Gegen die Baugenehmigung für den Modepark Röther im ehemaligen Kaufhausgebäude am Maiplatz klagt die Stadt Attendorn. Foto: Bernhard Schlütter

Plettenberg. Die Klage der Stadt Attendorn gegen die Eröffnung des Modeparks Röther in Plettenberg sorgt nicht nur für Verstimmung unter den beiden Nachbarstädten, sondern wird auch von zahlreichen Attendorner Bürgern in den sozialen Netzwerken als beschämend empfunden.

Die Hansestadt Attendorn hat Klage gegen die Baugenehmigung für das Ansiedlungsvorhaben Modepark Röther im ehemaligen Real-SB-Warenhaus am Maiplatz in Plettenberg eingereicht. Ziel der Klage sei es, eine rechtmäßige und verträgliche Einzelhandelsentwicklung zu erreichen, heißt es in einer Pressemitteilung auf der Homepage der Stadt Attendorn.

Ansatzpunkt der Attendorner ist, dass für die Ansiedlung des Modeparks keine Auswirkungsanalyse erstellt worden sei. Bei der Größenordnung von rund 7000 qm Verkaufsfläche hält Attendorn das für zwingend erforderlich.

Bisher wird weitergebaut am Gebäude zwischen Maiplatz und Wall. Foto: Bernhard Schlütter

Attendorns Bürgermeister Christian Pospischil sieht die Wettbewerbsfähigkeit, vor allem der inhabergeführten Geschäfte, gefährdet und befürchtet Betriebsaufgaben: „Wir wollen nicht jegliche Einzelhandelsentwicklung in Plettenberg blockieren. Aber sie muss mit Recht und Gesetz einhergehen. Die geplante Größenordnung des Modeparks Röther lässt befürchten, dass inhabergeführte Geschäfte in Attendorn aufgegeben und Neuansiedlungen enorm erschwert werden. Im Interesse des Attendorner Einzelhandels und einer lebendigen Stadt müssen wir unsere Rechte geltend machen. Mögliche negative Auswirkungen müssen untersucht werden und den Nachbarkommunen muss Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden.“

Existenzbedrohung für Einzelhandel in Attendorn

Man habe über die Medien von der geplanten Ansiedlung des Modeparks erfahren. Danach seien zunächst in persönlichen Gesprächen mit Vertretern der Stadt Plettenberg Informationen dazu eingeholt worden. „In diesen Gesprächen verstärkten sich jedoch die Befürchtungen, dass hier ohne eine notwendige Auswirkungsanalyse dieses Großprojektes und die gebotene Beteiligung der Nachbarkommunen ein Projekt entsteht, dessen Auswirkungen den bestehenden Einzelhandel in Attendorn in seiner Existenz bedroht. Dies hätte zur Folge, dass die Hansestadt Attendorn nicht mehr ihrer Versorgungsfunktion als Mittelzentrum nachkommen kann.“

Plettenberg hat Nachholbedarf

Plettenbergs Bürgermeister Ulrich Schulte weist den Vorwurf, die Nachbarkommunen mit dem Vorhaben übergangen zu haben, von sich. Es gehe es um ein brachliegendes Gebäude, das vorher genutzt wurde und jetzt wieder aktiviert wird. Eine Abstimmung mit den Nachbarkommunen sei daher nicht erforderlich gewesen. Das Einzelhandelsgutachten belege, dass Plettenberg bei Textiliengeschäften großen Nachholbedarf habe. Schon daher seien keine massiven Auswirkunge auf die Nachbarstädte zu erwarten.

Baustopp droht

Zusammen mit der Klage gegen die Röther-Eröffnung hat die Stadt Attendorn einstweiligen Rechtsschutzantrag eingereicht. Dadurch muss das Verwaltungsgericht in Arnsberg nun zunächst in einem Eilverfahren entscheiden, ob die Baugenehmigung der Stadt Plettenberg „offensichtlich rechtmäßig“ ist oder nicht. Fällt dieses vorläufige Urteil zugunsten Plettenbergs aus, dürfen die Bauarbeiten fortgesetzt werden bis zum abschließenden Entscheid des Gerichts. Geht das Eilverfahren anders aus, wird ein Baustopp verhängt.

Stellungnahme bis 20. April

Bis zum 20. April muss die Stadt Plettenberg eine Stellungnahme zu der Angelegenheit in Arnsberg einreichen. Danach entscheidet sich, ob die Bauarbeiten am Maiplatz vorerst eingestellt werden müssen. Ein längerer Baustopp könnte das gesamte Vorhaben scheitern lassen. Gut möglich, dass sich das Modehaus Röther dann zurückziehen und Regressforderungen gegenüber der Stadt Plettenberg geltend machen würde.

So soll der Modepark Röther in Plettenberg aussehen. Die Eröffnung ist für 30. August geplant.

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