Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen erläuterte Sparkassenvorstand Markus Hacke Besonderheiten der Arbeiten von Yoana Tuzharova. Foto: Wolfgang Teipel

Lüdenscheid. Angesichts der Ausstellung zum 17. Ida-Gerhardi-Preis und beim Rückblick auf über 30 Jahre Förderung zeitgenössischer Kunst in der Städtischen Galerie Lüdenscheid stellt sich ein wenig Wehmut ein. Was wird aus dem renommierten Preis, nachdem sich die Sparkasse Lüdenscheid aus der Förderung zurückzieht? Galerieleiterin Dr. Susanne Conzen lässt keine Zweifel aufkommen. „Es muss weitergehen“, sagt sie. Sie selbst will alles dafür geben und erscheint keineswegs zaghaft. „Ich ziehe Kraft aus der Zusammenarbeit mit wunderbaren jungen Künstlern“, bekräftigt die Galerieleiterin. Für einen Abgesang ist es also noch viel zu früh.

Elf künstlerische Positionen

Die 17. Ausstellung anlässlich des Ida-Gerhardi-Preises wirft den Blick nach vorne und zeigt, was Kunstfreunde jetzt und in den nächsten Jahren vom Künstlernachwuchs zu erwarten haben. Die elf Positionen, die geschickt und mit viel Überlegung auf die Räume der Galerie am Sauerfeld verteilt sind, versprechen viel. Die Frauen und Männer stammen aus den Geburtsjahrgängen zwischen 1984 und 1992. Sie haben also noch viel Zeit.

Kescher – eine Arbeit der aus Hagen stammenden Künstlerin Denise Werth. Foto: Wolfgang Teipel

Verblüffende Konstruktion im Eingangsbereich

Die Arbeiten, und daran hat sich auch in über 30 Jahren nichts geändert, werden von der Jury nach Eigenständigkeit und Originalität des Werkes bewertet. Da ist immer wieder mit Überraschungen zu rechnen.

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Ein Beispiel ist die verblüffende Konstruktion aus Vierkantstahl und Stahlblech von Justyna Janetzek, die vor dem Eingang zur Galerie den großen Lamellenvorhang durchbricht. Sie greift mit ihrer Arbeit die Architektur des Museums auf und geht damit eine unmittelbare Verbindung mit dem Ausstellungsort ein. Dr. Susanne Conzen bekennt: „So intensiv habe ich mich lange nicht mehr mit der Architektur des Museums beschäftigt.“

Neuer Blick aufs Smartphone

Wischspuren auf einem Smartphone-Display, abfotografiert und vergrößtert auf Gardinenstoff gedruckt – eine Arbeit von Yoana Tuzharova. Foto: Wolfgang Teipel

Einen völlig neuen Blick auf einen scheinbar unvermeidlichen Begleiter liefert die Bulgarin Yoana Tuzharova. Sie macht in ihren Arbeiten das sichtbar, was sich jeden Tag auf unserem meistbenutzten Besitz festschreibt: Fettschlieren und Wischspuren, die beim Chatten, Mailen, Shoppen und Liken auf Smartphone-Displays entstehen. Beeindruckend ist der Sublimationsdruck von Handy-Displays auf Gardinenstoff. Die Künstlerin hat dem Triptychon in einem der oberen Galerieräume die Titel „Touch“ gegeben.

Weiter bewerben sich um den Ida-Gerhardi-Preis 2022 Jonas Bechtloff, Björn Knapps, Pia Krajewski, Philipp Röcker, Oliver Schuß, Jeehye Song, Malte von de Waters und Denise Werth.

Vokabular zielt auf Kommunikation

„Orte an denen Geschichten erzählt werden, und Bilder, deren Vokabular auf Kommunikation zielt: 11 Positionen von Künstlerinnen und Künstlern zeigen mit ihren Ansätzen die Notwendigkeit auf, sich mit Unbekanntem wie Bekanntem auseinanderzusetzen“, schreibt das Galerieteam im Katalog zur Ausstellung.

Markus Hacke, Dr. Susanne Conzen und Kai Pritschow (Marketing Sparkasse) vor einem Bild von Malte von de Water. Foto: Wolfgang Teipel

Die Ausstellung mit dem wiederkehrenden Titel „Kunst jetzt!“ wird am Freitag, 20 Mai, um 19.30 Uhr in den Museen am Sauerfeld eröffnet. An diesem Abend wird auch der Preisträger bekanntgegeben. Anschließend ist die Ausstellung bis zum 4. September zu sehen.

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