hunde-anleinen
Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Plettenberg. Im Bereich des Fuß- und Radweges im Elsetal unterhalb der Firma Junior kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Unstimmigkeiten und auch Auseinandersetzungen zwischen Fußgängern, Radfahrern und Hundehaltern, die letztendlich auch bei der Stadt Plettenberg angezeigt wurden. In diesem Bereich besteht keine gesetzliche Verpflichtung, einen Hund an der Leine zu führen. Vorausgesetzt, der Hund steht im Befehl, d.h. er ist auch unangeleint vom Halter jederzeit abrufbar und kontrollierbar.

Leider scheitert es in vielen Fällen genau an diesem Punkt. Was für den Hundehalter Ausdruck von Freude ist, kann auf einen Passanten bedrohlich wirken. „Der will doch nur spielen! und „Der tut nichts!“ kommt sicherlich jedem Hundehalter bekannt vor. Das mag in vielen Fällen auch stimmen, allerdings möchte und muss nicht jeder zufällig dort vorbeilaufende Passant mitspielen.

“Jeder Hundehalter hat seinen Hund so zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen, das dieser keine Gefahr für Leben oder Gesundheit anderer Menschen und Tiere darstellt. “(§ 2 Abs. 1 LHundG NRW)

Gefahr ist immer auch aus der Sicht der Gegenseite zu betrachten. So kann beispielsweise ein großer Hund – ganz gleich welcher Rasse – zur Gefahr für eine ältere Person werden, die beim Anspringen fällt und sich dabei schwer verletzt. Ebenso kann auch ein kleiner Hund, der aufgrund seines Niedlichkeitsfaktors aus Sicht einiger Hundehalter nicht erzogen werden muss (ein weit verbreiteter Irrtum), den schweren Sturz eines Radfahrers provozieren.

Besonders im Zusammenhang mit großen Hunden und Kindern darf nicht vergessen werden, dass gerade Kinder – als besonders schutzbedürftige Personen – oftmals anders reagieren, als die Situation es erfordert. Zu bedenken ist auch, dass sich die Schnauze eines großen Hundes in Gesichtshöhe eines Kindergartenkindes befindet. Bereits lautes Bellen kann in einem solchen Fall reflexartige Bewegungen beim verängstigten Kind auslösen, die den Hund zum Rangeln oder gar Beißen veranlassen könnten. Hier obliegt es dem Hundehalter bereits im Vorfeld regulierend einzugreifen.

Mehrfach Rehe von Hunden gerissen

Zu verschiedenen Zeiten trifft man in diesem Bereich des Fuß- und Radeweges unterhalb der Firma Junior sehr viele freilaufende Hunde aller Größen an. Die Hunde spielen und toben auf den angrenzenden Wiesen. Dies ist soweit in Ordnung, solange der Eigentümer der Wiesen dies duldet und einzelne Hunde oder gar alle tobenden Hunde nicht auf den Fuß- und Radweg laufen. Durch dieses Toben auf dem Weg wurden innerhalb der letzten Monate mehrere Passanten von Hunden angesprungen und dabei umgerissen. Das Ergebnis waren blaue Flecken, Prellungen sowie zerrissene und schmutzige Kleidungsstücke. Nach diesen Vorfällen löste sich die Meute samt der Halter leider schnell auf und der/die Geschädigte blieb hilflos zurück. Dieses Phänomen trat auch bei diversen Beißvorfällen auf.

Leider häufen sich die Fälle, in denen Personen und Hunde durch freilaufende und unkontrollierte Hunde zu Schaden gekommen sind. Die Folge ist, dass sich viele Bürger nicht mehr trauen, den Fuß-und Radweg als Spazierstrecke zu nutzen.

Ein weiterer schwerwiegender Punkt ist die Tatsache, dass im angrenzenden Bereich Bruchweg mehrfach Rehe von freilaufenden Hunden gerissen wurden. Diese Hunde hatten sich aus dem Einwirkungsbereich ihrer Halter entfernt und waren vom Fuß-und Radweg, in das angrenzende Wohngebiet und von dort Richtung Wald gelaufen. Dabei mussten mehrere Rehe ihr Leben lassen. Da Haushunde ihre Beute nicht mit nur einem Biss töten, ist neben dem wirtschaftlichen Schaden für den Jagdpächter vor allen Dingen das lange Leiden der Tiere zu beachten.

Hunde müssen jederzeit abrufbar sein

Die Stadt Plettenberg sieht sich nun gezwungen zum Schutze der Wildtiere und aller Nutzer des Fuß- und Radeweges, in absehbarer Zeit eine allgemeine Leinenpflicht für dieses Gebiet zu verhängen. Um diese Maßnahme zu verhindern, appelliert sie an alle Hundehalter, ihre Schützlinge mit Blick auf gegenseitige Rücksichtnahme entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen zu halten, zu führen und zu beaufsichtigen. Würde die Leinenpflicht durchgesetzt, wären die Leidtragenden in erster Linie die Hunde, die zumindest in diesem Bereich in ihrer Freiheit beschränkt würden.

Der Fuß- und Radweg steht grundsätzlich allen Bürgern in gleicher Weise zur Verfügung. Durch gegenseitige Rücksichtnahme kann auch hier wieder ein harmonisches Miteinander hergestellt werden. Dazu gehört u.a. auch, dass Radfahrer in gemäßigtem Tempo an anderen Personen mit und ohne Hund vorbeifahren und sich natürlich auch im Vorfeld durch klingeln ankündigen.

Hundebesitzer sind gehalten, ihre unangeleinten Hunde ausschließlich in ihrem Einwirkungskreis laufen zu lassen. Dazu gehört, dass die Hunde jederzeit abrufbar und kontrollierbar sind. Dabei ist zu beachten, dass der eigene Liebling als Teil eines – auf der Wiese tobenden – Rudels immer auch anders reagieren kann, als gewohnt. Hunde die nicht im Befehl stehen, sind auch in einem Gebiet ohne Leinenpflicht an der Leine zu führen.

Bußgeld bis zu 100.000 Euro

Es liegt auch grundsätzlich nicht in der Verantwortung Dritter, sich auf die Tagesform oder den aktuellen Ausbildungsstatus eines fremden Hundes einzustellen und dem Lehrbuch entsprechend zu reagieren.

Sollten dem Ordnungsamt freilaufende und unkontrollierbare Hunde auffallen oder angezeigt werden, muss der Halter/die Halterin mit der Einleitung eines Bußgeldverfahrens rechnen, das u.a. auch die Festsetzung eines Bußgeldes in Höhe bis zu 100.000 Euro zur Folge haben kann.

Für Rückfragen zur Hundehaltung und zum Landeshundegesetz NRW steht Frau Heitmann-Krüger vom Ordnungsamt der Stadt Plettenberg unter Tel. 02391/923-162 während der Öffnungszeiten zur Verfügung.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Plettenberg

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here