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Mara Buhl, 2. Vorsitzende von Soko Respekt, überreichte Karl Heinz Blasweiler die Mitgliedsbescheinigung. Foto: Sven Prillwitz

Lüdenscheid. (PSL) Gegen Gaffer und Gewalt, für Achtung und Anerkennung gegenüber Einsatz- und Rettungskräften: Dafür setzt sich der Verein „SoKo Respekt“ bundesweit ein. Die Stadt Lüdenscheid unterstützt die Kampagne – und ist dem Verein jetzt auch offiziell beigetreten: Am Mittwochnachmittag, 26. August, nahm der städtische Beigeordnete und Kämmerer Karl Heinz Blasweiler im Rathaus die Mitgliedsbescheinigung entgegen.

Inzwischen 1250 Mitglieder

Knapp drei Jahre nach der Gründung verzeichnet die „Soko Respekt“ inzwischen mehr als 1250 Beitritte von Einzelpersonen, Vereinen und Kommunen – deutschlandweit und inzwischen auch in Österreich und der Schweiz. Mit Blick auf die „tolle Resonanz und den Mitgliederzuwachs“ sprach Blasweiler von „einer der erfolgreichsten Vereinsgründungen in den vergangenen Jahren“. Dennoch bleibe ein bitterer Beigeschmack, denn: Dass es einen solchen Zusammenschluss überhaupt brauche, sei auch ein Beleg für eine bedenkliche gesamtgesellschaftliche Situation.

Helfern Achtung entgegenbringen

„Mir fehlt jedes Verständnis dafür, dass diejenigen, die sich für das Leben anderer, für die Gemeinschaft und für den Schutz von Hab und Gut engagieren, tätlich angegriffen oder durch Gaffer behindert werden“, sagte der Beigeordnete. Das sei nicht nur ein Angriff auf Rettungs- und Einsatzkräfte, sondern auch auf Schutz- und Hilfsbedürftige – und somit auf jeden einzelnen. Daher sei es umso wichtiger, den Helfern Achtung entgegenzubringen und sich rücksichtsvoll zu verhalten. Der Beitritt der Stadt Lüdenscheid zur „SoKo Respekt“, den der Hauptausschuss im Juni einstimmig beschlossen hatte, sei ein „deutliches Bekenntnis“ zu dessen Zielen.

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Wichtiges Zeichen für alle Einsatzkräfte

Mara Buhl, 2. Vorsitzende des Vereins, sprach von einem „ganz besonderen Tag“, weil das „Sonderkommando Respekt“ in Lüdenscheid gegründet wurde und in der Bergstadt seinen Sitz hat. Der Beitritt der Stadtverwaltung sei ein „wichtiges Zeichen für alle Einsatzkräfte, die tagtäglich in unserer Stadt für Sicherheit sorgen“.

Zumal es auch in Lüdenscheid zu An- und Übergriffen auf Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte komme. Buhl nannte zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit: So sei ein Rettungswagen bei einem Einsatz in einer Silvesternacht auf der Knapper Straße mit Raketen beschossen und mit Böllern beworfen worden. In einem anderen Fall habe ein Autofahrer Rettungskräfte und Notarzt bei der Wiederbelebung eines Menschen gestört, weil er mit seinem Fahrzeug nicht an den Einsatzfahrzeugen vorbeikam.

Ein weiteres Problem seien die Gaffer, die Schaulustigen. Menschen, die nicht verstehen wollten, dass das Filmen an einer Unfallstelle nicht nur störend sei für die Einsatzkräfte, sondern auch unangenehm und verletzend für die Opfer, so Buhl weiter. Ihr Fazit: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns und viele Stellschrauben, an denen wir drehen müssen.“ Daher sei jedes neue Mitglied, das sich der „SoKo Respekt“ anschließt, umso wichtiger.

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