowie mindestens eine Stelle für eine Ergänzungskraft und eine für eine Hauswirtschaftskraft eingerichtet.

Die für die Einrichtung angedachten Räume im Gebäude der Ida-Gerhardi-Schule müssen zunächst umgebaut und eingerichtet werden. Für den Umbau fallen Kosten in Höhe von etwa 195.000 Euro und für die Einrichtungsbeschaffung noch einmal rund 31.500 Euro an. Das Land NRW steuert hierzu Fördergelder in Höhe von 121.500 bzw. 28.350 Euro bei. Die laufenden jährlichen Kosten werden mit rund 155.000 Euro veranschlagt.

Die betriebliche Betreuung entsteht zusätzlich zu der am Standort geplanten Grundschule und der bereits vorhandenen öffentlichen Kindertagesstätte. Der Haupt- und Finanzausschuss, der in der Corona-Pandemie aktuell die Aufgaben des Rates übernimmt, hatte dem Vorhaben bereits zugestimmt – allerdings nur unter Vorbehalt. Mit der Entscheidung des Jugendhilfeausschusses kann das Projekt jetzt realisiert werden.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here