Bild: Agentur für Arbeit Iserlohn

Märkischer Kreis. Die positive Entwicklung der letzten Monate auf dem
heimischen Arbeitsmarkt zeigt sich im Juni etwas gebremst: Insgesamt waren
14.043 Personen arbeitslos, 513 mehr als im Vormonat, aber 1.664 weniger als
im Juni des letzten Jahres.

„Die Arbeitslosigkeit steigt in diesem Monat, eine Entwicklung, mit der wir gerechnet
haben“, so Sandra Pawlas, Chefin der Arbeitsagentur in Iserlohn. „Gründe sind zum
einen die geflüchteten Menschen aus der Ukraine, die seit dem 1. Juni beim
Jobcenter registriert werden, zum anderen saisonal bedingt diejenigen Ausbildungs
Absolventen, die von ihren ausbildenden Betrieben nicht übernommen wurden.“
Trotz des aktuellen Anstiegs liegt die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem
Vorjahresmonat. Damals waren 15.707 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet.

Arbeitslosigkeit


Die Zahl der Arbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Juni 2022 gestiegen. Insgesamt
waren 14.043 Personen arbeitslos gemeldet. Verglichen mit den Zahlen des
Vormonates sind dies 513 Personen oder 3,8 Prozent mehr. Im Vergleich zum Juni
des Vorjahres sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 1.664 Personen bzw. 10,6 Prozent.
Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen beträgt im Juni 6,3
Prozent. Vor einem Jahr belief sie sich auf 6,9 Prozent (0,6 Prozentpunkte).

Anzeige

Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Märkischen Kreis im Berichtsmonat leicht
gestiegen. 6.325 Personen waren länger als ein Jahr nicht
sozialversicherungspflichtig beschäftigt, darunter zählen 88,3 Prozent (5.586
Personen) zur Grundsicherung. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Vormonates
sind dies 28 Langzeitarbeitslose mehr. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Zahl dieser
Arbeitslosen damit um 898 Personen.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung SGB III

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung waren in diesem Monat 4.248 Personen
gemeldet. Die Zahl hat sich im Vergleich zum Vormonat erhöht um 64 Personen bzw.
1,5 Prozent. Hintergrund ist ein saisonbedingter Anstieg bei den jungen Menschen
unter 25, die nach Ausbildung oder Schule kurzfristig arbeitslos gemeldet sind. Im
Vorjahresvergleich sind 937 Personen weniger (18,1 Prozent) arbeitslos gemeldet.

Entwicklung in der Grundsicherung SGB II

Das Jobcenter Märkischer Kreis betreut aktuell in 15.512 Bedarfsgemeinschaften
20.922 erwerbsfähige Leistungsberechtigte im Alter zwischen 15 und 65 Jahren.
„Gegenüber dem Vormonat hat die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften um 689 und
die Anzahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um 883 Personen
zugenommen“, berichtet Anna Markmann, Geschäftsführerin des Jobcenters
Märkischer Kreis und ergänzt: „Der deutliche Anstieg ist auf den verstärkten Zugang
von Menschen aus der Ukraine zurückzuführen, die aufgrund des Rechtskreiswechsels seit dem 01.06.2022 Grundsicherungsleistungen des Jobcenters erhalten können. Der Übergang von Geflüchteten in den SGB II Leistungsbezug, die in den Kommunen bis 31.05.2022 bereits Asylbewerberleistungen bezogen haben, ist bis Ende August 2022 möglich.
Darüber hinaus können sich Geflüchtete aus der Ukraine seit 01.06.2022 auch direkt beim Jobcenter melden und Leistungen beantragen. Die Datenerhebung für den Monat Juni 2022 erfolgte zum Stichtag 13.06.2022. Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften, erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und Arbeitslosen im Jobcenter Märkischer Kreis wird durch den Zugang geflüchteter Menschen in den kommenden Monaten weiter ansteigen. Einigen geflüchteten Menschen ist der Übergang in den Arbeitsmarkt bereits gelungen. Bei vielen anderen ist der Erwerb von
Deutschkenntnissen nun das wichtigste Thema.“

Stellenangebot


Unternehmen aus der Region haben in diesem Monat 856
sozialversicherungspflichtige Stellen gemeldet (52 zum Vormonat). Im Bestand
befanden sich insgesamt 5.558 offene Stellen, 21 mehr als im Vormonat und 1.318
mehr als im Vorjahresmonat.

Einschätzung für die kommenden Monate


Die Arbeitslosigkeit im Märkischen Kreis ist im Juni gestiegen und entspricht damit
dem, was für die Region und darüber hinaus für ganz NRW zu erwarten war.

„Für den Anstieg kommen zwei ausschlaggebende Gründe zusammen: Zum einen hat das
Jobcenter die Betreuung der geflüchteten ukrainischen Menschen übernommen
beziehungsweise die Geflüchteten in die Grundsicherung für Arbeitssuchende
aufgenommen. Zum anderen melden sich junge Menschen unter 25 Jahren nach
Beendigung ihrer schulischen oder betrieblichen Ausbildungen in den
Sommermonaten übergangsweise arbeitslos und lassen dadurch den
Arbeitslosenbestand steigen. Da die Ferien früh beginnen, spüren wir diesen Effekt
schon im Juni. Der saisonale Schwung der letzten Monate ist damit etwas gebremst,
berichtet Sandra Pawlas, blickt jedoch nach wie vor optimistisch auf die weitere
Entwicklung: „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass dieser saisonbedingte Anstieg
bei den jungen Menschen rasch wieder abgeschmolzen wird, da Fachkräfte in der
Region nach wie vor sehr nachgefragt sind und die Absolventen gute Qualifikationen
mitbringen.


Ein Blick auf die in diesem Monat veröffentlichten Zahlen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit Stand Dezember 2021 zeigt mit 163.245 Personen ein deutliches Plus von 1.249 zum Vorjahr. „Wir sehen hieran, dass die Beschäftigung im Märkischen Kreis nach der CoronaHochphase in 2020 gestiegen und stabil ist“, erklärt Sandra Pawlas.


Wie schon im Mai halten sich die Unternehmen mit der Ausschreibung neuer Stellen
etwas zurück. Im Juni wurden 856 offene Stellen gemeldet, 52 weniger als im Mai.
Für Arbeitssuchende sieht die Aussicht auf neue Beschäftigung jedoch unverändert
gut aus. Im Bestand sind 5.558 offene Stellen in allen Branchen und Berufen. „Da
geht was“, ist Sandra Pawlas zuversichtlich. „Arbeitsuchende haben gute
Aussichten, ihren Platz auf dem heimischen Arbeitsmarkt zu finden.

Den ausführlichen Arbeitsreport aus dem Märkischen Kreis finden Sie hier: Arbeitsmarktreport

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here